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Ismaik verspricht Fans: „50 Millionen für 1860“

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Von: Ludwig Krammer

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München - Hasan Ismaik hat höchstpersönlich bei zwei Weihnachtsfeiern der Löwen-Fans vorbei geschaut - und dabei große Investitionen versprochen.

Viele Gäste der „Ilmtal Löwen“-Weihnachtsfeier wollten sich schon auf den Heimweg machen, als gegen 22.15 Uhr das Telefon im Straßhof klingelte. Mutaz Sabbagh, Hasan Ismaiks Dolmetscher, war dran – und ließ mitteilen, dass der Finanzier nach seinem soeben beendeten Besuch bei den Holledauer Löwen in Rudelzhausen nun auch noch im zwischen Pfaffenhofen und Schweitenkirchen gelegenen Hotelgasthof vorbeischauen werde. Eine halbe Stunde später stand Ismaik zusammen mit Geschäftsführer Anthony Power tatsächlich auf der Matte. Und ein Großteil der rund 80 Fans blickte drein, als sei der Heilige Abend soeben um eine Woche vorverlegt worden.

Die frohe Botschaft des blauen Christkindls ließ nicht lange auf sich warten. Nach dem einleitenden Mea Culpa, es seien in der Vergangenheit viele Fehler bei 1860 gemacht worden, auch von seiner Person, leitete Ismaik schnell auf Gegenwart und Zukunft über. Erstere sei mit 16 Punkten aus 17 Spielen inakzeptabel, es könne nicht der Anspruch der Löwen sein, dass ihre erste Mannschaft zum dritten Mal in Folge in der Abstiegsregion überwintere. Als Konsequenz werde nun „aufgeräumt“ und weiter investiert.

50 Millionen Euro sollen vorwiegend in neue Spieler investiert werden

Wie viel? Er habe in der vergangenen Woche 50 Millionen Euro genehmigt, verkündete Ismaik im Straßhof. Vorwiegend in neue Spieler werde das Geld fließen, ein Teil sei für strukturelle Maßnahmen gedacht. Überhaupt, die Strukturen! Die seien bei 1860 laut Ismaik nicht wie bei einem deutschen Zweitligisten, sondern erinnerten ihn eher an einen „bulgarischen Drittligisten“! Durchaus spannend angesichts der Tatsache, dass Ismaiks ordnende Hand bereits seit fünf Jahren über den Löwen schwebt – und im Halbjahrestakt beherzt zupackt.

50 Millionen Euro Neuinvestitionen also. Wer das Geld auf wessen Geheiß für welche Spieler wird ausgeben dürfen, das sind die (strukturell) interessanten Fragen an der Grünwalder Straße. Trainer Vitor Pereira hat seine ersten Wünsche intern bereits geäußert, Berater Kia Joorabchian dürfte bei der Akquise keine unwesentliche Rolle spielen – ebenso Ian Ayre (FC Liverpool), der ab der kommenden Saison als Geschäftsführer übernehmen soll. Welche Rolle Kaderplaner Peer Jaeckel noch spielen wird, ist unklar, eine Neubesetzung des Sportdirektoren-Postens unwahrscheinlich. Am Samstag sagte Ismaik auf Nachfrage eines Fans, dass die Position nicht mehr neu bekleidet werde.

Alles neu also in Giesing, die Verzweiflung der letzten Wochen wird 1860-typisch bald frischer Hoffnung weichen. „Viel schlimmer“, sagte ein Teilnehmer der Weihnachtsfeier, „kann’s bei uns eh nimmer werden.“ Sicher sei nach den Eindrücken vom Samstagabend nur eines: „Hinschmeißen und den Laden verkaufen tut der so schnell nicht.“

Ludwig Krammer

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