Beim BVB blüht er auf

Ex-Löwe Weigl: Vom Kurzzeit-Kapitän zum gefragten Spielmacher

Julian Weigl, Borussia Dortmund, Spielmacher, TSV 1860 München
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Julian Weigl lenkt die Geschicke im Dortmunder Mittelfeld.

München - Im vergangenen Jahr noch in der 2. Bundesliga. Nun trumpft Ex-Löwe Julian Weigl bei Borussia Dortmund groß auf und hat inzwischen sogar internationales Interesse geweckt.

Julian Weigl hat im vergangenen halben Jahr eine bemerkenswerte Entwicklung genommen. Im Juni wäre der in Bad Aibling geborene 20-Jährige mit den Münchner Löwen beinahe in die 3. Bundesliga abgestiegen. Dann kam der Transfer zu Borussia Dortmund für 2,5 Millionen Euro bei einem damaligen Marktwert von zwei Millionen.

In der laufenden Saison zählt Julian Weigl bei Borussia Dortmund zum absoluten Leistungsträger und stand in nahezu allen Spielen von Beginn an auf dem Platz. Bis auf die Partien gegen Augsburg (5:1) wo Weigl nur eingewechselt wurde und Wolfsburg (1:2), wo er aufgrund eines Infekts fehlte war der Ex-Löwe bei BVB-Coach Thomas Tuchel gesetzt. War Weigl vor der Saison eher als Perspektivspieler verpflichtet worden avancierte er durch gute Leistungen ab dem ersten Spieltag zum Senkrechtstarter. "Ich denke das ist eine meiner guten Eigenschaften, mich schnell an das Tempo gewöhnen zu können", so Weigl in einem Interview im Kicker.

Nicht verwunderlich, dass seine Leistungen sich auch auf den Marktwert auswirken. Laut transfermarkt.de beträgt dieser aktuell sieben Millionen Euro. Damit dürfte die Grenze allerdings lange noch nicht erreicht sein, wenn die Leistungen von Julian Weigl auch in der Rückrunde weiter auf dem bisherigen Niveau bleiben.

Nationalmannschaft (noch) kein Thema

Mit der starken Leistung aus der Hinrunde ist Julian Weigl wohl irgendwann auch ein Thema für Bundestrainer Joachim Löw sein. Stress macht sich der 2o-Jährige jedoch nicht: "Früher habe ich mir über solche Dinge einen Kopf gemacht, nun ist das kein Thema mehr. Mit dem Kopf bin ich bei der U21, da steht Olympia auf dem Programm. Darauf schiele ich." Abgeneigt wäre er jedoch nicht wenn der Anruf von Joachim Löw kommen sollte: "Ich würde schon rangehen", lacht Weigl.

In der aktuellen Saison gelang es Weigl in Spiel gegen die Frankfurter Eintracht sogar einen Rekord über die meisten Ballkontakte aufzustellen. Er überbot damit Bayerns Xabi Alonso. Über den Begriff Passmaschine kann Weigl jedoch nur schmunzeln: "Ich finde es irgendwie witzig. Meine Freunde schicken mit auch regelmäßig Screenshots von solchen aussagen. Aber davon kann ich mir nichts kaufen." In der Gesamtstatistik der Ballkontakte liegt Julian Weigl nach der Hinrunde mit 104,3 Kontakten/90 Minuten auf Platz vier hinter Xabi Alonso (124,1), Rafinha (111,9) vom FC Bayern München und Teamkollege Ilkay Gündogan (110).

Tuchel der Erklärer

Eine Person ist zu nennen, wenn es um den rapiden Aufstieg von Julian Weigl geht - BVB-Coach Thomas Tuchel. Er erklärte Weigl vor der Saison genau, was er von ihm auf der Sechserposition erwarte und wie er diese zu spielen habe. Weigl horchte genau hin und erfüllte die Erwartungen seines Coach prompt und wurde zum Stammspieler.

Gute Leistungen wecken Interesse

Seine Leistungen beim Deutschen Meister von 2011 und 2012 in der Bundesliga und Europa League blieben auch bei anderen Vereinen nicht unbeobachtet, doch Weigl steht zum Ruhrpott-Club: „Ich habe echt nicht vor, Borussia zu verlassen. Das ist für mich kein Thema“, erklärte er jüngst. Auch einer Offerte des englischen Spitzenclubs Manchester City verpasste Weigl nun eine Absage.

In der Bundesliga steht Weigl mit dem BVB, nach der Hinrunde auf Platz zwei und ist damit Bayern-Verfolger Nummer eins. Zudem steht er mit Borussia Dortmund in der Europa League in der Runde der letzten 32, wo es Borussia Dortmund mit dem FC Porto zu tun bekommt und im DFB-Pokal-Viertelfinale wo der BVB am Dienstag, 9. Februar zum VfB Stuttgart muss.

mko

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