Hasan Ismaik vs. Red Bull

RB-Rangnick über Löwen: "1860 hat doch auch einen Investor!"

­Leipzig-Coach Ralf Rangnick
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Leipzig-Coach Ralf Rangnick.

München - Am Sonntag muss der TSV 1860 bei RB Leipzig ran. Vor dem Duell übt RB-Trainer Ralf Rangnick Kritik und spielt auf den Löwen-Investor an. 

Es ist erst wenige Wochen her, da saß Ralf Rangnick in einer Talkrunde bei Sky90  und musste mal wieder das Projekt RB Leipzig verteidigen. Wie immer gegen die Vorwürfe, dass der Klub aus der sächsischen Metropole nur dank der vielen Millionen von Red-Bull-Boss Dietrich Mateschitz drauf und dran ist, innerhalb von nur drei Jahren den Sprung von der Viertklassigkeit in die erste Bundesliga zu schaffen.

Der rund zehn Milliarden Euro schwere Österreicher, dessen Red Bull GmbH 99 Prozent der Anteile an RB Leipzig hält, hat natürlich immens viel dazu beigetragen, dass demnächst nach vielen Jahren wieder ein Klub aus dem Osten in der Bundesliga mitmischt, aber das allein lässt Rangnick, der als Trainer und Sportdirektor die Hauptverantwortung für das fußballerische Gelingen trägt, nicht als Erfolgsgrund gelten. Und fügte als Gegenbeispiel ausgerechnet den Klub an, der am kommenden Sonntag in Leipzig auf den Tabellenführer trifft: den TSV 1860.

„Dort hat man doch auch einen Investor“, sagte Rangnick bei Sky, „der nach eigenen Angaben, wie ich lesen konnte, 40 oder 50 Millionen Euro in den vergangenen Jahren in den Verein gesteckt hat. Trotzdem blieb der sportliche Erfolg aus.“ Ein Fehler im System?

Cassalette: "RB wurde mit anderen Strukuren aufgebaut“

Hasan Ismaik vs. Red Bull – diesen Vergleich lässt 1860-Präsident Peter Cassalette nur zum Teil gelten. „Natürlich ist bei uns in der Vergangenheit einiges schiefgelaufen“, sagte der 62-Jährige. „Aber RB wurde schon mit anderen Strukuren aufgebaut.“

Allein schon, was den finanziellen Einsatz betrifft. Cassalette: „Leipzig holt schnell mal ein Nachwuchstalent für acht Millionen Euro aus der Ersten Liga, diese Möglichkeit haben wir natürlich nicht.“ Gemeint ist Stürmer Davie Selke (21), der im Sommer vergangenen Jahres von Bremen zu RB gewechselt ist.

Dennoch hofft Cassalette, dass bei Hasan Ismaik künftig ein Umdenken stattfindet: „Nämlich, dass er erkennt, dass es nicht allein damit getan ist, bei uns die Löcher zu stopfen. Sondern, dass auch in die Mannschaft investiert werden muss. Ich bin in dieser Hinsicht allerdings guten Mutes. Schließlich gehe ich ja auch bis an die Grenze des Machbaren, um Hasan bei Laune zu halten…“

Geld ist das eine, sinnvolles Management das andere. Beispiel Bobby Wood. Vor knapp eineinhalb Jahren wurde der US-Stürmer von dem doch recht unbedarften Kurzzeittrainer Markus von Ahlen in die U 21 strafversetzt. Wood hatte daraufhin die Nase voll von 1860, landete schließlich bei Union Berlin, wo er mit mittlerweile zwölf Treffern drittbester Torjäger der Liga ist. Cassalette: „Solche Fehler wie mit Wood dürfen uns einfach nicht mehr passieren. Aber ich bin überzeugt davon, dass wir mit Sportchef Oliver Kreuzer inzwischen einen Mann haben, der weiß, wie man eine Saison vernünftig plant.“

Claudius Mayer

Claudius Mayer

E-Mail:Claudius.Mayer@tz.de

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