Heimniederlage gegen den Absteiger

Hannover zieht den Löwen die Lederhosen aus - "War zu wenig!"

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Die Vorentscheidung: Kenan Karaman (2.v.l.) trifft für Hannover zum 0:1.

München - Der TSV 1860 verliert sein Wiesn-Heimspiel gegen Bundesliga-Absteiger Hannover 96. Es ist die zweite Heimniederlage in Folge.

Eine Weichenstellung sollte diese englische Woche für den TSV 1860 werden, doch die Richtung hatten sie sich bei den Löwen dann doch etwas anders vorgestellt. Nach dem 0:2 (0:0) gegen Hannover 96 und nur einem Punkt aus den letzten drei Partien dürfte das obere Tabellendrittel einstweilen ein Traum in Blau bleiben. Hannover zeigte Sechzig die Grenzen auf. Karaman (67.) und Harnik (87.) sorgten mit ihren Treffern für die zweite 1860-Heimniederlage in Folge.

„Hannover war eine Klasse besser“, gratulierte 1860-Sportchef Thomas Eichin. „Wir haben nicht die Mittel und Wege gefunden, mehr aus dem Spiel zu machen.“ Trainer Kosta Runjaic konnte nur zustimmen: „Wir waren körperlich nicht so präsent wie in den Spielen zuvor, es war gut zu sehen, dass wir noch viel Arbeit vor uns haben.“

Dirndlblauer Himmel über der Arena, knapp 26.100 Fans auf den Tribünen und die Löwen-Profis in ihren schrecklich schönen Wiesn-Trikots – an den Rahmenbedingungen lag’s nicht, dass in den ersten 30 Minuten fast nur die Gäste spielten. Wacher und mit der besseren Raumaufteilung diktierte Hannover das Geschehen auf dem Fröttmaninger Acker, Sechzig kam nicht in die Zweikämpfe und lief praktisch nur hinterher. Schon nach fünf Minuten bot sich dem Bundesliga-Absteiger die erste Großchance. Schmiedebach steckte auf Klaus durch, 1860-Keeper Zimmermann grätschte dazwischen und meisterte auch den Nachschuss von Albornoz. Noch spektakulärer war Zimmermanns Parade in der 16. Minute, als er Klaus’ Schuss aus sechs Metern mit einem Spagat abwehrte. Phasenweise wirkte das Spiel wie ein Pokalduell gegen einen ambitionierten Erstligisten, ehe die Löwen den Gast langsam auf ihr Niveau herunterzogen. Nach 40 Minuten hatte Sechzig sogar eine echte Torchance – bezeichnenderweise nach einem Freistoß; Mölders verpasste den von Liendl geschlagenen Ball nur um eine Fußlänge.

1860 verliert gegen 96 - es hagelt Fünfer, nur eine Zwei

Nach dem Seitenwechsel versandete der Spielfluss 20 Minuten lang völlig, ehe Hannovers Coach Daniel Stendel mit der Einwechslung von Martin Harnik seine Sieg-Ambitionen deutlich machte. Fossum hätte per Flugkopfball schon zur Führung treffen müssen (64.), drei Minuten später war’s passiert. Karaman sprang nach einer Ecke von Fossum höher als Gegenspieler Mauersberger, Zimmermann blieb aus zwei Metern keine Abwehrchance. Den Deckel machte schließlich Harnik drauf, der einen Stellungsfehler von Wittek per Flachschuss mit dem 0:2 bestrafte (87.).

Die stumme Abwanderung der Fans war die Folge. Hasan Ismaik, der zu Hause in Abu Dhabi geblieben war, hatte nichts verpasst. Schlusswort Eichin: „Ein Punkt aus der englischen Woche war zu wenig. Am besten holen wir jetzt einen dreckigen Sieg in Würzburg.“ Andernfalls droht eine Länderspielpause im unteren Tabellendrittel.

Den Spielverlauf können Sie hier im Live-Ticker nachlesen.

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