Löwe gesperrt und zu Geldstrafe verurteilt

Kommentar: Wettsünde von Ivica Olic? Typisch Sechzig

München - Die Wettsünde von Ivica Olic hat hohe Wellen geschlagen rund um die Löwen. Merkur-Sportredakteur Armin Gibis kommt unweigerlich der Befund „Typisch Sechzig“ in den Kopf.

Es gibt Fußballvereine, die umringt zu sein scheinen mit Fettnäpfchen. Anders ist es kaum erklärbar, dass es immer die selben Klubs sind, die in ebensolche hineintappen und sich auf diese Weise im Laufe der Jahrzehnte den Ruf aufbauen, geradezu magische Anziehungskraft auf Pannen, Blamagen und Chaos auszuüben. Schalke ist so ein Beispiel, oder der Nürnberger Club. Einen Spitzenplatz in der Liste der Fußball-Peinlichkeiten nimmt aber auch der TSV 1860 ein. Kein Wunder also, dass die jüngst aufgeflogene Wettsünde des Löwen-Stürmers Ivica Olic und die damit verbundene Aufregung unweigerlich zur Einschätzung führt: Typisch Sechzig.

Sicher, es handelt sich hier nicht um einen handfesten Wettskandal im Stile des berüchtigten Zockerkönigs Ante Sapina. Aber Olic leistete sich auch kein nachsichtig zu behandelndes Kavaliersdelikt. Schließlich hat sich der Fußball das Wettverbot selbst auferlegt, um damit seine von Betrügern ernsthaft bedrohte Glaubwürdigkeit zu wappnen. Olic hat sich nicht an die in ganz Europa geltenden und jedem Profi bekannten Regeln gehalten, seine Bestrafung seitens des DFB ist die logische Konsequenz.

Geschadet hat der Kroate mit seiner Dummheit nicht zuletzt seinem Verein, dem er zu einem sehr ungünstigen Zeitpunkt einigen Wirbel beschert hat. Schließlich versuchen die vom Verletzungspech geschwächten Löwen derzeit ja ihre ganzen Kräfte darauf zu konzentrieren, den negativen Trend der letzten Wochen zu stoppen. In solch einer Situation kommen heikle Diskussionen um Fußballwetten höchst ungelegen.

Der größte Verlierer ist aber Olic selbst. Galt der 37-Jährige doch bislang als Musterprofi; die Löwen holten ihn nicht von ungefähr als Führungsspieler und Vorbild. Dieses Image hat durch sein dubioses bis zwielichtiges Verhalten nur schwer zu kittende Risse bekommen.

Wobei es kaum zu fassen ist, wie tollpatschig (oder naiv?) sich Olic verhalten hat. Angeblich überließ er seine Kreditkarte vertrauensselig einigen Zocker-Spezis, damit diese via Internet Kombi-Wetten platzieren konnten. Ein Boulevard-Blatt kreierte bereits einen entsprechend despektierlichen Spitznamen: „Der Wett-Depp.“

Eine seltsame, kuriose Geschichte jedenfalls. Sollte sie tatsächlich stimmen, drängt sich unweigerlich der altbekannte Befund auf: Typisch Sechzig.

Rubriklistenbild: © Marcus Schlaf

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