Noch drei Spiele

Bierofkas Rechnung: So klappt's mit Platz 15

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Sieg zum Einstand: Daniel Bierofka.

München - Daniel Bierofka zeigte sich zufrieden mit der Leistung seines Teams, vor allem charakterlich. Jetzt geht's gegen seinen Ex-Coach Ewald Lienen, den er auch gleich verwirren könnte.

An das Ergebnis des Vaters kam er zum Trainereinstand beim TSV 1860 nicht ganz ran. Mit 7:0 gewann Willi Bierofka im Sommer 1988 sein erstes Spiel als Chefcoach der Löwen – in der drittklassigen Bayernliga gegen den 1. FC Amberg. Sohnemann Daniel, der damals als Neunjähriger zum ersten Mal im Stadion an der Grünwalder Straße ein Spiel der Löwen live erlebte, ließ es am Sonntag gegen Eintracht Braunschweig mit einem 1:0 gut sein. Dafür war der Stressfaktor für ihn um einiges höher. Abstiegskampf pur! Die Einblicke, die Daniel Bierofka am Montag in seine Gefühlswelt gab, sprechen Bände. Eine „Erlösung“ sei es gewesen, später am Abend habe es „eine Zeit lang gedauert, bis ich wieder runtergekommen bin“, andererseits sei es ja auch „ein Pflichtsieg“ gewesen.

Den er von der Mannschaft vorher gefordert hatte. Alles, was er den zuletzt reichlich harmlosen Löwen mitgegeben habe, sei umgesetzt worden. Bierofka: „Was den Charakter betrifft, haben die Spieler meine Erwartungen zu hundert Prozent bestätigt.“ Und er nannte als Beleg die Reaktion der Braunschweiger: „Die waren schon überrascht, wie wir gleich draufgegangen sind. Wir wollten sie zu Fehlern zwingen. Und wenn du, wie wir, von drei Zweikämpfen zwei gewinnst, dann weiß man Bescheid.“

Auch Meisterlöwe Fredi Heiß, der am Freitag noch in der tz einen flammenden Apell an die Mannschaft gerichtet hatte („Zerreißt euch!“), war mit dem Auftritt einverstanden. „Das war ein anderes Engagement als in den Spielen zuvor, im Rahmen ihrer Möglichkeiten hat die Mannschaft das Beste gegeben“, lobte Heiß. „Und wenn das in den restlichen drei Partien so bleibt, dann ziehe ich den Hut. Die Mannschaft muss doch gemerkt haben, wie viel Spaß es macht, wenn man ein Spiel gewinnt…“

Zwei Siege müssten es noch sein, und zwar gegen die Abstiegskonkurrenz aus Paderborn und Frankfurt – wenn es nach Bierofka geht. „Holen wir da zwei Dreier, dann reicht es zum Drinbleiben“, glaubt er. Erstmal allerdings geht es am Freitag zum FC St. Pauli. „Natürlich wollen wir da auch punkten“, sagt er, „mit dem müssen ist es allerdings immer so eine Sache.“ Dass er unter Paulis Coach Ewald Lienen eine Saison lang trainiert und gespielt habe und dessen Kniffe kennen würde, darauf gibt der 37-Jährige nichts: „Das ist keine Hilfe, Trainer ändern sich in sechs, sieben Jahren ja auch.“

Überraschen will er seinen Ex-Coach schon. Und dass am Sonntag drei verschiedene Interpretationen gehandelt wurden, was sein Spielsystem betrifft, konnte Bierofka nur recht sein: „Wenn das für Außenstehende nicht richtig zu erkennen war, dann ist das sehr gut…“ Zum Geschäft gehört für den Löwencoach auch, dass Spieler nicht einverstanden damit sind, zunächst auf der Bank zu sitzen. Wie Michael Liendl, der an immerhin zwölf der 14 Rückrundentore beteiligt war, auch gegen Braunschweig die Vorlage zum Siegtreffer lieferte und danach recht frustriert dreinschaute. Bierofka: „Ich habe Michael erklärt, warum er nicht spielt, und es liegt an ihm, ob er es akzeptiert.“

cm

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