Freche Schnauze, großes Herz

Perdedaj: So einer hat den Löwen gefehlt

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„Er heißt ab sofort Paradise“: Rehhagel taufte Perdedaj in Berlin um.

München - Aus der Hertha-Jugend hochgeholt von Lucien Favre, ins kalte Bundesliga-Wasser geworfen von Otto Rehhagel, nach dem Abstieg 2012 abserviert von Jos Luhukay – Fanol Perdedaj (25) hat schon einige prominente Trainer erlebt in seiner Laufbahn als Profi.

Nach Stationen im dänischen Lyngby, in Cottbus und beim FSV Frankfurt will der gebürtige Kosovare, der mit zwei Jahren nach Deutschland kam, nun bei den Löwen die Karrierekurve kriegen. Bis 2019 hat Perdedaj an der Grünwalder Straße unterschrieben. „Jetzt komme ich ins beste Fußballer-Alter“, sagt er. „Mein Traum ist es, wieder ganz oben zu spielen.“

Bei den Löwen haben sie einen wie Perdedaj gesucht. Einen Balldieb für die Sechserposition, der das Spielgerät nicht nur erobern kann, sondern auch die Fähigkeiten für den (vor)letzten Pass mitbringt. „Er ist ein sehr laufstarker und aggressiver Allrounder im Mittelfeld“, sagt Trainer Kosta Runjaic. „Dabei hat er immer den richtigen Blick, um seine Mitspieler perfekt in Szene zu setzen.“

Drei Tore und vier Assists bei 30 Einsätzen lautete Perdedajs Bilanz in der letzten Saison. Den Abstieg des FSV Frankfurt konnte er damit zwar nicht verhindern, doch sein Name stand in den Notizblöcken der Kaderplaner. Perdedaj hörte sich einiges an, wartete ab. Als der Anruf von Thomas Eichin kam, musste er nicht mehr lange überlegen: „Das ist ein super Projekt hier bei 1860. Der Trainer setzt auf offensiven, spielbestimmenden Fußball und die Mannschaft hat fußballerisch eine sehr gute Qualität.“ Zu deren Erhöhung auch Perdedaj beitragen will. „Ich kann nicht nur holzen, sondern auch Fußball spielen“, sagt der Mann mit dem markanten Kinn, der seinem Idol Gennaro Gattuso auch in Sachen Gesichtsbehaarung nacheifert: „Gattuso ist mein Vorbild, seit ich 15 bin“, verrät er und fügt grinsend an: „Fußballerisch habe ich vielleicht einen Tick mehr drauf.“

Freche Berliner Schauze, großes kosovarisches Herz – so charakterisiert sich Perdedaj selbst. Otto Rehhagel war nach dem Bundesliga-Debüt im März 2012 hingerissen: „Er heißt ab sofort Paradise. Und so hat er auch gespielt.“ Bei den Löwen wären sie auch schon mit irdischer Kunst zufrieden. 

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