Neuaufbau beim TSV 1860

Veh und Heldt? Prominente Kräfte im Gespräch

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Armin Veh (l.) mit Horst Heldt.

München – Der Wunschtrainer der Löwen hat Bedenkzeit bis Sonntag. Sagt er ab, steht Hecking auf der Liste. Auch mit dem angezählten Sportchef Thomas Eichin scheint der Ismaik-Klub nicht länger zu planen.

Scheuklappen auf und los – so geht Daniel Bierofka seine zweite Retter-mission bei den Löwen-Profis an. Wie lange er den Aushilfsjob ausüben darf? „Nicht wichtig für mich“, sagte er vor der Reise zu Tabellenführer Braunschweig: „Es sind Leute dran, die das mit der DFL klären. Nach dem Sonntag sehen wir weiter.“ Auch die Unruhe, die Investor Hasan Ismaik mit seinen Personalrochaden (und Facebook-Posts) geschürt hat, ficht den Nothelfer auf dem Trainerposten nicht an. „Mich persönlich tangiert das überhaupt nicht“, sagte Bierofka: „Ich konzentriere mich aufs Tagesgeschäft. Alles andere können wir eh nicht beeinflussen.“

Frühestens im Winter möchte sich Bierofka, 37, mit den Bossen zusammensetzen, um seine berufliche Zukunft zu besprechen. Zurück zur U 21 ist die eine Option, Co-Trainer bei den Profis die andere. „Ungelegte Eier für mich“, sagt Bierofka. Wichtig für ihn: Der Name des neuen Cheftrainers muss feststehen – vorher würden Gespräche wenig Sinn ergeben.

Mit Armin Veh, 55, seinem Ex-Trainer, dürfte Bierofka kein Problem haben. Auch nicht mit Ex-Löwen-Profi Horst Heldt, 46, auf der Sportchef-Position. Zu hören ist, dass die 1860-Bosse mit Hochdruck daran arbeiten, ihre sportliche Schaltzentrale mit diesen nicht unprominenten Kräften neu zu besetzen.

Als Stuttgart 2007 seinen letzten Meistercoup schaffte, war Bierofka Spieler, Veh Trainer, Heldt Sportvorstand. Eine Mannschaft sorgte damals für Aufsehen, die die Vorsaison auf Platz neun beendet hatte. So eine Erfolgsgeschichte dürfte auch dem ungeduldigen Investor imponieren – was sich an der Eile zeigt, die die Löwen so kurz nach dem Aus für Kosta Runjaic und dem Quasi-Aus für Thomas Eichin an den Tag legen. Bis Sonntag erhält Veh Bedenkzeit – dann soll er sich entschieden haben.

Das Interesse der Löwen an Meistermacher Veh ist seit einiger Zeit bekannt. Neu ist, dass der Augsburger ein sehr konkretes Angebot auf dem Tisch liegen hat: Jahresgehalt im siebenstelligen Bereich, Laufzeit bis 2018. Dazu, auch wenn’s momentan abwegig erscheint: eine Aufstiegsprämie in sechsstelliger Höhe.

Veh will eine Frage geklärt haben

Veh, so hört man, soll anfangs mäßig gezogen haben, inzwischen aber doch recht begeistert sein vom Interesse der Löwen. Problem für ihn: Er wollte vor Sommer 2017 eigentlich nirgends einsteigen. Problem Nummer zwei: Er möchte wissen, wer Sportchef wird. Was den Druck auf die Bosse erhöht, die Personalie Eichin zügig zu klären. Demütigung durch Ismaik, Geschäftsführer-Kompetenzen weg – Eichin kann genüsslich darauf warten, wie viel Geld es Ismaik wert ist, ihn aus seinem bis 2018 datierten Vertrag zu entlassen.

Dass die Löwen auch Heldt auf der Liste haben, dürfte Veh gefallen. Beide galten in Stuttgart als harmonisches Erfolgsteam. Allerdings: Es gab beim VfB auch keinen Geldgeber, der sich in ihre Arbeit eingemischt hätte. Wie berichtet hatte Heldt den Löwen im Sommer abgesagt, weil er eine zu extreme externe Mitsprache fürchtete. Ob er sich beim zweiten Vorstoß aus seiner Wahlheimat München locken lässt? Oder mit Geld, das Ismaik nun allem Anschein nach ziemlich locker sitzt? Interessante Insiderinformation: Sollte Veh absagen, würden die Löwen ihr ihr Glück bei Dieter Hecking versuchen. Der hat in Wolfsburg um die drei Millionen Euro pro Saison verdient.

Bis die Bosse fündig geworden sind, soll Geringverdiener Bierofka das Team wieder flott kriegen – und den Profis ein Stück von seiner Arbeitsauffassung vermitteln. „Eigentlich hätte ich Urlaub gebraucht“, sagte Bierofka, der am Freitag mit der U 21 sein letztes Spiel für dieses Jahr gehabt hätte. Nun fährt er am Sonntag mit den Profis nach Braunschweig (Sonntag bei uns im Live-Ticker) – mit dem Ziel, dort etwas zu reißen. „Wir fahren nicht hin, um die weiße Fahne zu schwenken“, sagte er. Denn: „Auch wir haben Waffen, die den Braunschweigern weh tun können.“

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