TSV 1860 München

Runjaic setzt auf die Null

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Zuverlässige Defensivkraft: Felix Uduokhai (l .), 19, bestand seine beiden Nagelproben gegen Würzburg und Aue. Auch Trainer Kosta Runjaic zeigte sich zufrieden. 

München – Der Löwen-Trainer fordert für das Gastspiel in Sandhausen verstärkte Defensivbemühungen. 

Rein statistisch gesehen, sagte Kosta Runjaic, könnte der TSV 1860 sein Gastspiel beim SV Sandhausen mit nur zwei Mann bestreiten: Mit ihm selbst und mit Michael Liendl.

Als Trainer hat Runjaic nämlich noch nie verloren gegen die Kurpfälzer (vier Siege, ein Remis), und Mittelfeldstratege Liendl präsentierte sich in Duellen mit Sandhausen immer besonders treffsicher: in fünf Partien erzielte er viermal ein Tor.

Nun, das kleine Zahlenspiel lässt natürlich keine zwingenden Rückschlüsse auf das bevorstehende Kräftemessen im Hardtwaldstadion zu. Aber es zeigte sich am Freitag bei der Pressekonferenz doch, dass die Stimmung etwas entspannter geworden und selbst Runjaic, sicher keine urtypische Frohnatur, wieder zu Scherzen aufgelegt ist. „Die letzten beiden Ergebnisse haben der Mannschaft gutgetan“, meinte der 1860- Coach, „aber eine Euphoriewelle ist nicht über uns hinweggespült.“ Der Grund: „Wir wissen, dass auch beim 6:2 gegen Aue nicht alles optimal war.“ Womit Runjaic vor allem das Defensivverhalten meinte: „Wir haben wieder einmal Tore kassierte, die bei uns nicht einmal im Training fallen. Aues Chancen haben wir selber eingeleitet.“

Des Trainers Schlussfolgerung für Sandhausen lautet somit: „Wir müssen gemeinsam leidenschaftlich verteidigen. Wenn die Null steht, ist alles andere wesentlich einfacher.“ Ein besonderes Augenmerk legte Runjaic zuletzt auf das Abwehrverhalten bei Standards: „Da war die Grundaggressivität nicht immer hundertprozentig.“

Wer nun gegen Sandhausen vornehmlich für’s Toreverhindern zuständig sein wird, wollte Runjaic noch nicht preisgeben. Immerhin war ihm zu entlocken, dass Neuzugang Sebastian Boenisch erstmals zum Zuge kommen könnte. Nach seiner Verletzung stieg der Linksverteidiger in dieser Woche voll ins Mannschaftstraining ein. „Hinter ihm steht noch ein kleines Fragezeichen“, so der Coach. Wahrscheinlicher ist, dass der zuletzt ebenfalls angeschlagene Maxi Wittek nach seiner Gelbsperre auf die linke Abwehrseite zurückkehrt. Rasche Genesungsfortschritte hat der defensive Mittelfeldkämpfer Fanol Perdedaj gemacht: „Er ist erstaunlich schnell fit geworden“, sagte Runjaic. Seine Blessur auskuriert hat zudem Rodnei. Gut möglich, dass der brasilianische Hüne neben Felix Uduokhai, 19, ins Abwehrzentrum rückt.

Nach den jüngsten Erfolgserlebnissen gegen Würzburg und Aue sieht für die Sechziger die zuvor ziemliche stürmische Fußballwelt jedenfalls ganz offensichtlich wieder etwas freundlicher aus. Grundsätzlich meinte Runjaic: „Wir haben die Qualität, uns immer Chancen herauszuspielen.“ Seine Forderungen für’s Sandhausen-Spiel: „Wir wollen in jedem Fall punkten, das ist unser Ansatz.“

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