Ex-Coach ist gespannt, wer bei den Löwen übernimmt

Peter Pacult: „Werde keine Bewerbung abgeben“

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Ex-Löwen-Coach Peter Pacult

München - Peter Pacult weiß, wie es geht mit dem Aufstieg in Liga 1. 1994 war er Torschütze und Aufstiegsheld. Am Wochenende spielen zwei seiner Ex-Vereine gegeneinander. So sieht er die Lage.

Er war Spieler und Trainer beim TSV 1860, hat als Aufstiegsheld und Torschütze von Meppen ’94 längst den Status einer Klublegende inne. Und auch bei Dynamo Dresden lieferte Peter Pacult (57) in seinen beiden Amtszeiten gute Arbeit ab. In der Relegation 2013 gegen den VfL Osnabrück retteten sich die Sachsen unter der Regie des Wieners vor dem Abstieg.

Am Samstag um 13 Uhr treffen Pacults Ex-Vereine in der Fröttmaninger Arena aufeinander. Über 30.000 Karten sind bereits verkauft. Und die Voraussetzungen könnten unterschiedlicher nicht sein. Während Aufsteiger Dresden als Tabellen-Siebter mit drei Siegen aus den jüngsten vier Spielen „auf einer riesigen Euphoriewelle“ (Pacult) nach München reitet, herrscht bei 1860 mal wieder sportliche Tristesse. In den letzten zehn Punktspielen gelang nur ein Sieg (das wenig souveräne 6:2 gegen Aue), die Leistungen danach gegen Sandhausen, Kaiserslautern und Braunschweig waren nicht zweitligatauglich. „Und jetzt ist der Zirkus wieder da, den man bei Sechzig leider kennt“, sagt Pacult im Gespräch mit der tz. „Die Außendarstellung ist schon sehr wild im Moment.“

Problematische Kaderzusammenstellung

Woran es liegt, dass die Löwen auch in der dritten Saison in Folge im unteren Tabellendrittel festhängen? Pacult sieht die Gründe in der problematischen Kaderzusammenstellung und in der fehlenden defensiven Stabilität, die nach dem 0:2 gegen Hannover Ende September in einen Abwärtsstrudel aus Verunsicherung und individuellen Fehlern mündete. „Der Daniel (Bierofka) hat eine sehr schwierige Aufgabe jetzt bis zum Winterpause“, sagt Pacult über seinen ehemaligen Spieler. „Die Mannschaft hat nach den ganzen Negativerlebnissen kein Selbstvertrauen. Und gegen Dresden, Bochum und Heidenheim, da kannst du am Ende auch ganz ohne Punkt dastehen.“

Trotzdem will Pacult das Wort „Abstiegsgefahr“ zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht in den Mund nehmen. „Es ist eine heikle Situation“, sagt er. „Man darf da nichts beschönigen. Aber die Saison dauert noch lange genug. Und in der Wintervorbereitung ist genügend Zeit, um die Mannschaft hinzubekommen. Ich sehe ausreichend Qualität, um am Ende im gesicherten Mittelfeld zu landen.“

Wer wird Trainer?

Fragt sich nur, mit welchem Trainer. Laut Ismaik müsse der neue Mann „1860 verstehen, den Klub, die Mannschaft und vor allem die Fans“. Ob die Löwen bei Pacult schon vorgefühlt haben? „Nein“, sagt der ehemalige Torjäger, der Rapid Wien 2008 zur Meisterschaft coachte. „Und ich werde ganz sicher keine Bewerbung abgeben. Ich bin gespannt, wer’s macht.“

Armin Veh, der Wunschkandidat Nummer 1 hat bereits abgesagt, Roberto di Matteo, jüngst auf Schalke und bei Aston Villa gescheitert, sowie Avram Grant (noch bis Jahresende Nationaltrainer Ghanas), sollen kein ernsthaftes Thema sein. Und nach tz-Informationen wird auch der gerüchteweise gehandelte Peter Nowak nicht zurück an die Grünwalder Straße kommen. Der ehemalige Mittelfeld-Star, als Trainer von Lechia Danzig auf Meisterkurs in Polen, liebäugelt zwar mit einem Engagement in Deutschland, die Löwen sollen Nowak allerdings gleich mehrere Nummern zu wild sein.

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