"Am Smartphone Transfers arrangiert"

1860-Transferperiode: Darum ist Eichin nicht ganz zufrieden

+
Thomas Eichin ist überrascht, dass es so viele Sechzig-Fans in München gibt.

München - Thomas Eichin kann mit der bisherigen Saison seiner Löwen zufrieden sein. Nun verrät er, warum er das mit der vergangenen Transferperiode nicht ist.

Am Freitag trifft der TSV 1860 München auf Union Berlin, die als spielerisch starke Mannschaft nach München kommen. Investor Hasan Ismaik ist sogar selbst im Stadion vor Ort und wird vermutlich bis Montag in der bayrischen Landeshauptstadt bleiben. 

Spätestens in den nächsten beiden Jahren will Ismaik mit den Löwen in die 1. Bundesliga aufsteigen - ein ambitioniertes Vorhaben, das jedem 1860-Anhänger gefallen dürfte. Ein solcher ist Ismaik laut Sportdirektor Thomas Eichin eben auch: "Ich habe Ismaik einmal in Abu Dhabi besucht und dabei einen positiven Eindruck gewonnen. Er ist ein großer Fußball-Fan und auch ein leidenschaftlicher 1860-Anhänger. Er ist mit Herzblut dabei," erzählt Eichin im Interview mit spox.com.

"Ismaik entscheidet nicht, welche Spieler kommen und gehen"

Der Löwen-Investor habe aber keine direkte Kontrolle über die sportlichen Aktivitäten wie beispielsweise die Transfers der Löwen: "Es ist meine Aufgabe, Ismaik über die Vorgänge in München zu informieren. Letztlich bin ich aber komplett frei in meinen Handlungen", so Eichin.

Seit seinem ersten Tag sei er alleinverantwortlich für die Transfers und wickle sie auch ab. "Ismaik entscheidet nicht, welche Spieler kommen und gehen", stellt er klar. Generell arbeite er aber lieber in einem Verein mit Investor als in einem ohne: "Ein Investor hat ein klares Ziel und das hast du als Geschäftsführer umzusetzen. Wenn du gut bist, erfährst du das - und wenn nicht, dann auch. Einen Investor interessiert es recht wenig, was in der Zeitung steht und wie dich die Öffentlichkeit sieht, er bewertet alles nach sportlichen und finanziellen Fakten", erklärt Eichin die Vorteile.

Transfers? "Ich bin nicht hundertprozentig zufrieden"

Angesprochen auf die Transferperiode der Löwen, verrät Eichin, dass er bereits zwei Tage vor Schluss des Fensters wusste, dass er keinen Transfer mehr tätigen werde. Und weiter: "Ich bin nicht hundertprozentig zufrieden, weil ich erst im Laufe der Sommerpause dazugestoßen bin, die Mannschaft kennenlernen und jeden einzelnen Spieler beurteilen wollte. Aber die Transfers, von denen wir letztlich überzeugt waren, haben wir alle gemacht."

Dazu gehört auch der Königstransfer von Stefan Aigner, der den Löwen nun aufgrund einer Innenband-Verletzung sechs bis acht Wochen fehlen wird. Eichin war sich offenbar bereits vor dem Transfers relativ sicher, dass eine Möglichkeit bestand, "Aiges" zurückzuholen: "Ich wusste schon, dass er es sich vorstellen konnte, zu Sechzig zurückzukehren - sonst hätte ich auch nicht angefragt", so Eichin.

"Habe den ganzen Juli ehrenamtlich gearbeitet"

Offiziell begann der Ex-Werderaner seinen Dienst bei den Löwen am 1. August 2016, doch schon lange ist bekannt, dass er bereits im Vorfeld im Hintergrund die Strippen gezogen hatte. Eichin erklärt nun, warum das Modell so umgesetzt wurde: "Aus Erfahrung weiß ich, dass ich, sobald ich auf der Geschäftsstelle anfange, zu 80 Prozent abgelenkt bin, da jeder mit irgendwelchen Wünschen auf mich zukommt. Deshalb habe ich den ganzen Juli ehrenamtlich von Zuhause aus gearbeitet", erzählt der 49-Jährige.

Zwei 1er: Bilder und Noten vom Löwen-Sieg beim 1. FCN 

Sein Büro sei ohnehin sein Smartphone, denn: "Dort werden Transfers arrangiert", verrät Eichin. Sein erster Eindruck des Vereins: "Verrückt würde ich nicht sagen (so hatte sein Vorgänger Oliver Kreuzer den Verein im ersten Eindruck beschrieben, Anm. d. Red.), aber ein sympathisches Chaos gehört hier schon dazu. Überrascht hat mich, dass es so viele Sechzig-Fans in München gibt. Der Verein hat eine unglaubliche Popularität und ein brutales Potenzial," zeigt er sich begeistert.

"Der Eishockeysport ist einfach ehrlicher"

Vor seiner Tätigkeit bei Werder Bremen war der Neu-Löwe im Eishockey für die Kölner Haie tätig. Auf die Frage, was ihm mehr Spaß gemacht habe, antwortet Eichin: "Meine Zeit im Eishockey war sicherlich die schönere, spektakulärer ist es aber im Fußball. Der Eishockeysport ist einfach ehrlicher (...)", erklärt der 1860-Sportdirektor. Es gebe dort nicht so viele Nebenkriegsschauplätze. Im Fußball habe man außerdem immer das Gefühl, dass es um Leben und Tod gehe.

Wiesn-Champions: EHC entthront 1860 - Bilder und Video

Abschließend konstatiert Eichin: "Ich bin ein besserer Krisen- als Erfolgsmanager." Auf den Konter, dass Sechzig dann wohl der ideale Verein für ihn sei, entgegnet Eichin: "Das kann gut sein."

Für die Löwen geht es am Freitagabend dann gegen Union Berlin. Wir berichten im Live-Ticker.

WhatsApp-News zum TSV 1860 gratis aufs Handy: tz.de bietet einen besonderen Service für Löwen-Fans an. Sie bekommen regelmäßig die neuesten Nachrichten zu den Löwen direkt per WhatsApp auf Ihr Smartphone. Und das kostenlos: Hier anmelden!

sdm

 

auch interessant

Meistgelesen

1860-Investor Ismaik droht Hoeneß und dem FC Bayern
1860-Investor Ismaik droht Hoeneß und dem FC Bayern
Nach Eichin-Entlassung: Was Ismaik besonders sauer machte
Nach Eichin-Entlassung: Was Ismaik besonders sauer machte
Pereira ist Trainerkandidat bei 1860 - Interesse bestätigt
Pereira ist Trainerkandidat bei 1860 - Interesse bestätigt
Maurer: „Medienboykott bringt 1860 nicht nach vorne“
Maurer: „Medienboykott bringt 1860 nicht nach vorne“

Kommentare