Auf Anordnung von Ismaik?

Paukenschlag: TSV 1860 München verhängt Medienboykott

+
Nach der Medienschelte von Investor Isamik (rechts) verhängt der TSV 1860 München nun einen Medienboykott.

München - Nach der Medienschelte von Investor Isamik verhängt der TSV 1860 München nun einen Medienboykott. Und der betrifft sowohl Spieler als auch Löwen-Bosse.

Die „Offizielle Mitteilung“, die der TSV 1860 München am Freitagabend auf seiner Internet-Seite veröffentlicht hat, ist nur ganze drei Sätze lang. Aber die haben es in sich:

Der TSV 1860 München hat folgende Entscheidung getroffen:

  • Sämtliche Repräsentanten der Löwen sowie die 1860-Lizenzmannschaft stehen bis auf Weiteres nicht für Interviews und Gesprächsanfragen aller Medien zur Verfügung.
  • Der TSV 1860 München respektiert selbstverständlich die grundsätzlichen, medienrelevanten Verpflichtungen der Deutschen Fußball Liga (DFL) und erfüllt diese rund um die Spieltage in der Zweiten Liga.“

Heißt konkret: Weder die Spieler noch die Bosse der Löwen werden auf unbestimmte Zeit keine Stellungnahmen gegenüber Zeitungen, Radiosendern, TV-Sendern und Online-Portalen abgeben. Interviews wird es vorerst keine mehr geben. Lediglich rund um die Zweitliga-Spiele soll es (beispielsweise in der Mixed Zone) die von der DFL vorgeschriebenen Medienkontakte geben.

Hat Investor Ismaik dem TSV 1860 München den Medienboykott verordnet?

Kommt diese Anweisung von Investor Hasan Ismaik persönlich? Verordnet sich der Münchner Verein auf Anordnung des Jordaniers selbst einen Knebel? Man weiß es nicht. Aber rekapitulieren wir die Fakten.

Eine skurril anmutende Pressekonferenz von Hauptgesellschafter Hasan Ismaik und Präsident Peter Cassalette sorgte in der vergangenen Woche für Schlagzeilen. Die Berichterstattung danach missfiel dem Jordanier dermaßen, dass am Donnerstag zunächst der TSV 1860 selbst eine sogenannte „Klarstellung“ zu den Berichten über die Pressekonferenz veröffentlichte. „In der nachfolgenden Berichterstattung wurden diese Botschaften zum größten Teil unsachlich und irreführend wiedergegeben“, heißt es darin unter anderem. „Diese Darstellung halten wir für sehr bedenklich.“

Am Abend folgten dann Attacken von Ismaik auf jene Journalisten, die über die Löwen berichten: „Ein Wort zu den 1860-Reportern: Ich habe ihnen in den ersten Jahren die Hand gereicht. Doch seit geraumer Zeit attackieren sie mich vor allem deswegen, weil ich nicht mehr mit ihnen spreche. Trotzdem versuchen sie über Mittelsmänner mit mir in Kontakt zu treten.“

Und dann legte der Jordanier so richtig los: „Ich werde diesen charakterlosen Menschen nie mehr ein Interview geben. Sie schreiben, dass ich die 50+1-Regel nicht akzeptieren würde. Das Gegenteil ist der Fall. Es ist ein dreckiges Spiel zwischen Medien und Hintermännern, das ich längst durchschaut habe. Mit ihrer Lügenkampagne bringen die Medien mich jeden Tag noch näher an 1860 als weg davon. Sie versuchen euch über ihre Plattform zu manipulieren und uns Fans in der Stadt, in Bayern und ganz Deutschland lächerlich zu machen. Der TSV 1860 ist zum Spielball von dunklen Interessen geworden.“

„Dreckiges Spiel“, „charakterlose Menschen“ und „Lügenkampagne“. Bislang war man solche Äußerungen nur von „Pegida“-Anhängern gewohnt. Harter Tobak! 

Der Bayerische Journalistenverband (BJV) reagierte umgehend auf die harten Worte des Jordaniers. Auf seiner Twitter-Seite mahnte der Verband die Löwen und deren Investor, bei ihrer Kritik Sachlichkeit walten zu lassen: „Wir appellieren an Hasan Ismaik & die Verantwortlichen des TSV 1860 ihre Medienkritik doch bitte sachlich zu äußern.“

Statt weiterer Medienkritik verordnet der TSV 1860 München nun also einen Medienboykott. Der BJV hat bereits auf seinem Twitter-Account reagiert und fragt nur „Was soll das?“ Eine Antwort auf diese Frage gab es von Seiten der Löwen bislang nicht.  

fro

Mehr zum Thema:

auch interessant

Meistgelesen

Vorrunde für Boenisch beendet
Vorrunde für Boenisch beendet
Eichin offiziell weg - Boykott gestoppt - Bierofka bleibt
Eichin offiziell weg - Boykott gestoppt - Bierofka bleibt
Pereira ist Trainerkandidat bei 1860 - Interesse bestätigt
Pereira ist Trainerkandidat bei 1860 - Interesse bestätigt
Heinrich heute: Alles Englisch bei den Lions im Greenforest Stadium?
Heinrich heute: Alles Englisch bei den Lions im Greenforest Stadium?

Kommentare