0:0 in Karlsruhe

Löwen überleben mörderische 90 Minuten

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Der Karlsruher Tim Fahrenholz (unten) und der Münchner Victor Andrade kämpfen um den Ball.

München - 1860 München hat mit dem Remis gegen Karlsruhe sein Minimalziel erreicht. Sportchef Thomas Eichin fehlte „der letzte Punch". Er denkt nicht als Einziger, dass mehr drin gewesen sein könnte.

Drei Tage bekamen die Löwen nach dem 0:0 in Karlsruhe frei, durchaus denkbar, dass der ein oder andere die Zeit nutzt, drei Tage lang eiskalt durchzuduschen. Denn die 90 Minuten im Wildparkstadion waren mörderisch. Mörderisch heiß! Bei annähernd 40 Grad bemühten sich alle Spieler, ihren Teil dazu beizutragen, dass der 3. Spieltag in der 2. Liga einigermaßen normal über die Bühne geht. 

Wenngleich das für Stefan Aigner nicht so richtig gelungen ist. Die äußeren Umstände hätten keinen Schluss zugelassen, die Leistung seiner Mannschaft zu bewerten, meinte der Kapitän der Löwen: „So ein Spiel als Maßstab zu nehmen, geht nicht bei diesen Temperaturen.“ Kosta Runjaic nahm’s ein wenig von der humorvollen Seite. „Wir alle haben das Spiel überlebt“, sagte der Löwencoach.

Sein Karlsruher Kollege wollte aber schon ernsthaft drauf hinweisen, dass Spiele bei diesen Temperaturen alles andere als gesund seien. Tomas Oral: „Wenn was passiert, ist das Geschrei danach immer groß. Zum Glück passierte nichts, aber irgendwann ist es mal wieder der Fall.“ Oral hätte das Spiel um die Mittagszeit erst gar nicht angepfiffen. „Es ist nicht in Ordnung, wenn ein- oder zweimal im Jahr so ein Wetter ist, dass wir dann um ein Uhr mittags Fußball spielen müssen“, kritisierte er. „Leider hat aber nicht der Fußball Priorität, sondern vielleicht andere Sachen, dass man da nicht flexibel genug ist.“ Und er fügte hinzu: „Wir wollen den Fans was bieten, wir wollen leidenschaftlichen Tempofußball sehen. Das ist unter diesen Bedingungen unheimlich schwer.“

Runjaic fand dennoch, dass es „für die Umstände ein ordentliches Spiel war“. Tatsächlich haben die Löwen kaum etwas zugelassen, kontrollierten das Spiel lange Zeit gut. Erst kurz vor der Pause besaßen die Karlsruher zwei gute Möglichkeiten durch Stoppelkamp und nach einer scharfen Hereingabe, als zwei Angreifer am Ball vorbeirutschten.

Die Gelegenheit, die Weichen auf Sieg zu stellen, besaß der TSV 1860 ab der 57. Minute. Nach der Gelb-Roten Karte für Torres hätten die Löwen ihre zahlenmäßige Überlegenheit durchaus zum Sieg nutzen können. Zwei Großchancen hatten sie sich immerhin herausgespielt. Aber zunächst scheiterte Claasen nach Flanke von Aigner aus fünf Metern (73.) und acht Minuten später zirkelte der eingewechselte Mugosa den Ball Richtung langes Eck, aber Torhüter Orlinghausen reagierte phantastisch. Die ganz große Chance war vertan.

Runjaic hätte sich mehr davon gewünscht. „In Überzahl hätten wir die ein oder andere Situation besser ausspielen müssen“, kritisierte er, gab sich letztendlich aber auch mit dem einen Punkt zufrieden. „Wir haben wieder zu null gespielt und unser Minimalziel erreicht. Einen Punkt.“ Für Sportchef Thomas Eichin fehlte „der letzte Punch“ und er hofft, dass die Mannschaft aus dem Spiel gelernt hat: „In Überzahl müssen wir in Zukunft cleverer agieren.“ Da gab’s auch von Jan Mauersberger keinen Widerspruch. „Wenn man den Spielverlauf betrachtet, dann wäre mehr drin gewesen.“

So aber steht der TSV 1860 nach drei Spieltagen mit vier Punkten und einem Torverhältnis von 1:1 da. Nichts, was Anlass zum Ausflippen geben würde, aber bezieht man den 2:1-Sieg im Pokal gegen Karlsruhe mit ein, dann sieht manch einer sogar einen positiven Trend. Zum Beispiel Hasan Ismaik. Der Investor meldete sich nach dem 0:0 mit folgendem Beitrag auf Facebook zu Wort: „1860 istseit nunmehr drei Spielen ohne Niederlage. Das gute Gefühl, das mich seit einigen Wo chen begleitet, lasse ich mir von keinem nehmen. Ich bin ein positiver Mensch und positiv soll auch die Zukunft des TSV 1860 werden. Ich freue mich schon jetzt auf das Derby in zwei Wochen in Nürnberg.“

Da soll es dann auch nicht mehr ganz so heiß sein… 

Viele 3er: Bilder und Noten von den Löwen beim KSC

Claudius Mayer

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