Brasilianer immer noch ohne Vertrag

Darum könnte der Ribamar-Transfer doch noch platzen

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Noch immer kein Löwe: Ribamar weilt in München, hat aber keinen Vertrag unterschrieben.

München - Wann unterschreibt Ribamar bei den Löwen? Diese Frage treibt einige Fans um. Möglicherweise platzt der Deal sogar noch. Die Sechzig-Boss haben zumindest keine Eile.

Schon seit Tagen weilt Ribamar in München. Der brasilianische Angreifer soll der Königstransfer des Sommers werden. Über ihn sagt Sechzig-Trainer Kosta Runjaic: "Er ist ein talentierter junger Spieler, der vieles mitbringt. Ich glaube, dass er hier eine sehr gute Plattform hätte und wir die entsprechenden Instrumente haben, um Spieler wie ihn oder Victor Andrade besser zu machen."

Allerdings hat der 19-Jährige vom Rio-Klub Botafogo immer noch keinen Vertrag unterschrieben. Und irgendwie drängt sich der Eindruck auf, dass da zuletzt verdächtig wenig vorangegangen ist. Die Bild will den Grund dafür erfahren haben: Demnach sei beim Medizincheck eine Muskelverletzung festgestellt worden. Nun wollen die Löwen-Bosse verständlicherweise abwarten, ehe sie den Rekordtransfer für geschätzte 2,5 Millionen Euro unter Vertrag nehmen.

Zu der Bild-Meldung passt: Ribamar hat noch nicht einmal mit dem Team trainiert. Runjaic dazu: "Was die Thematik Ribamar angeht, bin ich voll involviert. Wir müssen uns noch ein wenig gedulden. So einen Transfer zu tätigen, ist etwas anderes, als wenn ein Spieler von St. Pauli zu 1860 wechselt."

Rodrigo Costa über Ribamar-Ablöse: "Wahnsinn"

Unterdessen hat Rodrigo Costa, erster brasilianischer Profi überhaupt im Löwentrikot (2002 bis 2006), gegenüber dem Internetportal dieblaue24 die im Raum stehende Ablöse für Ribamar mit gewisser Skepsis beurteilt: "Das ist Wahnsinn. Ich würde niemals so viel Geld ausgeben. Natürlich ist Ribamar noch jung, entwicklungsfähig und auch ein guter Junge. Aber das Risiko ist nicht klein. Victor Andrade beispielsweise ist eine andere Hausnummer." Runjaic skizzierte seinen Wunschstürmer so: "Er sollte beweglich, agil sein und einer, der auch auf die Flügel ausweicht."

Wie auch immer, vorerst muss Runjaic mit dem vorhandenen Personal auskommen. Und da glaubt er, sein Team beim Heimatabend am Samstag im Grünwalder Stadion gegen Borussia Dortmund (17 Uhr) einem aussagekräftigen Härtetest unterziehen zu können: "Das ist unsere erste größere Drucksituation."

Es wird Runjaic' erstes Heimspiel beim TSV 1860, und das gleich vor ausverkauftem Haus. Klar, dass der Löwen-Trainer nur in höchsten Tönen spricht von seiner München-Premiere: "Alle freuen sich auf dieses Spiel." Bereits seit Tagen ist der Test gegen den Vize-Meister mit 12.500 Zuschauern ausverkauft. "Da kommt eine absolute Spitzenmannschaft zu uns“, betonte Runjaic.

Runjaic: "Unser Kader ist noch nicht komplett"

Aus seiner Aufstellung machte der Coach allerdings noch ein Geheimnis. Sie wird erst am Spieltag bekannt gegeben. Was wohl auch damit zu tun hat, dass sich die Elf, mit der die Löwen am 7. August bei der SpVgg Greuther Fürth in die Saison starten werden, bislang höchstens schemenhaft abzeichnet. „Wir sind noch in der Findungsphase“, sagte Runjaic. Der wichtigste Grund dafür ist die Tatsache, dass noch einige Münchner Personalwünsche offen sind. "Unser Kader2, sagte Runjaic, "ist noch nicht komplett." Gut drei Wochen vor Zweitliga-Auftakt ist das nicht unbedingt eine beruhigende Aussage.

Gesucht wird zum Beispiel noch ein Innenverteidiger. Jan Mauersberger, Rodnei und der junge Felix Uduokhai (18) sind alles Linksfüßler, fehlt also noch eine Defensivkraft, die über einen ballsicheren rechten Fuß verfügt. Auch das offensive Mittelfeld könnte optimiert werden. Zudem erklärte Runjaic: "Es ist kein Geheimnis, dass wir in der Offensive noch auf der Suche sind." Unabhängig davon, wie es mit Ribamar weitergeht.

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