Investor sieht Löwen-Niederlage

Darum kam Ismaik erst nach 66 Minuten

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Hasan Ismaik (l.) in der Allianz Arena.

München - Hasan Ismaik traf mit deutlicher Verspätung beim Spiel TSV 1860 gegen Union Berlin ein - und der Investor sah eine unglückliche Niederlage.

Ende der kleinen Erfolgsserie: Enttäuschte Gesichter bei Michael Liendl (l.) und Daniel Adlung. Foto: m.i.s.

Vor dem Anpfiff setzte ein feiner Nieselregen über Fröttmaning ein – das Ende des schönen Spätsommers. Doch das bisschen Wasser von oben war nichts gegen das, was sich in London ereignet haben muss. Ein Unwetter in Südengland verhinderte lange den Abflug von Hasan Ismaik nach München. Der Investor des TSV 1860 traf erst mit 66-minütiger Verspätung auf der Vip-Tribüne der Allianz Arena ein. Eine packende Schlussphase sah er dort zwar noch, aber nicht den ersehnten Sieg gegen Union Berlin, der den Sprung auf Platz drei zur Folge gehabt hätte. Von dort grüßen jetzt die Eisernen aus Berlin, und Michael Liendl kommentierte die 1:2-Heimpleite mit spürbarem Frust in der Stimme. „Wir haben nicht gegen Union verloren, sondern gegen uns selber“, spielte der Steirer auf zwei folgenschwere Abwehrpatzer an: „Beide Gegentore haben wir heute selber geschossen.“

Lob von allen Seiten, dieses süße Gift, schien die am Montag noch so energischen Löwen schläfrig gemacht zu haben. Von der kollektiven Kampfkraft, die die Münchner beim 2:1-Sieg in Nürnberg ausgezeichnet hatte, war anfangs wenig zu sehen, und auch die spielerischen Fortschritte, die Kosta Runjaic zuletzt erkannt hatte, blieben über weite Strecke verborgen. Bereits zur Halbzeit lagen die Löwen mit 1:2 hinten, und das völlig zurecht. Zwei haarsträubende Aussetzer, zwei Dämpfer für die einsetzende Euphorie um den als Sechster ins Spiel gegangenen TSV.

Vor dem 0:1 hatte sich Fanol Perdedaj im Zweikampf düpieren lassen – Jan Zimmermann konnte einen Schuss von Kenny Prince Redondo noch abwehren, war aber machtlos gegen den Abstauber von Steven Skrzybski. Das 1:2 kurz vor der Pause hat Milos Degenek auf dem Gewissen. Der australische Nationalspieler spielte einen schlampigen Rückpass, Redondo ging dazwischen und schob den Ball ins Netz. Bitter vor allem deshalb, weil die desorientierten Löwen überraschend früh zum Ausgleich gekommen waren. Daniel Adlung hatte in der 25. Minute einen Freistoß in die Mauer geknallt, zwei Unionern sprang der Ball an die Hand. Dafür gab es vom Schiedsrichter Gelb (für Leistner) und Elfmeter, den Liendl gewohnt sicher verwandelte.

In der Pause machte die Meldung die Runde, dass Ismaik inzwischen losgeflogen sei, und wie im Büro, wenn der Chef naht, machte sich plötzlich Arbeitseifer breit im Team der Löwen. Der eingewechselte Levent Aycicek wirbelte über links (anstelle des blassen Daylon Claasen), Maximilian Wittek ließ mit einem kernigen Schuss den Pfosten erzittern, und Sascha Mölders ackerte für zwei. Ein Zuspiel von Sturmpartner Ivica Olic verpasste er knapp (anders als in Nürnberg), einmal strich eine Direktabnahme am Pfosten vorbei (80.). Dafür holte er einen Platzverweis raus, indem er Fabian Schönheim mit seiner wuchtigen Präsenz zu einem Foul nötigte. Wie immer in den letzten drei Spielen bestritten die Löwen die Schlussphase in Überzahl. Allein: Das 2:2, das inzwischen mehr als verdient gewesen wäre, es wollte nicht fallen.

Als Ismaik Mitte der zweiten Hälfte eintraf, sah er zwar verbissen anrennende Löwen (und über Quaner konternde Berliner), aber die Erfolgsserie, die das Runjaic-Team begonnen hatte, riss jäh. Sprung auf einen Sonnenplatz in der Tabelle verpasst, den Fans die Vorfreude auf die erste Wiesn-Mass vergällt. Positiv ist nur, dass die Löwen nicht lange warten müssen, um eine neue Serie zu starten. Bereits am Donnerstag geht es nach St. Pauli, Sonntag ist das Wiesn-Heimspiel gegen Hannover. Nach den Eindrücken der zweiten Halbzeit ist das nächste Hoch womöglich nur eine Frage der Zeit.

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Kommentare

Änriggoo, der Sachse
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Im Oberrang sitzen doch tatsächlich 3 Hansel,Respekt :))))

Suhler LöwenAntwort
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Er hat gestern aber mit seinen schwachen Freistoß das Tor eingeleitet

Gossudar
(0)(0)

Hallo TZ ist es wirklich nötig unseren Fehlpasskönig auf jeden Bild zu sehen?
Die meisten Fans sind schon bedient wenn Sie diesen Stolperer in der Aufstellung sehen.
Denken Sie die Kommentare gegen Adlung sind einfach aus den Fingern gesogen oder haben die Fans eventuell mehr Sachverstand als Claudius und der Trainer.