Viele Stärken und eine Schwäche

Experte über Runjaic: Mit einem tat er sich schwer

München - Kosta Runjaic ist neuer Löwen-Trainer. Das sorgt bei Fans genauso für positive Reaktionen wie bei einem Experten, der ihn schon länger verfolgt. Doch mit einem hatte der 45-Jährige Probleme.

Kosta Runjaic (l.) mit Oliver Kreuzer an seinem neuen Arbeitsplatz.

Klar, die Ungeduld war groß. Viele Fans hatten sich erhofft, dass die Löwen früher ihren neuen Coach vorstellen. Peter Cassalette verteidigt die lange Suche. "Es war richtig, uns so viel Zeit zu lassen", erklärt der Präsident: "Wir haben intern viele Gespräche geführt und festgestellt, dass in der Vergangenheit oft kurzfristig Beschlüsse gefasst wurden, die dann wieder korrigiert werden mussten. Unser Ziel ist ein anderes: Unsere Fans sollten wieder stolz auf Sechzig sein können."

Der Oberlöwe hofft, dass sich nach zwei Spielzeiten im sportlichen Überlebenskampf mit Kosta Runjaic alles wieder zum Besseren wendet: "Darauf können wir aufbauen. Wenn ich wir sage, spreche ich für beide Gesellschafter. Im Laufe der nächsten Saison wollen wir unseren Fans beweisen, dass wir uns alle darauf konzentrieren, zurück in die Erfolgsspur zu kommen."

Bei den Anhängern sorgte die Personalie Runjaic für - so kann man es wohl zusammenfassen - nicht euphorische, aber optimistische Reaktionen. Einige hätten sich vielleicht einen größeren Namen erhofft. Aber viele trauen dem 45-Jährigen zu, die Löwen auf Vordermann zu bringen.

"Runjaic verfolgt eine klare, offensiv ausgerichtete Spielidee"

Auch Andreas Riechert. Er ist stellvertretender Leiter der Sportredaktion der Allgemeinen Zeitung in Mainz und hat insofern Runjaic' Arbeit als Trainer des 1. FC Kaiserslautern genauestens verfolgt. Sein Fazit: "Kosta Runjaic ist in Kaiserslautern stets ein besonnener, reflektierter Trainer gewesen, der eine klare, offensiv ausgerichtete Spielidee verfolgt und von seinen Spielern immer maximalen Einsatz eingefordert hat."

Riechert erwartet, dass die Dauerrotation des Spieler-Personals, die unter manchen vergangenen Löwen-Trainern gang und gäbe war, sich unter Runjaic nicht wiederholen wird. Und der neue Coach auf eine Stammelf baut. "Runjaic setzt", so Riechert, "sofern sich seine Akteure nicht verletzen oder wegen Leistungsschwäche auf die Bank müssen, gerne auf eine eingespielte Stammelf."

"Das hohe Anspruchsdenken waren ihm ein Dorn im Auge"

Klingt gut. Aber hat Runjaic auch eine Schwäche? Ja, meint Riechert. "Mit der zuweilen heftigen Kritik der FCK-Fans tat sich Runjaic schwer, das traditionell hohe Anspruchsdenken und die damit verbundene schnelle Unzufriedenheit im Lauterer Umfeld waren ihm ein Dorn im Auge."

Fan-Unzufriedenheit und Kritik - zwei Aspekte, von denen das Löwen-Umfeld nicht gerade frei ist, wenn's nicht läuft. Aber auch Runjaic dürfte dazugelernt haben ...

lin

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