Trainer geschockt von Trennung

Moniz im tz-Interview: "Wurde knallhart getroffen"

München - Im tz-Interview spricht Ricardo Moniz über den für ihn überraschenden Rauswurf als Löwen-Trainer, der ihn "knallhart getroffen" habe.

Hier lesen Sie das angekündigte ganze Interview mit Ricardo Moniz. Die tz sprach am Donnerstag mit dem Niederländer, und aus seinen Worten war deutlich herauszuhören, wie sehr ihn die frühzeitige Entlassung beim TSV 1860 schmerzt.

Herr Moniz, wie geht es Ihnen denn einen Tag danach?

Moniz: Die Trennung hat mich knallhart getroffen, und daran hat sich auch heute noch nichts geändert.

Als Sie am Mittwochvormittag, also rund fünfzehn Stunden nach der 0:1-Pleite in Sandhausen, zur Grünwalder Straße gefahren sind, haben Sie da befürchtet, dass Sportchef Gerhard Poschner Sie beurlauben könnte?

Moniz: Nein. Überhaupt nicht.

Warum nicht?

Moniz: Weil ich mir nichts vorwerfe. Ich habe alles gegeben. Wir wollten hier von Tag eins an eine Einheit bilden. Und ich habe auch daran geglaubt, dass wir langfristig arbeiten und auf Kontinuität setzen und dass man nicht denken darf, dass das, was wir vorhaben, in vier, fünf, sechs Wochen zu schaffen ist. Ich denke eben mehr in Prozessen. Aber es ist leider so, dass im Fußball manches sehr schnell geht. Das muss ich akzeptieren und einsehen.

Die Punkteausbeute – nur sechs aus sieben Spielen – war natürlich sehr gering…

Moniz: Ich war mir aber sicher, dass wir hier einen guten Lauf hinkriegen, wenn alle Spieler fit sind und wenn vor allem die letzten drei Neuzugänge – also Rama, Angha und Rodri – besser in die Mannschaft integriert sind.

Es wurde immer wieder gemunkelt, dass Sie in Sachen Aufstellung nicht allein entscheiden dürfen. Stimmt das?

Moniz: Gerhard Poschner und ich haben oft über die Aufstellung diskutiert, aber die endgültige Entscheidung habe immer ich getroffen. Wobei ich schon sagen muss, dass in dieser Hinsicht gewisse Sachen neu für mich waren…

Wie geht es jetzt weiter mit Ihnen? Wollen Sie so schnell wie möglich wieder einen Trainerjob übernehmen?

Moniz: Nein, um das, was ich jetzt erlebt habe, anzunehmen, dafür brauche ich Zeit. Ich muss das erst verarbeiten.

Wo?

Moniz: Zu Hause in Holland. Ich werde mir viel Fußball anschauen.

Wie werden Sie Ihre Zeit beim TSV 1860 in Erinnerung behalten?

Moniz: Trotz allem positiv. So sind meine Gedanken einfach.

Interview: tz

Rubriklistenbild: © sampics / Stefan Matzke

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