Er soll eine Frau geschlagen haben

Haft droht! Hier steht Ex-Löwe Gebhart vor Gericht

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Timo Gebhardt muss sich vor dem Amtsgericht Nürnberg verantworten. Er spielte bis 2009 für den TSV 1860.

Nürnberg - In einer Disco soll der Club-Spieler Timo Gebhart eine junge Frau verletzt und heftig gewürgt haben. Nun muss er sich dafür vor Gericht verantworten.

Wegen gefährlicher Körperverletzung und Bedrohung muss sich der Mittelfeldspieler des 1. FC Nürnberg Timo Gebhart seit Mittwoch vor Gericht verantworten. Der 25-Jährige soll bei einem Streit in einer Nürnberger Diskothek im Februar 2013 eine junge Frau bis zur Bewusstlosigkeit gewürgt haben. Laut Anklage trat Gebhart außerdem im Oktober einen Türsteher, der nach einer Auseinandersetzung auf dem Boden lag, mit dem Schienbein gegen den Kopf. Vor dem Amtsgericht Nürnberg äußerte sich der Fußballprofi zunächst nicht zu den Vorwürfen.

Bei der ersten Tat im Februar soll eine 29-Jährige mit ihrem Freund und zwei Freundinnen in der Disco gewesen sein. Laut Anklage sprachen Gebhart und ein Begleiter die Clique an, und es kam zum Streit. Gebharts Freund soll dem Mann die Lippe blutig geschlagen haben. Danach soll der Kumpel die 29-jährige Frau festgehalten und der Fußballer sie gewürgt haben, bis sie kurzzeitig das Bewusstsein verloren habe. Die Frau sagte, Gebhart habe sie auch zweimal gegen die Bar geschubst, wodurch sie Prellungen erlitten habe.

Ihre 31 Jahre alte Freundin sagte aus, sie habe deutlich sichtbare Würgemale am Hals der 29-Jährigen gesehen. Sie selbst sei von Gebhart als „Schlampe“ beschimpft worden. Das es sich bei dem Angreifer um den Fußballer Gebhardt gehandelt habe, hätten sie erst aus der Presse erfahren.

Gebharts Anwalt Harald Straßner hatte die Anklagepunkte vor dem Prozess zurückgewiesen. „In Discos ist es nun mal eng. Da kommt es schon mal zu körperlichen Berührungen und Geschubse“, sagte er im Dezember.

Bilder: Ex-Löwe Gebhardt wegen Körperverletzung vor Gericht

Bilder: Ex-Löwe Gebhart wegen Körperverletzung vor Gericht

Die Staatsanwaltschaft hatte Gebhart kurz vor der Hauptverhandlung angeboten, den Anklagepunkt mit dem Türsteher fallen zu lassen, wenn er ein umfassendes Geständnis ablegt. Darauf ging die Verteidigung jedoch nicht ein und forderte Freispruch für Gebhardt, der 2006 bei den Löwen spielte.

Das Urteil wird für Dienstag, 13. Januar, erwartet.  Nach tz-Informationen besprachen sich beide Seiten jedoch nach der Verhandlung am Mittwoch. Womöglich kommt es doch noch zu einem Deal. Inhalt soll ein Täter-Opfer-Ausgleich sowie eine Bewährungsstrafe gewesen sein. Der Ausgang des Verfahrens ist somit offen.

Gebhart droht eine Haftstrafe von zehn Monaten bis zu einem Jahr. Diese könnte auch auf Bewährung ausgesetzt werden.

Auch sportlich läuft es für Gebhart seit Monaten nicht gut. Der Mittelfeldspieler fällt weiterhin wegen der Folgen einer Leisten-Operation beim Club aus. „Ich rechne noch nicht mit ihm“, hatte Trainer Rene Weiler beim Trainingsauftakt am Montag gesagt - auch mit Bezug auf den laufenden Prozess.

dpa/SID

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