„Müssen die 2. Liga annehmen“

Eichin lobt Runjaic - und stellt Forderungen

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Die Löwen erzielten sechs Tore.

München - Auf die Acht-Tore-Armut in den ersten zehn Saisonspielen lassen die Münchner „Löwen“ einen Sechserpack gegen Aue folgen. Alles gut? Nein, sagt der Sportchef. Der Trainer findet die „richtige Mischung“.

Auf so ein Torfestival mussten sie beim TSV 1860 München jahrelang warten. Ein 6:2 wie gegen Erzgebirge Aue war den Löwen zuletzt 2007 beim FC Augsburg gelungen. Die Fans feierten, die Spieler jubelten - und was machte Sportchef Thomas Eichin am Freitagabend nach dem höchsten Erfolg des Fußball-Zweitligisten überhaupt in der ungeliebten Allianz Arena? Er mahnte und warnte.

„Ich will eines verhindern, dass jetzt Karnevalsstimmung aufkommt“, sagte Eichin, der die in vielen Phasen fehlende Souveränität gerade auch in Überzahl kritisch ansprach: „Wir wissen um unsere Probleme und woran wir arbeiten müssen, damit wir stabiler werden.“

Trainer Kosta Runjaic vergaß ebenfalls den Faktor Glück nicht, den sein Team unter anderem beim unberechtigten Handelfmeter zum 3:1 und der Roten Karte von Aues Sebastian Hertner kurz vor der Pause hatte. Und ihm missfiel ebenfalls die fehlende Stabilität und Abgeklärtheit nach der frühen 2:0-Führung und dem späteren 4:1. Aber „in Summe“ war der Coach zufrieden, besonders damit, „dass wir sechs Tore schießen“.

Acht Treffer hatten die „Löwen“ zuvor in zehn Partien zustande gebracht. Am 11. Spieltag sorgten Levent Aycicek, Michael Liendl (je zwei), Sascha Mölders und Daniel Adlung gleich für ein halbes Dutzend. „Wir haben Aue hergespielt, nur nicht über 90 Minuten“, kommentierte der bärenstarke Doppeltorschütze Aycicek.

„Wir sind noch nicht da, wo wir hinwollen“

Eichin sprach von einem „Pflichtsieg“ nach zuvor vier Niederlagen. „Es war vieles gut, aber wir sind noch nicht da, wo wir hinwollen“, sagte Liendl. Der Österreicher zeigte dem Trainer seine Qualitäten. „Es war nicht ganz so leicht wegzustecken, zweimal nicht im Kader zu stehen“, gestand Liendl. Runjaic bescheinigte dem Spielmacher eine gute Leistung. „Er hat seinen Beitrag geleistet“, lobte Runjaic.

„Es war eine gute Woche für uns“, resümierte Rückkehrer Liendl. Der Pokalerfolg in Würzburg sei „ganz wichtig für den Kopf“ gewesen, berichtete Aycicek. Und Runjaic hatte gegen Aue ein glückliches Händchen bei der Personalauswahl von Aycicek über Liendl bis hin zu Ivica Olic, der nach seiner Wett-Sperre zurückkehrte und ebenso wie Torschütze Mölders eine feine Offensivleistung zeigte. „Kosta hat die richtige Mischung gefunden“, lobte Eichin Coach Runjaic.

Eichins Forderung: „Wir müssen die 2. Liga annehmen“

„Der Sieg gibt uns Luft und Ruhe“, bemerkte Eichin zudem. Aber die Mängel müssten trotzdem intern klar benannt werden, weil auch Aue mehr Tore als die von Pascal Köpke und Cebio Soukou hätte erzielen können. Schlusswort Eichin: „Wir müssen die 2. Liga annehmen.“

dpa

Löwen schießen Aue ab - einer bekommt die Note 1

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