Ex-Löwe über 1860, Pep und die EM-Nominierung

Weigl: "… ich soll ja nicht zu den Bayern wechseln"

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Julian Weigl steht im vorläufigen EM-Kader.

München - Senkrechtstarter Julian Weigl spricht über die EM-Kader-Nominierung, Pep Guardiola und einen Fehler, den er bei den Löwen begangen hat.

Was für ein rasanter Aufstieg! Julian Weigl wechselte vergangenen Sommer vom TSV 1860 zu Borussia Dortmund, setzte sich dort sensationell durch und bestritt 30 von 34 möglichen Bundesliga-Spielen. Am Dienstag gab's dann die Krönung einer Traum-Saison: Bundestrainer Joachim Löw berief den 20-jährigen Mittelfeldmann in seinen vorläufigen EM-Kader.

Weigl hat nun Transfermarkt.de ein ausführliches Interview gegeben. Mit Erlaubnis der Kollegen dürfen wir Ihnen hier eine Auswahl seiner Antworten präsentieren. Das ganze lange Interview, in dem Weigl etwa über seine Vorbilder, das bittere Europa-League-Aus und seine größten Förderer (auch ein Löwe ist dabei) spricht, lesen Sie hier.

Weigl über ...

... die Nominierung für den vorläufigen EM-Kader: "Ich habe keinen konkreten Urlaub gebucht, da ich schon länger wusste, dass Bundestrainer Joachim Löw und sein Trainerteam mich beobachten und für den vorläufigen EM-Kader eventuell auf dem Zettel haben. Da meine Lebensgefährtin aus Amerika stammt und auch ihre Familie dort lebt, könnten wir auch kurzfristig dorthin reisen – je nachdem, ob ich in Frankreich dabei sein werde oder nicht. Insofern benötige ich keine Reiserücktrittsversicherung."

... seinen Umzug von München nach Dortmund: "Ich muss sagen: Ich wurde sehr positiv überrascht von der ganzen Stadt Dortmund und den Menschen. Wenn man aus München kommt, gibt es ja gewisse Klischees über den Ruhrpott – etwa, dass die Stadt nicht so grün und schön ist. Aber diese Klischees haben sich nicht bestätigt. Die Stadt hat sehr schöne Ecken, viele Grünflächen und Parks, die Menschen sind offen und hilfsbereit. Als ich zu meiner Anfangszeit noch im Hotel gelebt habe, haben mich viele Dortmunder herzlich unterstützt. Sie sind einfach positiv fußballverrückt. Die Stadt lebt den Verein, jedes zweite Auto ist mit einem BVB-Aufkleber verziert, dieses BVB-Gefühl überträgt sich auch auf uns Spieler."

"Bin vielleicht etwas zu naiv an das Kapitänsamt herangegangen"

... seine Rolle bei den Löwen, wo Weigl zwischenzeitlich Kapitän war, ihm dann die Binde weggenommen wurde und es zum knallharten Abstiegskampf kam:"Diese Zeit hat mich auf jeden Fall als Mensch und Fußballer reifen lassen. Ich habe schon früh in meiner Karriere gelernt, Verantwortung zu übernehmen, mit Kritik umzugehen, nicht alle Kommentare in der Zeitung zu sehr auf die Goldwaage zu legen und mich voll auf meine Stärken zu besinnen. Im Nachhinein bin ich vielleicht etwas zu naiv an das Kapitänsamt bei einem Traditionsverein wie 1860 herangegangen. Auf der anderen Seite war es mit 18 Jahren auch eine Riesenchance. Der Druck war zwar groß und die Situation schwierig, aber rückblickend hat mich das auch weitergebracht. Mein Vater hat eine schöne Weisheit, die in diesem Fall ebenfalls zutrifft: Es gibt selten einen Schaden, in dem nicht auch ein Nutzen versteckt ist."

... das öffentliche Lob von Pep Guardiola, der erklärte, er sei von Weigls Spielweise "begeistert" und ihn angeblich 2015 zu Bayern holen wollte: "Ich kenne seine Aussagen über mich auch nur aus den Medien. Freunde haben mir mal Videos geschickt von Bayern-Pressekonferenzen, auf denen er sich positiv über mein Spiel geäußert hat. Diese Freunde sind aber allesamt „Löwen“-Fans und sagten mir dann scherzhaft, ich möge ja nicht darauf hören und zu den Bayern wechseln (lacht). Aber Spaß beiseite, ich habe das wahrgenommen, und ein solches Lob aus dem Mund eines großen Trainers ehrt einen natürlich. Aber mehr auch nicht. Mein Trainer heißt Thomas Tuchel, und mir ist wichtiger, was er von mir hält."

... Gründe, warum der BVB das Pokalfinale am Samstag gegen Bayern gewinnt: "Erstens: Die Bayern haben ja schon den Meistertitel, wir sind einfach dran (lacht). Zweitens: Wir haben einen super Kader mit viel Qualität, haben zuletzt sogar den Ausfall von Ilkay Gündogan kompensiert. Wir sind fokussiert und haben die Klasse, um ein solches Endspiel zu gewinnen. Und drittens: Wenn man die Bayern schlagen will, dann ist es in einem Spiel mit einer guten Tagesform möglich. In der Liga haben wir einmal gegen die Münchner verloren, einmal remis gespielt – folgt man dem Gesetz der Serie dann wäre jetzt ein BVB-Sieg fällig."

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