Erstes Heimspiel

Löwen-Sieg: "Nach dem Wie fragt morgen keiner mehr"

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Stefan Aigner auf dem Weg in die Fankurve.

München - Bis zum 13. Spieltag mussten die Löwen in der vergangenen Saison warten, ehe ihnen in der Nachspielzeit gegen den MSV Duisburg der erste Zweitliga-Sieg gelang. Diesmal ging's schneller.

Im Vergleich zu dieser epischen Durststrecke ging’s heuer fast schon blitzartig: erstes Heimspiel, erster Dreier, 1:0 gegen Bielefeld. „Ich bin froh, dass jetzt keiner mehr fragen wird, wann denn endlich der erste Sieg kommt“, meinte Michael Liendl am Sonntag nach dem Auslaufen. „Alleine deswegen sind wir schon glücklich.“

Viel mehr gibt es freilich auch nicht, worüber sich die Blauen und ihre Anhängerschaft ernsthaft freuen könnten. Der Sieg gegen die lange Zeit mutlosen Ostwestfalen resultierte weder aus der spielerischen Überlegenheit, noch ließ er sich durch ein Chancenplus rechtfertigen. Bielefeld hätte in der 29. Minute nach einem Ballverlust von Michael Liendl in Führung gehen können, ja müssen, doch Tomasz Holota brachte die Kugel ungedeckt aus kurzer Distanz nicht im Kasten der Löwen unter.

Liendl: "Dann wäre ich der Depp gewesen"

„Dann wäre ich der Depp gewesen“, sagte Liendl. So rettete Stefan Aigner den Löwen durch seinen Treffer nach einem Aussetzer von Bielefelds Linksverteidiger Florian Hartherz nicht nur das verlängerte Wochenende, sondern auch den Saisonstart. „Die Tabelle ist zwar noch nicht aussagekräftig“, sagte Aigner. „Aber wenigstens liegen wir jetzt im Mittelfeld und stehen nicht nach dem zweiten Spieltag schon untendrin. Nach dem Wie des Sieges fragt morgen keiner mehr.“

Viel mehr öffentliche Freude über seinen ersten Treffer nach der Rückkehr ließ sich Aigner nicht entlocken. Mit der Familie sei er am Abend noch beim Essen gewesen, das war’s. Den Urschrei hatte „Aiges“ ohnehin schon im Stadion losgelassen. Nach dem Außenristschuss durch die Beine von Keeper Wolfgang Hesl rannte der Fanliebling direkt in die Nordkurve zum gemeinsamen Adrenalinbad: „Das war der kürzeste Weg.“

Ein etwas längerer Weg ins Glück dürfte es für die Löwen werden. Auch im 4-1-4-1-System mit Liendl als Ballverteiler und Ivica Olic in der öffentlich eingeforderten Sturmzentrale blieb Torgefährlichkeit ein Fremdwort. Daniel Adlung und Karim Matmour fielen fast ausschließlich durch Fehler auf, die Defensive präsentierte sich konteranfällig. Gegen den Karlsruher SC im DFB-Pokal am kommenden Samstag (18.30 Uhr) dürfte mit dieser Leistung nicht viel zu erben sein.

Entspannung an der weiß-blauen Debattenfront

Immerhin, und das war wohl das Wichtigste am 1:0-Sieg, herrscht nun einstweilen Entspannung an der weiß-blauen Debattenfront. „Es war wichtig, damit das Trainerteam an den Dingen jetzt in Ruhe weiterarbeiten kann“, sagte Sport-Geschäftsführer Thomas Eichin. „Wenn du noch nicht im Spielrhythmus bist, ist es schwer. Für mich war es aber ein Fortschritt im Vergleich zu Fürth. Ich habe gespürt, dass wir ein bisschen mehr Mut in unserem Spiel hatten, um das Ding hinzubekommen.“

Arbeit gibt es reichlich: für den Trainer – und für Eichin selbst, der noch einen Innenverteidiger verpflichten will. Zuletzt kursierten Gerüchte um den Schweizer Philippe Senderos (31, ablösefrei) und den St. Paulianer Sören Gonther (29), der nach tz-Informationen eine Ablöse im unteren sechsstelligen Bereich kosten würde. Zwei Wochen bleiben Eichin noch. Das Transferfenster schließt am 31. August.

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