Wer ist fit, wer passt zu wem?

Aufstellung: Qual der Wahl für Runjaic

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Alles und jeder steht auf dem Prüfstand: Das Löwen-Team (hier v.l.: Degenek, Mauersberger, Claasen, Matmour) wird am Sonntag ein anderes Gesicht haben – und ganz sicher auch nicht in Gelb auflaufen.

München - Nur fünf 1860-Profis sind für das Heimspiel gegen Bielefeld gesetzt: Zimmermann bleibt im Tor, der Rest ist offen. Runjaic hat die Qual der Wahl.

Die Lage beim TSV 1860: Nach der Auftaktpleite in Fürth (0:1) fühlt es sich an wie Mitte November – passend zum trüben Wetter. In der Tabelle stehen die Sechziger gleich wieder dort, wo sie in den letzten zwei Jahren zu Hause waren – auf einem der hinteren Plätze. Das drückt aufs Gemüt.

Trainer Kosta Runjaic nahm den verpatzten Start zum Anlass, in einem langen Monolog auf die Komplexität seiner Mission hinzuweisen: Viele Spieler, viele Befindlichkeiten, unprofessionelle Strukturen. Und auch der Präsident ließ sich schon wieder vom berüchtigten Löwen-Blues anstecken. „Irritiert“ zeigte sich Peter Cassalette durch die zweite Halbzeit von Fürth. Er leitet daraus die Befürchtung ab, dass auch die Klubkasse unter dem schlappen Auftritt leiden wird. „Gegen Bielefeld am Sonntag kommen jetzt 15 000 Zuschauer weniger“, klagte er – vermutlich nicht zu Unrecht.

Löwen glauben an knapp 30.000 Fans

Die treuen Fans, die am Tag vor Mariä Himmelfahrt erwartet werden – der Verein rechnet mit 25 bis 28 000 – sollen dafür ein anderes, ein besseres Gesicht der neuen Löwen zu sehen bekommen. Sehr wahrscheinlich werden sie auch eine Startelf erleben, die nicht mehr viel mit jener von Fürth zu tun hat. Nur fünf Spieler dürfen sicher davon ausgehen, bei der Heimpremiere am Sonntag von Beginn an dabei zu sein. Gar nur einer hat die Garantie, dass er zum zweiten Mal hintereinander auf der identischen Position eingesetzt wird: Torhüter Jan Zimmermann.

Weder ist gesichert, dass Runjaic sein 4-2-3-1-System beibehalten wird, noch hat er bisher geäußert, wie er Lieblingsgegner Bielefeld (keine 1860-Niederlage in Liga zwei) taktisch beikommen will – stürmisch oder eher defensiv.

Anzunehmen ist aber, dass es in einigen Mannschaftsteilen wie auf dem Verschiebebahnhof zugehen wird. Maxi Wittek, zuletzt gesperrt, wird seinen angestammten Platz hinten links einnehmen. Filip Stojkovic, in Fürth Witteks Vertreter, rückt rüber nach rechts, wo er seine Stärken hat. Ivica Olic ließ via Bild-Zeitung verlauten, dass er seinen Einsatz im linken Mittelfeld als einmaligen Hilfsdienst verstanden hat. „Diese Außenposition ist nichts für mich“, stellte er klar: „In Zukunft wird mein Platz sicherlich in der Zentrale sein.“ Rückkehrer Stefan Aigner schließlich, in Fürth hängende Spitze, könnte nach rechts rotieren, wo er stets am wirkungsvollsten war. Allerdings brach der Kapitän gestern das Training ab: Muskuläre Beschwerden im Gesäßbereich.

Streichkandidaten gibt es zuhauf

Streichkandidaten? Gibt es naturgemäß zuhauf. Angefangen bei der wackligen Innenverteidigung bis hin zu Stefan Mugosa, der bei seinem einzigen Sturmlauf in Fürth wie vom Blitz getroffen umgefallen ist. Hoffen dürfen, wie berichtet: Liendl und Uduokhai, aber auch Andrade, Bülow, Aycicek. Sechs Fragezeichen schweben über der Startelf, aber so ist das nun mal, wenn eine Auftaktpleite so belastend wirkt, dass selbst das seriöse Fachblatt kicker titelt: 1860? „Schon unter Druck.“

Die beste Nachricht in dieser Löwen-Woche kam zweifellos aus Bremen und betraf Sportchef Thomas Eichin, einen reuigen Temposünder, der zuletzt Wochen ohne Führerschein unterwegs war, dafür mit erheblichem Bauchgrimmen. Eichin gab zu, einigen „Bammel“ vor der sog. „medizinisch-psychologischen Untersuchung“ gehabt zu haben, doch zumindest was diese Sorge angeht, ist die Zeit der schlaflosen Nächte jetzt vorbei. Die im Volksmund „Depperltest“ genannte Befragung hat der Ex-Bremer auf Anhieb bestanden, damit die im Volksmund „Lappen“ genannte Fahrberechtigung zurückerhalten. Künftig kann Eichin wieder mit dem Auto jene „60 bis 70 000 Kilometer“ abspulen, die der Beruf des Managers nach eigener Auskunft jährlich erfordert.

Dass er künftig auch noch mal beim Bremer Offensivmann Lazlo Kleinheisler (22, EM-Teilnehmer für Ungarn) vorbeikurven wird, bestritt er. Wahrscheinlicher ist, dass ihn die nächsten Spritztouren zu Erstligisten im In- und Ausland führen werden. Dorthin, wo taugliche Innenverteidiger auf der Ersatzbank sitzen.

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