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Muss Mayrhofer um sein Amt fürchten?

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Von: Ludwig Krammer

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Gerhard Mayrhofer 1860
Wurde Gerhard Mayrhofer rechtmäßig zum Präsidenten des TSV 1860 München gewählt? "Nein", sagt Löwen-Mitglied Helmut Kirmaier. © dpa

München - Sportlich hält sich die Spannung in Grenzen, klubpolitisch bleibt es interessant bei 1860. Es geht um die Frage, ob Gerhard Mayrhofers Wahl zum Präsidenten im Juli 2013 rechtmäßig zustande gekommen ist.

1860-Mitglied Helmut Kirmaier (56) aus München-Solln sagt nein. Begründung: Hep Monatzeder hätte als nicht bestätigter Präsident gar nicht erst zur Mitgliederversammlung einladen dürfen.

Zweimal wurden Kirmaiers Klagen bereits abgewiesen, einmal vom Registergericht, einmal vom Oberlandesgericht. Nun wird das Verfahren am 23. Mai neu aufgerollt. Kirmaier, der nach tz-Informationen u.a. von Ex-1860-Präsident Dieter Schneider unterstützt wird, wollte sich am Donnerstag nicht äußern, verwies auf ein gegen ihn laufendes Vereinsausschlussverfahren. Dafür sprach sein Anwalt Heinz Veauthier. Kirmaier sei ein „eingefleischter Sechziger“ und „grundehrlicher Mensch“. Es sei für ihn „nicht hinnehmbar, dass die Mitglieder und der ganze Verein hinters Licht geführt“ würden.

Anwalt: Schneider hat Amt nie niedergelegt

Veauthier weiter im Münchner Merkur: „Dieter Schneider hat sein Amt nie niedergelegt. Er hat lediglich gesagt: Ich kandidiere nicht mehr. Aber das hat Altkanzler Schröder auch getan, und zu sagen, dass man nicht mehr antreten wird, bedeutet ja nicht, dass man mit sofortiger Wirkung sein Amt verliert.“ Die Beschlüsse der Mitgliederversammlung am 14. Juli 2013 seien „nicht satzungskonform“ zustande gekommen. Folglich sei auch die Wahl Mayrhofers ungültig gewesen.

Veauthiers Erklärung: „Die Delegiertenversammlung hat Hep Monatzeder am 25. April 2013 die Rote Karte gezeigt, und es ist sehr unsportlich, wenn dann Funktionäre am 7. Mai hergehen und vom Registeramt genau das eintragen lassen, was vom höchsten Vereinsorgan eindeutig abgelehnt wurde. Hätte man dem Rechtspfleger reinen Wein eingeschenkt, wäre Hep Monatzeder kaum als Präsident eingetragen worden – dann wäre auch die Mitgliederversammlung am 14. Juli 2013 nie zustande gekommen.“ Veauthier bezeichnet Mayrhofer & Co. als „Pseudo-Vorstandschaft“, findet: „Wenn private Interessen einen Millimeter höher sind als die Interessen des Vereins, geht’s in die Hose.“

Mayrhofer hat bereits mehrfach auf das Chaos verwiesen, das Kirmaier mit seinem Ansinnen billigend in Kauf nehme. Ein vereinsrechtliches Gutachten soll die Wahl des Präsidiums als rechtmäßig einstufen. Trotzdem bleiben Restzweifel, die den laufenden Saisonplanungen nicht dienlich sind. Der 23. Mai wird ein Schicksalstag für den TSV 1860.

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lk

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