Paralympics-Siegerin als Zugpferd

Behindertensport: Cassalette richtet die Löwen neu aus

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Der 1860-Präsident und sein Zugpferd: Peter Cassalette und Paralympics-Siegerin Birgit Kober.

München - Eine Behindertensportabteilung bei den Löwen soll noch im September mit einem prominenten Gründungsmitglied installiert werden. Die selbst auferlegte To-Do-Liste von Präsident Peter Cassalette wird damit kleiner. Abgearbeitet ist sie noch lange nicht.

Noch am vergangenen Wochenende bejubelte Birgit Kober in Rio de Janeiro ihre dritte paralympische Medaille und einen "echten Gänsehaut-Moment". Nun soll sie dafür sorgen, dass die Neugründung einer Behindertenabteilung bei den Löwen gleich einen richtigen Schub bekommt.

Denn Ekkehardt Krebs, der Geschäftsstellenleiter des TSV 1860 München e.V., sagte unserer Onlineredaktion: "Wir brauchen sie als unser Zugpferd. Sie soll die Sportler anziehen. Gerade die Leichtathletikabteilung wird ein Schwerpunkt des neuen Konzepts werden." Dort arbeitet Kober schon seit geraumer Zeit mit. Weitere Aushängeschilder sollen zwei Schirmherren aus der Politik werden. Krebs: "Ganz bekannte Persönlichkeiten." 

Um wen es sich dabei handelt, wird aber erst am 29. September verraten. Dann versammelt sich der TSV um 19 Uhr im Vereinsheim des FC Perlach zur Gründungsversammlung. "Der Beschluss ist längst gefasst, zur Gründung werden 25 Mitglieder benötigt. Über 20 hat der Verein bereits beisammen", sagt Krebs.

Kober ist das bisher bekannteste Gesicht darunter. Sobald die Anzahl erreicht ist, kann alles ganz schnell gehen. Auch, weil das Vorstandsteam bereits feststeht: Für den Vorsitz will sich Oskar Dernitzky aufstellen lassen, sein Stellvertreter soll Herbert Grillenbeck werden. Den Posten des Schriftführers und Kassenwarts übernimmt voraussichtlich Ramon Pryssok in Personalunion.

"Ein Rädchen griff ins andere. Bei uns sind viele behinderte Menschen aktiv am Vereinsleben beteiligt", sagt Krebs. "Zuerst ging es um die Blindenfußballer, dann diskutierte der Verwaltungsrat. Wir haben viele engagierte Leute, die das möglich machen", erklärt Krebs. Der Schwung der jüngst zu Ende gegangenen Paralympics soll mitgenommen werden. Dafür laufen die Planungen, welche Abteilungen eröffnet werden, auf Hochtouren. Denn Sinn machen nur die, für welche sich auch Sportler finden. 

So wie beim Fußball: Hier ist der TSV bereits zum Start der neuen Saison in den Behindertensport eingestiegen. Die Blindenfußballer treten in der Bundesliga gemeinsam mit dem VSV Würzburg als Spielgemeinschaft in der Blindenfußball-Bundesliga an. Noch läuft es nicht rund. Nach acht Partien liegt die Spielgemeinschaft mit vier Zählern auf dem letzten Tabellenplatz. Doch schon dieses Projekt machten die Personen möglich, die sich nun in den Vorstand wählen lassen wollen: Dernitzky, Grillenbeck und Spielertrainer Pryssok.

Hallenabriss Auenstraße: "Da ist schon Druck auf dem Kessel"

Eine Behindertensport-Abteilung passt in den Plan des Präsidenten. Peter Cassalette hatte bei seinem Amtsantritt erklärt, nicht nur den Fußballern dienen zu wollen, sondern ein Präsident für den Gesamtverein zu sein. "Das ist nur ein Baustein um den e.V. zu stärken. Auf Cassalettes To-Do-Liste stehen viele andere Abteilungen", klärt Krebs auf. Sehr weit oben findet man dabei die Suche einer neuen Halle für die Boxer, Ringer, den Rollsport und das Kinderturnen. 2018 soll deren bisherige Trainingsheimat, die Halle an der Auenstraße, abgerissen werden. 

Die angespannte Hallensituation in der Stadt München könnte sogar dazu führen, dass die Boxer etwa in die Säbener Straße ziehen müssen. "Da würden wir bestimmt mit offenen Armen aufgenommen werden", meint Krebs scherzhaft angesichts des in selbiger Straße ansässigen FC Bayern.

Doch es könnte tatsächlich so kommen. Eine neue Halle dürfte den Löwen zu teuer sein und 900 Sportler müssen einen Platz finden. Krebs fürchtet: "Sonst müssten wir wohl die Abteilungen schließen. Da ist schon Druck auf dem Kessel." Wohl wahr.

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mke

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