Zum Leidwesen der Löwen

Lautern überglücklich: "Typisch Betze"

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Jean Zimmer (r.) und Bobby Wood.

Kaiserslautern - Nachdem der 1. FC Kaiserslautern das Auftaktspiel in Unterzahl gedreht hat, feiern sie in der Pfalz wieder die „Festung Betzenberg“. Zum Leidwesen der Löwen.

Der Betze rockt - und wie. Nach dem ebenso mitreißenden wie begeisternden Saisonauftakt seiner Roten Teufel verfolgte FCK-Boss Stefan Kuntz mit leuchtenden Augen die minutenlangen Ovationen der Fans für die Profis, die der neuen Imagekampagne des 1. FC Kaiserslautern beim 3:2 (0:2)-Sieg in Unterzahl gegen den TSV 1860 München auf Anhieb Leben einhauchten. „Wenn du eine Kampagne mit dem Titel 'Der Betze rockt' anfängst, ist solch ein Spiel natürlich großartig. Als Chef freut es mich wahnsinnig, denn die Mitarbeiter, aus deren Kreis die Kampagne geboren wurde, sind alle total happy, weil das heute gleich gepasst hat“, frohlockte Kuntz.

Nach zwei enttäuschenden Spielzeiten, in denen der angestrebte Wiederaufstieg in die Fußball-Bundesliga verpasst wurde, präsentierte sich die neu formierte Mannschaft in den dramatischen 90 Minuten als verschworener Haufen und eroberte die Herzen der Fans im Sturm zurück. „Das war für uns als Team und auch die Fans ein tolles Erlebnis - typisch Betze“, meinte Rechtsverteidiger Jean Zimmer.

„Wir haben unseren neuen Charakter gezeigt. Es sind gute Jungs, gute Spieler. Wir wachsen zusammen und können noch besser werden“, sagte Srdjan Lakic. Der Stürmer sorgte mit seinem Doppelschlag innerhalb von drei Minuten (68./Foulelfmeter, 71.) für die Wende in einem verrückten Spiel, in dem die Pfälzer nach der umstrittenen Roten Karte für Torhüter Tobias Sippel (20./Handspiel) und einem 0:2-Halbzeitrückstand durch die Tore von Rubin Okotie (26., 33.) eigentlich schon mausetot waren.

„Mehr ging heute nicht. Das treibt einem Gänsehaut auf die Arme. Die Jungs haben das überragend gemacht“, stellte FCK-Trainer Kosta Runjaic nach der Aufholjagd zufrieden fest. Diese wurde durch das Siegtor von Philipp Hofmann (80.) gekrönt. Der Neuzugang vom FC Ingolstadt traf rund 20 Sekunden nach seiner Einwechslung mit der ersten Ballberührung zum 3:2 und verwandelte das mit 41 092 Zuschauern gefüllte Fritz-Walter-Stadion in ein Tollhaus. „Das war ein perfekter Einstand. Besser geht es nicht. So etwas habe ich in meiner Karriere noch nie erlebt“, schwelgte Hofmann. „Das sind halt diese Märchen, die den Fußball so einzigartig machen“, stellte Kuntz mit einem Lächeln fest.

Zu den ersten Gratulanten gehörte Sippel, dem die Erleichterung nach dem Abpfiff ins Gesicht geschrieben stand. „Danke an die Jungs. Ich bin megastolz. Sie haben niemals aufgegeben“, sagte der Torwart. Und dann gab es noch einen Rüffel für Schiedsrichter Bastian Dankert, der ihn wegen eines vermeintlichen Handspiels außerhalb des Strafraumes des Feldes verwiesen hatte. „Er hat mir gesagt, er habe gute Sicht gehabt. Aber der Ball geht ganz klar an die Brust. Diese Arroganz ist ärgerlich. Ich würde mir wünschen, dass die Schiedsrichter auch mal Fehler zugeben“, kritisierte Sippel.

Am Ende blieb diese Fehlentscheidung nur eine Randnotiz. „Wir haben gewonnen, nur das zählt“, sagte Runjaic. „Wir haben Moral gezeigt, Mentalität und Teamgeist bewiesen. Die Jungs haben schon in den ersten Wochen gezeigt, dass sie füreinander da sind“, lobte der Coach seine Schützlinge. Die sahen nach dem Auftaktsieg aber keinen Grund zum Ausflippen. „Natürlich freuen wir uns, dass wir drei Punkte haben“, sagte Lakic. „Aber wir werden uns nicht zu viel loben. Es stehen noch 33 Kämpfe bevor.“

Die selbsternannten Aufstiegsfavoriten aus München waren bedient. „Das war ein Spiel, das beide Seiten so schnell nicht vergessen werden. Vor allem wir nicht“, sagte Trainer Ricardo Moniz: „Heute sind wir tot, aber wir werden wieder auferstehen.“ Keeper Gabor Kiraly nörgelte: „Diese Niederlage war völlig unnötig.“

sid/dpa

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