In Rottach-Egern

Testspiel: 1860 mit Niederlage gegen Mönchengladbach

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Mahmoud Dahoud (l.) im Zweikampf mit Kai Bülow.

Rottach-Egern - Fußball-Bundesligist Borussia Mönchengladbach hat einen weiteren Sieg in der Saisonvorbereitung verbuchen können.

Das Tegernseer Tal, seit jeher ein Ort von erhabener Schönheit, erfreut sich gerade mal wieder größter Beliebtheit. Die Bürgermeister klagen über den ungebremsten Bauboom, Promis wie Manuel Neuer lassen sich häuslich nieder, und am Wochenende fallen die Münchner ein, um bei See- und Waldfesten ländliche Folklore zu genießen. Fast schon eine Tradition ist auch, dass die Gladbacher Borussia in Rottach-Egern ihr Trainingslager aufschlägt, und weil‘s so praktisch ist, schauten gestern Abend die Münchner Zweitligalöwen auf ein Testspiel vorbei, das der Bundesligist locker mit 3:1 (1:0) gewann.

Abkühlende Hitze in den Sportanlagen am Birkenmoos, 3500 Zuschauern um den Platz herum, und droben überm Wallberg (D er Ticker zum Nachlesen) verfolgte ein Dutzend Paraglider die Bemühungen auf dem akkurat geschorenen Rasen. Sie sahen in den Startaufstellungen jeweils zwei Neuzugänge: Karim Matmour (rechts) und Marnon Busch (rechts hinten) auf Seiten der Löwen, Weltmeister Christoph Kramer und Zehn-Millionen-Einkauf Jannik Vestergaard im Team der Westdeutschen.

Auf Victor Andrade, den heißblütigen Brasilianer, warteten die 1860-Fans vergeblich. Der Transfer zieht sich hin, gestern gab‘s nicht mal eine Gastspielgenehmigung für den Patensohn des früheren Weltstars Robinho. Trainer Kosta Runjaic nutzte den Ausfall des Flügelflitzers zu einem Experiment – er zog Maximilian Wittek ins linke Mittelfeld vor und ließ die Löwen in einem 4-1-4-1 auflaufen; den Wittek-Part links hinten übernahm Sertan Yegenolu.

Die Testspiel-Niederlage der Löwen in Bildern

Der überforderte Yegenoglu sah früh Gelb nach einem rustikalen Foul am flinken Traore. „Wenn man ehrlich ist, war‘s eine Rote Karte“, gab Mitspieler Busch offen zu. Und auch sonst war einiges drin in den ersten 45 Minuten. Gladbach bestimmte das Spiel, ging durch einen Elfmeter von Kapitän Raffael in Führung (Foul von Mauersberger an Wendt/25.) und verballerte weitere gute Chancen. Die schwarz gekleideten Löwen hielten so gut es ging dagegen, strahlten aber kaum Torgefahr aus – es sei denn, es gab einen Standard, das Spezialgebiet von Michael Liendl.

0:1 zur Pause also, und Runjaic reagierte. Mit Mugosa kam ein zweiter Stürmer, bewähren durften sich zudem Routinier Goran Sukalo, Talent Eric Weeger, Florian Neuhaus, der 19-jährige Kunstschütze mit der ARD-Medaille – und Levent Aycicek, der 1860 am Samstag den 1:0-Erfolg über die andere Borussia beschert hatte. Allein: Es war nicht der Tag der Löwen – und wurde es auch nicht mehr.

Gladbach spielte seine Überlegenheit genüsslich aus und kam durch Andre Hahn (62./Handelfmeter) und Lars Stindl (68.) zu weiteren Toren, Stefan Mugosa gelang nur noch der Anschluss (86.). „Sehr gut war heute sicherlich nichts“, lautete das Fazit von Kosta Runjaic, aber: „Man darf nicht vergessen, dass Gladbach vor allem spielerisch eine Top-Top-Mannschaft ist.“ Besonders in der zweiten Halbzeit habe man einen „Klassenunterschied“ gesehen.

Das Beste aus Sicht der Löwen: Sie durften die Nacht am Tegernsee bleiben. Heute findet am Fuße des Wallbergs das nächste Training statt. Zu tun gibt es noch genug zweieinhalb Wochen vor dem Start in die 2. Liga.

SID

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