Eichin über Veränderungen und einen geplatzten Transfer

"Es wäre okay gewesen, wenn er richtig Bock gehabt hätte"

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Thomas Eichin hat noch einiges auf dem Zettel.

München - Thomas Eichin gibt zu einigen drängenden Themen Auskunft. Der Geschäftsführer spricht über den Investor, über Stefan Aigner und den geplatzten Taarabt-Deal.

Thomas Eichin ist derzeit ein vielbeschäftigter Mann. Zuallererst natürlich in seiner Funktion als 1860-Geschäftsführer, den er seit dem 1. August inne hat. Aber wie es sich gehört, gibt er derzeit auch den wichtigsten Medien ausführliche Interviews. Ausführliche Gespräche mit der tz und mit dem Münchner Merkur haben wir diese Woche bereits online gestellt. In der Wochenendausgabe der SZ erschien nun ein weiteres.

Zu den Gesprächsthemen zählt natürlich Investor Ismaik, mit dem Eichin ein gutes Verhältnis pflegt. Er erklärt auch, woher der Sinneswandel des Jordaniers kommt, plötzlich doch groß in die Mannschaft zu investieren. "Du musst einem Investor schon aufzeigen: Was brauchst du, um erfolgreich zu sein?", so Eichin. Wenn du das Ziel hast, irgendwann mal aufzusteigen, musst du auch mal eine Vergleichsanalyse machen: Wer ist aufgestiegen, was brauchst du dafür, welches Budget musst du haben, wenn du mit Vereinen konkurrierst, die gerade aus der ersten Bundesliga kommen. Die haben meist ein Budget von 20 Millionen Euro."

Viel Geld, angeblich 2,5 Millionen Euro, ging für den Brasilianer Lucas Ribamar (19) drauf. Die Löwen erhoffen sich von ihm, dass er einschlägt und sein Wert explodiert. Wie die SZ schreibt, war der Transfer die Idee des Investors. Dass sich Ismaik einmischt und Spielzeit für den Youngster einfordert, kann sich Eichin aber "nicht vorstellen". Der Geschäftsführer ist überzeugt: "Hasan Ismaik ist ein Typ, der will die Spiele gewinnen. Wenn ich ihm sage, wir gewinnen das Spiel eher ohne einen bestimmten Spieler, dann verlässt er sich auf uns."

Hat Basha noch ein Amt? "Nicht dass ich wüsste"

Mit "uns" ist natürlich nicht auch die runderneuerte Führungsriege der Löwen gemeint. Ohne Noor Basha, der als Geschäftsführer ausgeschieden ist. Ob er noch ein Amt bekleidet, wissen die wenigsten. Auch Eichin beteuert: "Nicht dass ich wüsste."

Der zweite Geschäftsführer heißt nun Raed Gerges und ist ein Vertrauter Ismaiks. "Es ist so, dass wir hier zwei Geschäftsführer haben. Wir wollen hier mit dem Vier-Augen-Prinzip arbeiten. Ich kümmere mich in erster Linie um den Sport und die Struktur. Raed wird all die anderen Bereiche kommissarisch verantworten. Er ist Spezialist in vielen Bereichen", erklärt Eichin.

An der Grünwalder Straße geschasst wurde hingegen Oliver Kreuzer - was bei einigen Fans für Unverständnis sorgte. "Es ging am Anfang nicht darum, dass ich für Oli kommen soll", so Eichin über seinen Vorgänger. Er unterstreicht: "Es ging um die Frage, ob ich hier Verantwortung übernehmen möchte. Ich hatte mir hier jede Konstellation vorstellen können. Ich habe nicht gesagt: Ich komme nur, wenn Oli Kreuzer geht. Aber das jetzige Konstrukt macht sicher Sinn, allein wenn man an die Entscheidungsfindung bei einem Transfer denkt."

Taarabt hatte wohl keinen Bock auf 1860

Natürlich spricht Eichin nicht nur über Vereinspolitik in dem Interview, sondern auch über einen seinen Kernbereiche, die Transfers. Spannend ist dabei zu erfahren, warum der Deal mit Adel Taarabt (27) nicht geklappt hat. Der Ex-Milan-Star stand vor einem Wechsel zum TSV 1860, legte aber einen kuriosen Auftritt im Trainingslager hin. In goldener Jacke und mit großer Entourage lümmelte er auf der Couch herum und wurde von vielen Medienvertretern abgelichtet.

Aus Eichins neuen Aussagen lässt sich herauslesen, dass dem Marokkaner schlicht die Begeisterung für die Löwen abging. "Solche Ideen gibt es immer wieder. Dann schaut man sich die Spieler an. Normalerweise mache ich das hinter verschlossenen Türen. Das war in dem Fall nicht möglich. Er ist ins Hotel gekommen, Journalisten saßen drumherum, er kam in einer goldenen Jacke", erinnert ich Eichin. Dabei wäre die Jacke "okay gewesen, wenn er richtig Bock gehabt hätte. Aber du hast auch gemerkt: Das passt einfach nicht. Und das war auch gut so. Für das Geld haben wir lieber den Aigner geholt."

"Ich brauchte einen Spieler, der ein Signal sendet: Wow"

Jener Stefan Aigner kehrte von Eintracht Frankfurt zurück an die Grünwalder Straße und sorgte für große Aufbruchsstimmung. Zudem bekam er prompt auch die Kapitänsbinde. Dass er sich nicht alleine von Luft und Löwenliebe ernährt, sondern auch ein paar Euro aufs Konto überwiesen bekommt, versteht sich von selbst. Kurzum: "Aiges" ist Top-Verdiener. Die Gehälter driften zwar nicht gewaltig auseinander, so Eichin. "Aber klar: Wenn du einen Stefan Aigner zurückholst, wissen die anderen Jungs auch: das ist ein Bundesligaspieler. Warum sollte der in der zweiten Liga ein Zweitligagehalt bekommen? Wir sind froh, dass er hier ist!"

Eichin verrät zudem, dass er Aigner auch nach Bremen holen wollte, als er dort noch beschäftigt war. "Er ist ein Spieler, den würden sechs, sieben Bundesligisten nehmen", weiß der Geschäftsführer. "Ich brauchte einen Spieler, der ein Signal sendet: Wow, die holen jetzt wirklich einen gestandenen Erstliga-Spieler. Und wenn Aigner dann auch noch so eine Rückkehrer-Vita hat, er ist ja Sechzger durch und durch. So extrem hatte ich das gar nicht wahrgenommen! Das merkt man überall, dass er mal hier war: Mit wem er alles quatscht?"

lin

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