Kamara, Tomasov, Ludwig, Leonardo, Pappas ...

Einer kickt jetzt in der 6. Liga! Was wurde aus diesen Ex-Löwen?

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Alexander Ludwig, Savio Nsereko und Grigoris Makos waren nur drei von unzähligen Spielern, die das 1860-Trikot seit 2010 trugen.

München - Unzählige Hoffnungsträger trugen seit 2010 das 1860-Trikot. Doch die wenigsten konnten diese Rolle ausfüllen und verabschiedeten sich frühzeitig. Was machen sie heute?

Ola Kamara: Er sollte den Sturm der Löwen beleben, wurde mit der Quote von zuvor 12 Treffern in der 30 Einsätzen (für Strømsgodset Drammen) vom SV Ried ausgeliehen. Kamara war auf dem Weg zum Fan-Liebling, doch auf dem Platz agierte er meist glücklos. Der Norweger kam in zehn Partien lediglich auf zwei Vorlagen. Für 1860 zu wenig, um die Kaufoption zu ziehen. Aktuell ist der 26-Jährige bis Jahresende von Austria Wien an Molde FK ausgeliehen, ist dort Stammspieler und kommt auf stolze 14 Treffer und sechs Assists in 29 Begegnungen.

Marin Tomasov: Vor gut einem Jahr hat der Stürmer die Löwen verlassen, läuft seitdem für HNK Rijeka auf. 51 Mal trug er zuvor das Löwen-Trikot, war mit drei Treffern und fünf Vorlagen aber nur mäßig erfolgreich - auch wenn man dem Kroaten zugute heißen muss, dass er nur selten über Joker-Einsätze hinauskam. In seiner Heimat spielt er mehr - und erfolgreicher. In 43 Einsätzen bringt er es schon jetzt auf 15 Treffer und 13 Vorlagen, kommt schon jetzt auf eine größere Netto-Spielzeit als für die Münchner. Jüngst erzielte er sogar ein regelrechtes Traumtor. Nun wurde Tomasov sogar zu Kroatiens Spieler des Jahres 2015 gewählt. Wer hätte das vor einem Jahr gedacht!

Alexander Ludwig: Immerhin neun Tore und sechs Vorlagen in zwei Jahren gelangen dem damals äußerst begehrten Spieler bei 1860, doch privat wurde der offensive Mittelfeldspieler in seiner Löwenzeit von 2009 bis 2011 nicht so richtig glücklich. "Wenn ich ehrlich bin, muss ich zugeben, dass es zwei verlorene Jahre waren. Schade, dass ich München mit einem unguten Gefühl verlasse", erklärte er damals. Nach seinen weiteren Stationen Cottbus, Lotte und dem Goslarer SC ist er nun für den Sechstligisten BSG Stahl Riesa aktiv, der 31-Jährige lässt seine Karriere langsam ausklingen.  

Arne Feick: "Er tut uns gut", sagte Frank Schmidt über den Linksverteidiger. Der Trainer des 1. FC Heidenheim schätzt den Kampfgeist, die Führungsqualitäten sowie die Offensivqualitäten des 27-Jährigen, der in den bisherigen Hinrunden-Partien immerhin ein Tor erzielte und zwei weitere vorbereitete. So der heutige Stand. Als er in den Spielzeiten 2011/12 und 2012/13 für die Blauen auf dem Rasen stand, war er meist nur Ergänzungsspieler und offensiv gar weniger erfolgreich. Bei seinen nachfolgenden Stationen Bielefeld und Aalen wurde er zur Stammkraft - eben jetzt in seinem ersten Jahr in Heidenheim.

Anthony Annan: So schnell, wie er zu den Löwen gekommen war, war er auch schon wieder weg. Der ghanaische Mittelfeldspieler wurde weder unter Markus von Ahlen noch unter Torsten Fröhling die erhoffte Verstärkung, stand für den TSV 1860 sogar nur in drei mickrigen Pflichtspielen auf dem Rasen. Nun versucht er sein Glück in Norwegen bei Stabaek IF. Dort schaffte es der 29-Jährige prompt zur Stammkraft.

Antonio Rukavina: Von der Zweiten Liga zu einem Top-Klub in der Primera Division: Es hätte schlechter laufen können für den Serben. 2009 ein Blauer geworden - zunächst für eine Saison auf Leihbasis von Borussia Dortmund -, avancierte der heute 31-Jährie prompt zum Fan-Liebling. Schon nach drei Jahren nahm er die nächste Sprosse auf der Karriere-Leiter in Angriff, wechselte nach Spanien zu Real Valladolid, von wo aus es nach zwei Spielzeiten weiter zum FC Villarreal ging. Ist dort allerdings überwiegend Ergänzungskraft.

Nikola Gulan: Kam wie Rukavina 2009 zu den Löwen - auf Leihbasis vom AC Florenz. Die damaligen Trainer Marco Kurz beziehungsweise Uwe Wolf berücksichtigten den Serben allerdings praktisch gar nicht. Nach drei Einsätzen im Trikot der Blauen zog Gulan weiter, ist mittlerweile für den belgischen Erstligisten Royal Mouscron-Péruwel aktiv - und steht regelmäßig auf dem Platz.

