Löwen-Spiel bei Oberhausen unter Manipulationsverdacht

Oberhausen - Im Vorfeld der Partie der Münchner Löwen bei Rot-Weiß Oberhausen hat es laut ARD-Sportschau verdächtige Wettbewegungen gegeben.

Die Löwen waren noch auf der Heimfahrt aus Oberhausen, da kam am frühen Abend eine brisante Nachricht über den Agenturticker. Unmittelbar vor dem Spiel des TSV 1860 bei Rot-Weiß Oberhausen hatte es nach Angaben des DFB „ungewöhnliche Ausschläge auf dem internationalen Wettmarkt“ gegeben.

Bilder und Einzelkritik vom 1860-Spiel in Oberhausen

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So sollen bei Wettanbietern in Asien insgesamt über eine Million Euro auf eine Oberhausener Niederlage gesetzt worden sein. DFB-Vizepräsident Rainer Koch sagte: „Deshalb haben wir den Schiedsrichterbeobachter Hellmut Krug vor Spielbeginn in die Mannschafts- und Schiedsrichterkabinen gebeten mit dem Hinweis, dass das Spiel im Hinblick auf mögliche Unregelmäßigkeiten im Ablauf besonders kritisch überwacht wird.“ Das sei das „generelle Vorgehen“ bei solchen Hinweisen und komme „nicht jedes Wochenende, sondern nur bei gravierenden Ausschlägen“ vor, ergänzte Koch. „Wir werden uns am Montag alles ganz genau anschauen, den Wettmarkt, und natürlich auch nochmal das Spiel selbst. Daraus werden wir dann unsere Schlussfolgerungen ziehen.“

1860-Pressesprecher Robert Hettich berichtete, dass FIFA-Schiedsrichter Thorsten Kinhöfer aus Herne in Oberhausen auf der Tribüne als Beobachter eingesetzt worden war und natürlich auch die Leistung von Referee Christian Fischer aus Hemer genau unter die Lupe genommen habe. „Da waren keine Auffälligkeiten zu beobachten, das war einfach Pech“, kommentierte Hettich die entscheidende Szene, Miletics Eigentor in der 63. Minute. Auch ansonsten wäre es ein „ganz normales Spiel mit Chancen auf beiden Seiten“ gewesen.

So sah es auch 1860-Geschäftsführer Manfred Stoffers. Er sagte am Abend zur tz: „Sensibilisiert durch die Hinweise von Herrn Krug haben wir das Spiel natürlich noch aufmerksamer als gewöhnlich beobachtet. Wir haben jede Entscheidung, jede strittige Situation auf die Goldwaage gelegt und sind zu dem Schluss gekommen, dass es keine Auffälligkeiten im Sinne von bewusstem Fehlverhalten gegeben hat. Alles andere würde uns völlig überraschen.“

Klar ist: Weder bei den Löwen noch bei Oberhausen stehen Spieler unter dem Verdacht, den Ausgang der Partie in irgendeiner Weise manipuliert zu haben. Dass Löwe Charilaos Pappas, der drei hochkarätige Chancen vergab, kein ausgesprochener Torjäger ist, dürfte keinen Fußballinteressierten überraschen. Und schließlich wollten die Wetter ja, dass 1860 das Spiel gewinnt…

Der Sportliche Leiter von Rot-Weiß Oberhausen, Hans-Günter Bruns, kritisierte den DFB für den überraschenden Besuch vor der Partie: „Ich finde die Vorgehensweise unfassbar: Sieben, acht Minuten vor Spielbeginn in die Kabinen zu kommen und zu sagen, dass das Spiel unter Manipulationsverdacht steht. Das ist kaum zu glauben, wie tief sollen wir noch im deutschen Fußball sinken.“

Dass der Treffer des Nachmittags aus einem Eigentor resultierte, ließ Bruns nicht an seiner Meinung zweifeln: „Uns war vor dem Spiel bewusst, dass jeder Fehler auf die Goldwaage gelegt wird. Bevor mir keiner das Gegenteil beweisen kann, stehe ich zu tausend Prozent zu unserer Mannschaft, dass da nichts passiert“, sagte der ehemalige Bundesliga-Profi am Sonntagabend.

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