Wolfgang Schellenberg stellt die Junglöwen vor

Das sind die nächsten Durchstarter beim TSV 1860

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Florian Neuhaus (li.), Felix Uduokhai und Moritz Heinrich (r.) sind drei hoffnungsvolle Talente der Löwen.

München - Überragende Talente gab es bei den Löwen schon einige. 1860-Sportchef Oliver Kreuzber hält jetzt vier Hochbegabten aus Wolfgang Schellenbergs Talentschmiede die Tür zu den Profis auf. Doch Achtung, die Konkurrenz hat bereits ihrer Fühler ausgestreckt.

Michael Liendl fand in Franck Ribery seinen Meister. Liendls Fernschusskracher in Duisburg kam beim ARD-Publikum nicht ganz so gut an wie Franck Riberys Seitfallzieher gegen Frankfurt, doch die Löwen haben bereits den nächsten potenziellen „Torschützen des Monats“ in ihren Reihen. Sein Name: Florian Neuhaus, 19. Seine Bewerbung: ein Kunstschuss vom Mittelkreis ins Tor der Dortmunder U 19. Die Eingebung dazu kam dem Mittelfeldtalent im Halbfinal-Hinspiel um die Deutsche Meisterschaft. Das Video, das den Geniestreich zeigt, wurde bei youtube inzwischen mehr als 5000 Mal geklickt.

Dass Neuhaus für seinen enthemmten Jubel die Gelb-Rote Karte sah und im Rückspiel fehlte (wo 1860 prompt ausschied) – ärgerlich, aber nicht mehr zu ändern. Der junge Kauferinger kann sich damit trösten, dass er sich bundesweit einen Namen gemacht hat – und schon den nächsten Karriereschritt vor sich hat. Zusammen mit drei anderen Junglöwen soll er zu den Profis aufsteigen. Die Formel von Sportchef Oliver Kreuzers für den Zweitliga-Kader 2016/2017 geht so: „18 richtig gute Feldspieler, drei Torhüter, vier Talente.“ Moritz Heinrich, Felix Uduokhai (beide 18) und Nicholas Helmbrecht (21) komplettieren das Quartett. Wolfgang Schellenberg, Leiter des preisgekrönten Nachwuchsleistungszentrums (NLZ), stellt die nächsten vier Junglöwen vor, die Julian Weigl und Co. nacheifern.

Moritz Heinrich

Das Sturmtalent stieß 2004 vom TSV Neubiberg zur U 8 der Löwen. Mit 19 Treffern wurde Heinrich Torschützenkönig der zurückliegenden Saison der U 19-Bundesliga (zusammen mit dem Hoffenheimer Meris Skenderovic), tagsüber absolviert er eine Ausbildung bei der Stadtsparkasse. „Moritz ist Rechtsfuß, ist aber meistens über links gekommen“, berichtet Schellenberg: „Er ist sehr schnell, zielstrebig in seinen Aktionen und unberechenbar, da er auch mit seinem linken Fuß was kann.“ Was ihn laut seinem Mentor besonders auszeichnet: „Sein Zug zum Tor, sein Mut zum Eins-gegen-Eins, auch sein Näschen, wo man wann hingehen muss.“ Sein Fehlen im DM-Halbfinale wegen einer Schleimbeutelentzündung tat 1860 weh.

Die U 21 könnte Heinrich überspringen. Trifft er bald für das Zweitligateam? „Er hat schon länger einen Profivertrag vorliegen“, verrät Kreuzer, „aber er zögert noch.“ Längst sind natürlich auch Topklubs auf das Sturmtalent aufmerksam geworden.

Felix Uduokhai

Defensivmann, seit der U 12 bei 1860, kommt aus Aue, seine Eltern (Mutter aus Sachsen, Vater Nigerianer) siedelten damals nach München um. „Felix hat auch schon Linksaußen gespielt, aber es hat sich herauskristallisiert, dass seine Zukunft wohl in der Innenverteidigung oder auf der Sechs liegen wird“, sagt Schellenberg, dem vor allem die körperliche Seite des 1,91-m-Hünen imponiert: „Er ist unwahrscheinlich kopfballstark und präsent in den Zweikämpfen. Von der Athletik her ist er sensationell, er kann aber auch Fußball spielen, ist technisch ordentlich ausgebildet. Bei der U 21 hat man gesehen, dass er schon sehr nah dran ist am Herrenbereich.“ Er und Heinrich sind U 19-Nationalspieler, beide durften im Winter erstmals am Trainingslager des Zweitligateams in Estepona teilnehmen (unter Benno Möhlmann). Im Gegensatz zu Heinrich hat Uduokhai bereits einen Profivertrag unterschrieben, gültig bis 2019.

Nicholas Helmbrecht

Außenbahnspieler, Rechtsfuß, kam vor der Saison von 1860 Rosenheim; sportlich ausgebildet wurde er in der Jugend der SpVgg Unterhaching. „Schnelligkeit ist sein herausragendes Merkmal“, sagt Schellenberg: „Er hat diese Zielstrebigkeit, dass er aus hohem Tempo Druck entwickeln und gefährliche Situationen kreieren kann.“ Mit dem Abi in der Tasche kann es sich der 21 Jahre alten Münchner auch leisten, sich in die Vereinsarbeit einzubringen. Das machte er in der zurückliegende Saison als Co-Trainer der U 15.

Florian Neuhaus

Hängende Spitze, seit der U 11 bei 1860, gekommen vom VfL Kaufering. Neuhaus lernt Bürokaufmann im NLZ, sportlich stach er in der Rückrunde heraus, nachdem er zu Saisonbeginn angeschlagen war. Schellenberg schwärmt vor allem von der Technik des 19-Jährigen, der 50-Meter-Kunstschuss sei kein Zufall gewesen: „Diese genialen Momente hat man halt – oder man hat sie nicht.“ Den Durchbruch traut er aber allen vier Junglöwen zu: „Sie sind klar im Kopf und wissen genau, wo sie hinwollen.“ Ju Weigl und Co. lassen grüßen.

Quelle: fussball-vorort.de

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