Neuer Sportchef der Löwen

Darum hieß Thomas Eichin in Bremen nur der "Entscheider"

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Freut sich auf seine neue Aufgabe: Thomas Eichin wird Sportchef bei 1860 München.

München - Thomas Eichin ist der neue starke Mann bei Sechzig. Der Ex-Profi kommt mit vielen Vorschusslorbeeren. Denn in Bremen ist er keineswegs an seiner Kompetenz gescheitert.

In Bremen nannten sie ihn den "Entscheider". Weil Thomas Eichin auch nicht vor heiklen Maßnahmen zurückschreckte. Und das auch nach nur kurzer Amtszeit. Wie zum Beispiel die Trennung von Trainer Thomas Schaaf im Sommer 2013. Nach insgesamt 41 Dienstjahren bei Werder, davon 14 als Cheftrainer in der Bundesliga. Gut, beim TSV 1860 wird Eichin nie in die Verlegenheit kommen, einen Trainer nach 14 Jahren feuern zu müssen, da sind es in der Regel eher Monate.

Seit Donnerstag jedenfalls ist es auch von Vereinsseite her Fakt: Thomas Eichin hat beim TSV 1860 einen Vertrag als Sportchef bis 2019 unterschrieben und löst den am Mittwoch freigestellten Oliver Kreuzer ab. Damit ist Eichin der vierte Sportchef an der Grünwalder Straße innerhalb der vergangenen elf Monate. Das Wort Verschleiß darf man da ungestraft verwenden.

Eichin, der am Montag seine erste Pressekonferenz bei den Löwen abhalten wird, ließ über den Verein zunächst Folgendes verlautbaren: "Ich freue mich auf meine neue Aufgabe bei Sechzig. Ich glaube an dieses Projekt und bin überzeugt davon, dass wir es gemeinsam mit allen Verantwortlichen schaffen, diesen Traditionsverein zurück in die Erfolgsspur zu bringen."

Bilder: Die Trainer des TSV 1860 seit 1992

Eichin will "zeitnah weitere Transfers verwirklichen"

Dazu muss aber noch gewaltig am Kader gearbeitet werden. Und Hasan Ismaik für die finanziellen Voraussetzungen sorgen. Nachdem Eichin Wunschkandidat des Investors war, sollte es daran nicht scheitern. "Die Kaderplanung läuft auf Hochtouren", sagte der neue Sportchef. "Mit Kosta Runjaic bin ich im intensiven Austausch und führe viele Gespräche, um möglichst zeitnah weitere Transfers zu verwirklichen."

In Bremen gelang ihm das recht gut: Jannik Vestergaard holte Eichin für zwei Millionen aus Hoffenheim, für zwölf Millionen wechselte der Däne kürzlich nach Gladbach. Franco Di Santo kam 2013 ablösefrei aus Wigan, ging zwei Jahre später für 6,5 Millionen zu Schalke. Mit Nachwuchsspieler Davie Selke schloss Eichin einen Profivertrag, der eine festgeschriebene Ablöse von acht Millionen Euro beinhaltete. RB Leipzig zahlte die Summe im Sommer 2015.

"Entscheider" Eichin senkte während seiner gut dreijährigen Tätigkeit auch den Gehaltsetat der Profis von 45 auf 30 Millionen Euro. Er hat dem Verein "die Bilanz gerettet", so ein Werder-Insider. Trotzdem war der gebürtige Freiburger nicht sonderlich gelitten an der Weser. Zugang zur sogenannten Werder-Familie fand er nie so richtig, andererseits tat sich der ein oder andere Aufsichtsrat schwer damit, dass Eichin immer mehr zum "Gesicht von Werder Bremen" wurde. Am Ende scheiterte Eichin an der Trainerfrage. Er wollte am Saisonende die Trennung von Viktor Skripnik, die Werder-Familie nicht. Eichin musste gehen.

cm

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