Yuya Osako: Für den Japaner waren die Löwen das Sprungbrett in Deutschlands Eliteklasse. Nach einem halben, nicht erfolglosen Jahr beim TSV 1860 mit sechs Toren und drei Vorlagen in 15 Partien machte er von seiner Ausstiegsklausel Gebrauch und wechselte zur Saison 2014/15 in die Bundesliga zum 1. FC Köln. Dort machte er sich bezahlt: Trainer Peter Stöger setzt nahezu regelmäßig auf den Stürmer, der in der laufenden Saison einen Treffer beisteuerte und einen weiteren vorbereitete. 

Moritz Volz: Im Sommer ist der Vertrag des Rechtsverteidigers bei Sechzig ausgelaufen und nicht verlängert worden. Seitdem ist der 32-Jährige ohne Verein.

Stefan Wannenwetsch: Von der Jugend in die Zweite zu den Profis - und dann weg: In seinen zwei Jahren im Zweitliga-Team brachte es der Mittelfeldspieler gerade einmal auf 13 Einsätze. Nach seinem Wechsel zum FC Ingolstadt zur Saison 2014/15 läuft es nicht besser: Meistens reicht es für den 23-Jährgen nur für Einsätze im Regionalliga-Team der Schanzer.

Leonardo: Mit der Entlassung von Trainer Ricardo Moniz ist auch der Stürmer aufs Abstellgleis geraten. Seit dieser Saison kickt der 32-Jährige in Australien für die Newcastle United Jets, steht beinahe regelmäßig auf dem Platz, ohne jedoch mit Scorer-Punkten zu glänzen.

Grigoris Makos: Als Königstransfer wurde er bejubelt, als der Grieche zur Saison 2012/13 nach München kam. Umso enttäuschender war seine Bilanz: 12 Einsätze ohne Torbeteiligung, nur im Regionalliga-Team reichte es für einen Treffer. Mittlerweile läuft der defensiv Mittelfeldspieler in seinem Heimatland für Panetolikos Agrinio auf und legte in der aktuellen Runde immerhin schon einen Treffer auf.

Emanuel Biancucchi: Erinnern Sie sich noch an den Cousin von Lionel Messi? Ja, auch er kickte von 2008 bis 2011 bei den Löwen. Doch das war auch seine einzige Verbindung zum großen Fußball. Der Mittelfeldspieler kam nur auf 15 Einsätze für Sechzig. Zuletzt kickte der mittlerweile 27-Jährige für Vasco da Gama in Brasilien, seit kurzem ist er aber vereinslos.

Savio Nsereko: Muss man noch viele Worte über ihn verlieren? Das damalige Toptalent kam als Leihgabe vom AC Florenz, spielte zweimal für die Löwen, verschwand auf einmal und wurde nach drei Monaten offiziell Monaten abgegeben. Es folgten Gastspiele bei sieben Vereinen in sechs Ländern und ist seit Sommer 2015 wieder einmal vereinslos.

Maximilian Nicu: Noch einer, der die Löwen nicht gerade im Guten verlassen hat. Der Vertrag des Rumänen ist im Sommer 2013 nicht verlängert worden. "Das kommt für mich nicht überraschend. Mit mir hat hier eh‘ nie jemand gesprochen", kommentierte er. Heute kickt er in der vierten Liga für die SpVgg Unterhaching, steht nach seinem Sydesmosebandriss zu Beginn der Saison wieder regelmäßig auf dem Rasen.

Eke Uzoma: Der Nigerianer kam im Winter 2010 zunächst auf Leihbasis, später fest vom SC Freiburg zu den Löwen und sollte das Mittelfeld verstärken. Jedoch lief er bei 1860 nur achtmal auf. Nach einer Ausliehe nach Bielefeld kehrte er nach München zurück, kam aber die komplette Spielzeit 2011/2012 nicht zum Einsatz. Uzoma bezeichnete die Zeit in München als „Prüfung von Gott“. Über die Stationen Pécsi Mecsek (Ungarn) und Sandhausen landete der mittlerweile 26-Jährige beim FK Spartak Subotica in Serbien, wo er regelmäßig zum Einsatz kommt.

Florin Lovin: Der Champions-League-erfahrene Rumäne galt 2009 bei seiner Verpflichtung fast schon als der neue Icke Häßler im Löwen-Mittelfeld. Doch es kam ganz anders. Er kam leistungs- und verletzungsbedingt in zwei Jahren auf 26 Liga- und drei Pokalspiele bei Sechzig. 2011 wurde der Vertrag vorzeitig aufgelöst. Nach fünf Wechseln in vier Jahren spielt Lovin heute bei CS Concordia Chiajna in seiner Heimat Rumänien.

Charilaos Pappas: Der kleine Grieche kam im Sommer 2009 zu 1860. Drei Tore in 23 Partien gelangen dem Stürmer. Trotz ansprechender Leistungen ließen die Löwen die Option auf einer Weiterverpflichtung nach einem Jahr verstreichen. Nach fünf Stationen (unter anderem KFC Uerdingen) und kurzzeitiger Vereinslosigkeit kickt Pappas heute beim AO Kavala in Griechenlands dritter Liga.

mg/fw

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