Koproduktion des eingewechselten Österreich-Duos

Okotie und Liendl als Joker: Frust in Siegtor umgewandelt

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Bankfrust bei Rubin Okotie (Mitte) und Michael Liendl (r.), doch am Ende sorgten die beiden für den Löwen-Sieg über Braunschweig.

München – Eckball Michael Liendl, Kopfball Rubin Okotie, 1:0 für 1860 - so simpel war die Rechnung, die Daniel Bierofka den perfekten Trainer-Einstand bescherte. Zuvor herrschte merklich bei den beiden Österreichern merklich Frust.

Der Auftrag war eindeutig: „Der Trainer hat gesagt, ich soll ein Tor machen“, erzählte Rubin Okotie. Doch genau das war dem Österreicher zuletzt alles andere als leicht gefallen. Acht Spiele in Folge hatte der Angreifer nicht mehr getroffen. Sein letztes Tor erzielte er vor zwei Monaten beim 1:1 gegen Bochum – ein Kopfball auf Ecke von Michael Liendl. Diese österreichische Ko-Produktion wiederholte sich nun beim 1:0 gegen Braunschweig. Der eingewechselte Liendl servierte von der rechten Eckfahne, sein eingewechselter Landsmann lenkte den Ball mit der Stirn wuchtig ins Netz. Selten war ein Okotie-Tor so wichtig wie dieses.

Dreimal in Folge war der 28-Jährige zuletzt nur Reservist gewesen. Der kampfstärkere Sascha Mölders hatte ihm den Rang abgelaufen. „Kein Spieler sitzt gerne auf der Bank“, sagte Okotie, um dann diplomatischerweise hinzuzufügen: „Man muss damit professionell umgehen.“

Das hat Okotie dann auch bestens hingekriegt, ebenso wie Liendl. Der Mittelfeldspieler, unter Benno Möhlmann Stammkraft und erfolgreicher Vorlagengeber, sah sich vom neuen Trainer Daniel Bierofka mehr oder weniger degradiert. Erstmals seit dem neunten Spieltag befand sich der 30-Jährige nicht in der Startelf. Dabei hatte er zuletzt beim 1:2 gegen Duisburg noch in spektakulärer Manier den Ball ins Tor gehämmert. „Michael war sicher nicht glücklich“, sagte Okotie.

Die beiden Österreicher – davon ist auszugehen – fügten sich dem Coach nicht eben leichten Herzens. „Hier geht es nicht um Einzelschicksale, sondern um die Mannschaft, um den Verein“, betonte Bierofka, der mit dem Duo schließlich noch den Sieg einwechselte. „Ich wollte mit den beiden neue Impulse bringen. Das haben sie überragend umgesetzt“, sagte er. Zudem merkte der neue 1860-Coach an: „Auch wenn man ein bisserl frustriert, ein bisserl sauer ist, erwarte ich, dass man das in eine positive Leistung umwandelt.“

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