Feuerwerkskörper werden "unterschätzt"

Polizei zieht Fazit zum kleinen Derby

TSV 1860 München II - Trotz einer Spielunterbrechung im kleinen Münchner Derby zieht die Polizei eine positive Bilanz. Nur der erneute Einsatz von Feuerwerkskörpern bereitet Sorgen.

Die Münchner Polizei zeigt sich im Polizeibericht über das kleine Münchner Derby durchaus zufrieden. Insgesamt besuchten am Sonntag 8.960 Fans das Grünwalder-Stadion, in dem der TSV 1860 Heimrecht hatte. Nach Polizei-Angaben kam es rund um das Spiel zu fünf Festnahmen, unter anderem wegen Beleidigung, Vermummung, und dem Zeigen des Hitlergrußes gegenüber einem Beamten.

Vor dem Spiel sei es zu keinen Auffälligkeiten gekommen heißt es in dem Bericht. Die Bayern-Anhänger seien, nach dem Treffen am Rotkreuzplatz, per Sonder U-Bahn nach Giesing befördert worden. Auch bei den Anhängern des TSV, die sich rund um das Grünwalder-Stadion versammelten, gab es nach Polizeiangaben zunächst nichts nennenswertes. Dazu habe auch die frühe Stadionöffnung 1,5 Stunden vor Spielbeginn beigetragen, die die Situation vor dem Spiel wohl entzerrte.

Erst in der zweiten Halbzeit musste die Polizei eingreifen: Bayern-Fans hätten zunächst drei Rauchkörper entzündet, worauf die Löwen-Fans mit Bengalos und Böllern geantwortet hätten. Der Schiedsrichter musste das Fußballspiel sogar kurzzeitig unterbrechen, da die Feuerwerkskörper auch auf das Spielfeld geworfen wurden. Anhänger des TSV hätten in dieser Unterbrechung versucht, über eine Absperrung in Richtung des gegnerischen Fan-Blocks zu gelangen. Die Polizei habe diesen Versuch aber durch den Einsatz eines Schlagstocks und Pfefferspray im Keim erstickt. Im Polizeibericht heißt es dazu: „Der Schlagstock und das Pfefferspray wurden nicht gezielt gegen Personen, sondern lediglich in Richtung des Zaunes eingesetzt. Es wurde niemand verletzt.“

Auch nach dem Spiel konnte die Polizei Auseinandersetzungen zwischen den Fan-Gruppierungen weitestgehend verhindern. Lediglich an der nahen U-Bahn-Station Wettersteinplatz wurden zwei Fans verletzt. Die Polizei habe die streitenden Gruppen jedoch schnell trennen können.

Insgesamt zieht die Polizei nach dem Spiel ein positives Résumé. Es habe keine größeren Vorkommnisse gegeben. Nur der Einsatz der Bengalos, Rauchkörper und Böller bereite den Beamten Sorge. Nach Einschätzung der Polizei werde die Gefahr von Feuerwerkskörpern immer noch „unterschätzt“.

Am Sonntag trennten sich der TSV 1860 II und der FC Bayern München II im Regionalliga-Derby nach 90 Minuten 0:0 unentschieden. Das Spiel im Giesinger Grünwalder-Stadion sorgt traditionell für Berührungspunkte zwischen verfeindeten Fan-Gruppierungen.

Text: Richard Strobl

 

Quelle: fussball-vorort.de

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