Mit Aigner, mit Optimismus

Zum Geburtstag: Süße Grüße für Ismaik und Cassalette

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Süße Grüße: Geldgeber Hasan Ismaik und Präsident Peter Cassalette haben Geburtstag – und die Belegschaft gratuliert. Von links: Jan Mauersberger, Trainer Kosta Runjaic, Cassalette selber und Stefan Aigner. „Happy Birthday, Hasan“ (wird am Samstag 40) und „Happy Birthday, Peter“ (wird am Sonntag 63) steht auf den Konditorei-Erzeugnissen.

München - Trainer Runjaic glaubt, die richtigen Lehren aus dem verpatzten Start in Fürth gezogen zu haben. In das Heimspiel gegen Bielefeld geht er mit frischem Schwung – und wohl auch mit Kapitän Aigner, der im Abschlusstraining am Samstag zurückerwartet wird.

Bekanntlich ist beim TSV 1860 in diesem Sommer kaum ein Stein auf dem anderen geblieben. Der Trainer ist neu, der Sportchef, ein Großteil der Mannschaft – und auch „SECHZIG“, das Stadionheft, kommt nach einem Lifting etwas ungewohnt daher. Das Format ist kleiner, das Papier dünner, der Duktus regionaler. Das „Buidl der Woche“ erinnert an das Fanfest Ende Juli, auf Seite 20 („Des bin i“) wird Torwart Jan Zimmermann vorgestellt und einem Bairisch-Test unterzogen („Host mi?“). Geblieben ist das Vorwort auf Seite 3, in dem es traditionell darum geht, enttäuschte Fans zu beruhigen, Fehlentwicklungen zu erklären und Erwartungen zurecht zu schrumpfen.

So auch dieses Mal. Vor dem Heimauftakt gegen Bielefeld kommt Peter Cassalette zu Wort – einer der wenigen, die schon da waren, als die Löwen im Mai ihr letztes, für die Rettung entscheidendes Heimspiel bestritten (1:0 gegen Paderborn). „Die Saison wird nicht in einem Spiel entschieden“, floskelt der Präsident: „Wir sprechen von einem Projekt, das sich entwickeln muss. Wir werden uns Schritt für Schritt verbessern, nicht über Nacht.“ Verbunden mit dem Zusatz, er könne den Anpfiff kaum erwarten und sei überdies ein „gnadenloser Optimist“.

„Ich glaub’, dass es gehen wird am Sonntag“

Eine positive Grundeinstellung kann auch nicht schaden, wenn man im Stadionheft ein paar Seiten weiterblättert. Die Tabelle mit seiner trüben Momentaufnahme finden Fans auf Seite 14 (Rubrik: „So schaugt’s aus“). Darunter ist ein Foto von Kapitän Stefan Aigner zu sehen, um dessen Gesundheit sich seit Donnerstagabend nicht nur Pessimisten sorgen.

Beim Flankentraining hatte Aigner einen stechenden Schmerz in seinem Allerwertesten verspürt. Sofort brach er das Training ab, sorgte für bange Schlagzeilen in den Onlinemedien – und am Freitag zumindest für eine Teil-Entwarnung. „Ich glaub’, dass es gehen wird am Sonntag“, sagte der Lädierte, als er einigermaßen geschmeidig vom Parkplatz zum Kabinentrakt schlenderte. Eine MRT-Untersuchung des Aignerschen Gesäßmuskels sei unauffällig gewesen, meldete der Verein. Und auch Kosta Runjaic verlieh seiner Hoffnung Ausdruck, dass Aigner im für die Stimmung wichtigen Heimspiel mitwirken kann. „Ich denke, dass es nicht so schlimm ist“, sagte der Trainer: „Wir sind guten Mutes, dass Aiges beim Abschlusstraining am Samstag wieder zum Team stoßen kann.“ Ein größeres Fragezeichen steht hinter Goran Sukalo (Kapseleinriss). Jan Mauersberger, der am Donnerstag ebenfalls mit dem Training aussetzte (die Wade), steht mit einiger Sicherheit zur Verfügung.

In der Liga geht's anspruchsvoll weiter

Runjaic betonte am Freitag, dass Trainerstab und Team ihre Lehren aus dem verpatzten Auftritt in Fürth gezogen haben. „Positiv ist: Die Fehler, die zu den Fürther Großchancen geführt haben, lassen sich relativ leicht korrigieren.“ Kompaktheit bei ruhenden Bällen, lautet die Zauberformel. Darüber hinaus fordert Runjaic engagiertes Teamwork ein: „Wenn man sich keine Vorteile erspielen kann, dann muss man sie auf jeden Fall erkämpfen oder erarbeiten. Das ist unser Ansatz für Sonntag.“ Und auch das betonte er: „Wir haben gute Solisten, aber wir müssen noch viel miteinander üben, damit es am Ende ein eingespieltes Ensemble wird.“

Das Problem dabei ist, dass die Zeit, die vom Trainer bis zum Präsidenten alle einfordern, ein rares Gut ist. Nach dem Spiel gegen Bielefeld steht das Pokalspiel gegen Karlsruhe an (Samstag, 20. August, 18.30 Uhr) – und in diesem Tempo geht es weiter. Nur die Länderspielpause Anfang September könnte den Rahmen für grundlegende Basisarbeit mit den vielen Neuzugängen bieten. Anspruchsvoll geht es in der Liga weiter – „auswärts, Oida“, wie es im Stadionheft heißt. Es geht erst nach Karlsruhe, dann nach Nürnberg. Es ist den Löwen zu wünschen, dass es danach in der Tabelle etwas besser „ausschaugt“.

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