Panne mit glücklichem Ende

Er musste aufs Klo: Darum konnte Runjaic keine Schützen benennen

München - Nach dem Weiterkommen gegen Würzburg ist die Erleichterung groß bei Sechzig. Vor dem Elfmeterschießen musste sich Kosta Runjaic aber anderweitig Erleichterung verschaffen - mit glücklichen Folgen.

Das war mal eine Not­situation mit gutem Ende. Weil Kosta Runjaic vor dem Elfmeterschießen in Würzburg ­dringend auf die Toilette musste („Ich hatte während des Spiels gefühlt acht ­Liter Wasser getrunken“), konnte der Löwencoach keinen Einfluss auf die Auswahl seiner Schützen nehmen – und es klappte trotzdem. Nur Stojkovic verschoss bei den Löwen, die Würzburger patzten zweimal, der TSV 1860 buchte mit dem 4:3 die nächste Pokalrunde. Jetzt heißt es nachlegen: Am Freitag gegen Aue.

Als „Energieleistung“ bezeichnete Kosta Runjaic die 120 Minuten plus Elfer-Rittern in Würzburg, und nachdem es am Freitag schon weitergeht, hofft er, „dass wir bis dahin alle körperlichen Strapazen, die dieser Abnutzungskampf hervorgerufen hat, weggesteckt haben. Wir müssen sie wegstecken.“ Dass das Fußballerische bei den Löwen am Dienstagabend mal wieder auf der Strecke geblieben ist, räumte Runjaic durchaus ein, „aber was die Intensität und die Kampfbereitschaft betrifft, war das klasse, was wir geboten haben“.

Eine Leistung, auf der man aufbauen kann? Sportchef Thomas Eichin nickte: „Was anderes will ich dazu jetzt gar nicht sagen. Im Pokal geht’s ums Weiterkommen. Egal, ob das jetzt schön aussieht oder nicht.“ Und es gab ja trotzdem ein paar Dinge, an denen man sich erfreuen konnte. „Wir haben zum Beispiel wenig zugelassen hinten“, sagte Eichin. Das war ja in den vergangenen Wochen auch schon mal ganz anders.

Auch der verletzte Stefan Aigner, der zu Hause vor dem Fernseher mitzitterte, wollte an der Art und Weise nicht rummäkeln. „Es war ein typisches Pokalspiel“, sagte der Kapitän gestern, „und es freut mich einfach, dass wir endlich wieder ein Erfolgserlebnis hatten. Und richtig spannend war’s ja auch, mit dem Elfmeterschießen obendrauf.“

Gesangseinlage nach dem Sieg im ­Elferschießen: Mölders & Co.

Zu diesem Krimi hatte sich auch der erst 19-jährige Abwehrmann Felix Uduokhai freiwillig gemeldet – und den Ball, wenn auch mit ein bisschen Glück, versenkt. „Des is a guada Bua“, lobte Aigner den Frischling aus dem eigenen Nachwuchs, „und er hat das super gemacht.“ Wobei Aigner die 120 Minuten zuvor ansprach. „Felix hatte ja bereits nach zehn Minuten die gelbe Karte gesehen, was für einen Abwehrspieler die Sache danach oft schwierig macht. Aber wie souverän er in seinem jungen Alter danach weitergemacht und keinen Zweikampf ausgelassen hat, das war schon bemerkenswert.“ Aigner, der sich sein Comeback für das Heimspiel am 21. November gegen Kaiserslautern vorgenommen hat, glaubt, dass Uduokhai eine große Zukunft vor sich hat: „Ich bin überzeugt, dass er ein sehr guter Erstligaspieler wird.“ Auch Kosta Runjaic hatte viel Lob für Uduokhai übrig. „Er hat nach der gelben Karte taktisch gut und clever gespielt“, hob der Löwencoach hervor, „und sein Talent angedeutet. Dazu übernahm er noch Verantwortung beim Elfmeterschießen.“

Zweimal die fünf! Bilder und Noten zum Elfer-Krimi der Löwen

Die statistischen Werte belegen Uduokhais starke Leistung. 81 Ballaktionen und eine Quote von 77,6 Prozent an angekommenen Pässen – das kann sich sehen lassen.

Einen Wermutstropfen gab’s aber auch. Viktor Andrade hat sich am Knie verletzt, fällt wohl gegen Aue aus. Vor der MRT-Untersuchung am Mittwochnachmittag war der Brasilianer allerdings zuversichtlich: „Ich habe keine Schmerzen mehr und glaube nicht, dass ich lange fehlen werde.“

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