Luft nach oben beim Neuzugang

Moniz: Okotie "noch weit weg von fit"

Rubin Okotie
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Rubin Okotie.

München - Wandervogel Rubin Okotie will den Löwen-Sturm und seine eigene Karriere beleben. Trainer Ricardo Moniz sieht noch Luft nach oben.

Ein paar hundert neugierige Fans waren nach Walchsee gekommen, zum ersten 1860-Test der Saison. Der Sportchef jedoch fehlte. Seltsam, seltsam. Doch im Nachhinein verständlich.

Ist zwar eine schöne Sache, so ein 2:1-Achtungserfolg gegen Lokomotive Moskau (Tore: Weigl, Hain). Aber wie heißt es so schön? Die Arbeit geht vor. Und dass Gerhard Poschner derzeit auf Hochtouren arbeitet, konnte man ja gestern sehen. Dritter Vormittag im Löwen-Trainingslager in Waidring, zweite spannende Personalie. Zunächst traf der Uruguayer Gary Kagelmacher ein, der nun endlich einen Vertrag erhielt (bis 2017). Präsentiert wurde gestern aber auch der erste von drei Stürmern, die noch auf der Liste stehen. Sein Name: Rubin Okotie, fünfmaliger Nationalspieler Österreichs. Der im pakistanischen Karatschi geborene Wiener ist 27 Jahre alt und hat sich zuletzt einen Namen als Vereinshopper gemacht. Ein halbes Dutzend Klubs seit 2010 – das muss man erstmal schaffen.

Der TSV 1860 ist Okoties sechster Klub nach den Stationen Austria Wien (mehrmals, zuletzt auch im Besitz der Transferrechte), 1. FC Nürnberg (vier Einwechslungen im Spieljahr 2010/11), VV St. Truiden (Belgien), Sturm Graz und Sönderjyske. Der dänische Zungenbrecherklub, für den er zuletzt auf Leihbasis stürmte, war noch eine seiner besseren Stationen. Bei 15 Einsätzen seit Februar glückten dem Stürmer elf Treffer, womit er maßgeblich dazu beitrug, dass die dänischen Löwen (ebenfalls weiß-blau) die Klasse hielten.

„Rubin weiß, wo das Tor steht“, sagt Poschner über seinen für zwei Jahre unter Vertrag genommenen Angreifer. „Er ist ein technisch und taktisch gut ausgebildeter Spieler, sehr ballsicher und robust. Damit passt er bestens in unser Anforderungsprofil für die Offensive.“

Okotie passt auch insofern gut ins neue Transferkonzept, als er darauf brennen müsste, endlich das in ihm vermutete Potenzial freizulegen (wie bei Ilie Sanchez, Edu Bedia und Daylon Claasen). Dass seine Karriere bislang nicht so recht in Schwung gekommen ist, erklärt der Österreicher mit wiederkehrendem Verletzungspech. Aber: Die Hoffnung auf Besserung ist groß. Okotie vertraut seit einiger Zeit einem Privattrainer (Professor Heinrich Bergmüller, 61), der auch schon Skistars wie Hermann Maier und Maria Höfl-Riesch zu Höchstleistungen getrimmt hat. Er selber sieht sich jetzt wieder „auf einem ganz anderen körperlichen Level“. Ricardo Moniz, sein neuer Trainer, ist da schon skeptischer. „Er ist noch weit weg von fit“, urteilte der Niederländer nach der ersten gemeinsamen Einheit. Ein Einsatz im Testspiel am Samstag bei Austria Lustenau (17 Uhr) erscheint derzeit eher unwahrscheinlich.

Gary Kagelmacher dagegen könnte in Vorarlberg seinen Einstand geben. Von ihm erhoffen sich die Löwen sofort positive Impulse. Für Poschner ist der 26-Jährige „die Verstärkung für die Abwehr, die wir uns vorgestellt haben“. Der Uruguayer sei ein geborener Chef, sehr erfahren – und praktischerweise im Besitz von zwei Pässen. „Sein Vater ist deutsch, deshalb spricht er die Sprache. Das ist natürlich ein großer Vorteil für ihn“, findet der Sportchef.

Für 1860 dagegen ist es hilfreich, dass das Kaderpuzzle allmählich Gestalt annimmt. Wobei es sein könnte, dass im Test gegen Moskau neuer Bedarf entstanden ist. So abfällig, wie Moniz über seine Außenbahnspieler sprach („Die müssen am Mann vorbeikommen“), könnte es sein, dass der Sportchef noch mal los muss. Das Offensivpotenzial reicht offenbar noch nicht für das angestrebte 4-3-3-System. Die Arbeit wird Poschner so schnell nicht ausgehen.

Uli Kellner

Okotie und Kagelmacher machen bei 1860-Training mit

Okotie und Kagelmacher machen bei 1860-Training mit

Uli Kellner

Uli Kellner

E-Mail:uli.kellner@merkur.de

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