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Aigner: Verlorener Sohn kehrt zu 1860 München zurück

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Stefan Aigner mit kleinen Löwen-Fans (Archivbild).

München - Ribamar unterschreibt bis 2021 beim TSV 1860 München. Stefan Aigner soll folgen. Ein verlorener Sohn kehrt zu den Löwen zurück.

Ein Schwung Bierbänke war bereits abgeladen worden, dazu eine dieser mobilen Toiletten, ansonsten deutete am Freitag noch nicht viel darauf hin, dass beim TSV 1860 in Kürze eine große Party steigen soll. Durch den Aushub für die neue Turnhalle ist der Platz eh beengter als sonst, doch das wird die Fans kaum abhalten. In Scharen werden sie am Sonntag zum Vereinsgelände pilgern – erst recht seit sich abzeichnet, dass ein verlorener Sohn unmittelbar vor seiner Rückkehr steht. Exil-Hesse Stefan Aigner, darauf deutet inzwischen alles hin, soll im Rahmen des großen Fanfestes (ab 11 Uhr) dem weißblauen Anhang präsentiert werden.

Transfer von Stefan Aigner zum TSV 1860 München steht nicht mehr viel im Wege

Aigner trainierte zwar am Freitag noch im Trikot von Eintracht Frankfurt, doch Verantwortliche beider Klubs machten deutlich, dass dem Transfer nicht mehr viel im Wege steht. „Mir ist die Anfrage bekannt. Ich weiß auch, dass Stefan Aigner gerne zu 1860 wechseln möchte. Dementsprechend prüfen wir das“, sagte Eintracht-Sportchef Bruno Hübner gegenüber Merkur.de. „Ich hab mit ihm (Aigner) vor einiger Zeit telefoniert“, berichtete 1860-Trainer Kosta Runjaic: „Sportlich ist im Prinzip alles geklärt. Alles andere ist nicht mein Aufgabengebiet.“

Zum Aufgabengebiet des Wieners zählt aktuell neben ausgedehnten Trainingseinheiten das tägliche Vorstellen eines Neuzugangs. Im Pressestüberl geben sich alte und junge Hoffnungsträger die Klinke in die Hand, stets begleitet von Runjaic, der sonst gar nicht so gerne mit den Medien spricht. Am Donnerstag nahm Runjaic neben Ivica Olic (36) Platz, bald wird er dort Aigner (28) die Hand reichen – und am Freitag tauchte ein junger Brasilianer an der Seite des Trainers auf. Lucas Ribamar (19) sein korrekter Name. Ein Spieler, der schon Phantom-Status hatte – weil sein Name zwar täglich durch die Zeitungen geisterte, er selber aber untätig in einem Schwabinger Hotel saß. Stets darauf hoffend, dass seinem Wechsel vom Garrincha-Klub Botafogo FR nichts mehr in die Quere kommt.

Ribamar: "Ich danke Gott, dass dieser Moment gekommen ist"

Vertrag bis 2021, Ablösesumme unbekannt, aber dem Vernehmen nach siebenstellig (mit einer 2 vorne) – das sind die ambitionierten Eckdaten, die diesen Transfer so quälend in die Länge zogen. „Ich danke Gott, dass dieser Moment gekommen ist“, ließ Ribamar übersetzen: „Es gab schwierige Verhandlungen zwischen dem alten und dem neuen Verein . . .“ Weiter kam er nicht – denn bereits an dieser Stelle fiel Runjaic dem Stürmer ins Wort.

„Das muss der Spieler nicht beantworten“, sagte der Trainer und gab stattdessen seine Sichtweise kund. Ablösesummen seien unwichtig, meinte Runjaic, ebenso die Frage, wer letztlich diesen Transfer in die Wege geleitet habe. Wichtig sei vielmehr, dass Hasan Ismaik so großzügig war, dem Verein einen Spieler zu finanzieren, den offenbar viele für ein Versprechen halten. „Er ist ein Vollblutstürmer“, sagte Runjaic, „und ich denke, Stürmer werden weltweit gesucht. Wir werden viel mit ihm arbeiten und hoffen, dass er für uns demnächst viele Tore schießen wird.“

Ein Tor in zwölf Spielen für Botafogo hat Ribamar vorzuweisen, aber schon die Vertragslaufzeit von fünf Jahren legt nahe, dass die Löwen das Talent vom Zuckerhut behutsam aufbauen wollen. Für den Saisonstart in Fürth kommt er nicht in Frage. Startet er durch, soll es aber nicht zum Nachteil für alle Beteiligten sein. Runjaic deutete an, „dass wir über diesen Weg versuchen, vielleicht einen Mehrwert für den Verein zu schaffen“. Ob der Vertrag Klauseln enthält, wie viel bei einem Weiterverkauf für 1860 hängen bliebe – all das könnte Thomas Eichin eines Tages erklären. Offiziell tritt der zuletzt dauerabsente Sportchef ja erst am 1. August seinen Dienst an, praktischerweise am Tag nach dem Fanfest.

Fürs Erste wird Eichin übrigens auch als Geschäftsführer fungieren. Nicht ganz unerwartet müssen Markus Rejek und Noor Basha ihre Posten im 3. Stock räumen. Marketingexperte Raed Gerges, einst für Red Bull im Mittleren Osten tätig, soll Eichin unterstützen – als „ehrenamtlicher Delegierter“ von Hasan Ismaik, wie es heißt.

Vormerken, Löwen-Fans! Wir übertragen das Testspiel des TSV 1860 gegen den SC Freiburg am Samstag im Live-Stream.

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