Runder Geburtstag des Ex-Löwen

"Icke" Häßler wird 50: Ein Leben zwischen EM und Bezirksliga

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Thomas "Icke" Hässler bei einem Benefizspiel für Olaf Bodden. 

München - Thomas Häßler feiert am Montag seinen 50. Geburtstag. Der Weltmeister von 1990 kann sich derzeit über mangelnde Beschäftigung nicht beklagen.

Es läuft wieder im Leben von Thomas Häßler. Nach einer Zeit ohne Job und Herausforderung hat der frühere Welt- und Europameister eine ganze Menge zu tun. Zunächst als Experte bei der EM in Frankreich, dann als Trainer des Berliner Bezirksligisten Club Italia. Der große Trubel ist aber weiterhin nicht das Ding von "Icke", seinen 50. Geburtstag am Montag (30. Mai) genießt er in trauter Zweisamkeit.

"Ich bin nicht der Freund großer Partys. Ich gehe zum Geburtstag lieber mit meiner Frau essen, da habe ich mehr von", sagte der 101-malige Nationalspieler. Für seinen neuen Job als Coach beim Berliner Achtligisten Club Italia ist der einstige Super-Dribbler nach Jahren der Wanderschaft in seine Heimatstadt Berlin zurückgekehrt und fühlt sich dort an der Seite seiner zweiten Frau Anke pudelwohl.

Bevor sein neuer Job in den unteren Gefilden des Amateurfußballs richtig beginnt, muss sich der Jubilar noch einmal mit dem großen Fußball beschäftigen. Bei der EURO in Frankreich ist der einstige Mittelfeldspieler als Experte für TV- und Radiosender im Einsatz und hechelt von einem Termin zum nächsten. Seine Einschätzungen und Analysen sind nach wie vor gefragt.

Häßler selbst spielte zwei EM-Runden. 1992 in Schweden war der nur 1,66 m große Edel-Techniker der geniale Spielmacher, der das DFB-Team ins Finale (0:2 gegen Dänemark) führte. Zum Lohn belegte er bei der Wahl zum Weltfußballer des Jahres Rang drei - hinter Marco van Basten (Niederlande) und Christo Stojtschkow (Bulgarien).

Vier Jahre später lief Häßler während des Turniers in England seiner Form hinterher, wurde aber von der Mannschaft um Kapitän Jürgen Klinsmann und Libero Matthias Sammer mitgezogen. Am Ende stand der Titel. Sein wichtigstes Tor erzielte der Spielgestalter am 15. November 1989 zum 2:1-Sieg in der WM-Qualifikation gegen Wales. Dieser Sieg ebnete der deutschen Nationalmannschaft den Weg zur WM-Endrunde in Italien und schließlich zum WM-Triumph.

In den letzten Tagen vor dem Start der EM in Frankreich widmet sich der frühere Profi (1. FC Köln, Juventus Turin, AS Rom, Karlsruher SC, Borussia Dortmund, 1860 München) seiner Aufgabe als Trainer des Club Italia. "Derzeit kümmere ich mich um die Kaderzusammenstellung", verriet Häßler. Der Chefcoach betreibt das neue Amt genauso professionell wie ein Bundesliga-Trainer und setzt eine ähnliche Einstellung bei seinen Schützlingen voraus, auch wenn diese nur Freizeit-Kicker sind. "Ich bin Professionalität gewöhnt, und ich erwarte auch von meinen Spielern, dass sie nur noch Fußball denken und leben", sagte "Icke" bei seiner Vorstellung in einem Berliner Autohaus.

Für Häßler war es nur wichtig, dass er wieder einen Job hat. In der Zeit zuvor hatte er über Monate zu Hause "die Wände angestarrt". Ihm ging es nicht so gut: "Wichtig für mich ist, dass ich auf dem Platz stehe, und dass ich endlich wieder etwas tun kann."

Auch die Auftritte in diversen TV-Shows wie "Ewige Helden" auf VOX oder "Let's dance" bei RTL sorgten nur für kurze Zerstreuung. Richtig glücklich wurde Häßler auf der Showbühne nie. Jetzt dreht sich beruflich alles wieder um Fußball, und Häßler ist glücklich und ehrgeizig: "Wir wollen so schnell wie möglich in der 3. Liga spielen", sagte der Trainer über seine Ziele mit dem Club Italia und hat sich für nie nächsten Jahre einiges vorgenommen.

sid

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