A-Junioren des TSV 1860 verlieren 0:5 in Hoffenheim

Satte Watschn für die Löwen-U19 - Tabellenführung futsch

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Ein gebrauchter Tag: Josef Steinberger, Trainer der Löwen-U19, vergräbt das Gesicht in den Händen.

TSV 1860 München (A-Junioren) - Es dauerte einige Minuten, ehe Josef Steinberger die Sprache wiederfand. Seine Mannschaft, und damit meinte er wohl nicht zuletzt auch sich selbst, sei es schlicht „nicht gewohnt, so eine Watschn zu bekommen“.

Mit 0:5 hatten die A-Junioren des TSV 1860 und ihr erfolgsverwöhnter Trainer soeben das Gipfeltreffen mit der TSG Hoffenheim verloren. Das musste erst einmal verarbeitet werden. „Wir sind jetzt nicht mehr Tabellenführer“, bilanzierte der 43-jährige Löwen-Coach nach seiner höchsten Niederlage in 109 Spielen als B- und A-Junioren-Trainer des TSV 1860, „aber sonst ist ja nichts passiert“.

In der Tat, die Teilnahme an der Endrunde um die Deutsche Meisterschaft hatten die Junglöwen bereits zuvor in der Tasche. Genau wie Hoffenheim. So ging es am Samstag vor allem um die Süddeutsche Meisterschaft und darum, im Halbfinale Topfavorit Borussia Dortmund aus dem Weg zu gehen und bei Erreichen des Endspiels Heimrecht genießen zu dürfen. Die Ausgangslage sprach dabei eindeutig für den 1860-Nachwuchs. Drei Punkte Vorsprung und das um acht Treffer bessere Torverhältnis wies die Steinberger-Elf zwei Runden vor Schluss auf. Selbst bei einer Niederlage mit drei Toren Differenz also wären die Münchner als Tabellenführer in den letzten Spieltag gegangen. Doch schon nach dem ersten Abschnitt war dieses Polster aufgebraucht, die Kraichgauer führten mit 3:0 (19., 34., 38.). „Wir sind zu keinem Zeitpunkt ins Spiel gekommen“, haderte Steinberger anschließend, „das sah ein bisschen aus wie das Kaninchen vor der Schlange“. Insbesondere Hoffenheims überragenden U-17-Nationalspieler Dennis Geiger bekamen die Junglöwen nie in den Griff. Zwei Treffer erzielte der 17-Jährige selbst, zwei weitere bereitete er vor.

So stand Steinberger in der Halbzeit vor dem Dilemma, entweder das Ergebnis abzusichen, um wenigstens die Tabellenführung zu wahren, oder doch noch zu versuchen, die Partie zu drehen. Die Antwort sei ihm leicht gefallen, berichtete er. „Es wäre eh nicht unser Spiel, sich hinten rein zu stellen, das wäre angesichts der Hoffenheimer Qualität auch nicht gut gegangen“. Das Aufbäumen nach Wiederanpfiff aber sollte wenig Ertrag bringen, mit dem 0:4 war die Tabellenführung dahin (74.) und mit dem Treffer zum Endstand (77.) die Vorführung endlich überstanden. „So eine Watschn kann auch hilfreich sein“, glaubt der niederbayerische Trainer des 1860-Nachwuchses, „wenn du die ganze Zeit gesagt kriegst, wie toll du bist, dann ist das nicht ungefährlich“. Er könne „nicht in die Köpfe der Spieler reinschauen“, so Steinberger, „der ein oder andere hat sich aber vielleicht ein bisschen einlullen lassen“.

Die heftige Pleite könne deshalb bestenfalls sogar einen positiven Effekt bewirken, wie Steinberger hofft. „Wer jetzt noch nicht kapiert hat, dass wir in der Endrunde nur dann eine Chance haben, wenn wir an unsere Grenzen gehen“, fordert er komplette Fokussierung auf das große Ziel ein, „die entscheidende Frage ist doch: Wie gehe ich jetzt mit dieser Watschn um“. Druck verspüre er selbst keinen, wie der 1860-Caoch beteuert, auch seinem Team rät er dies, „wir haben doch nichts zu verlieren, was jetzt noch kommt, ist nur das Sahnehäubchen“.

Am kommenden Samstag geht es nun zunächst um den Titel in der Südstaffel. Während die Junglöwen beim akut abstiegsgefährdeten FC Ingolstadt gastieren, hat Hoffenheim den SC Freiburg zu Gast, für den es nur noch um die Ehre geht. Falls die punktgleichen Meisterschaftsaspiranten beide gewinnen, müsste der Sieg der Münchner um drei Tore höher ausfallen als jener der Hoffenheimer, damit sich der TSV 1860 doch noch als Südmeister qualifiziert. Nur drei Tage später, am 10. Mai, steht bereits das Halbfinal-Hinspiel in der Endrunde auf dem Programm. Der Schock vom Samstag jedenfalls sollte bis dahin verarbeitet sein.

Text: Matthias Horner

Quelle: fussball-vorort.de

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