Olic und Mölders bereit für die nächste Ü 30-Party

Runjaic: "Ich wüsste nicht, warum ich rotieren soll"

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Oldies, but Goldies: In Sascha Mölders und Ivica Olic hat Runjaic ein harmonierendes Sturmduo gefunden.

München - Mit frisch gestärkter Brust vom Auswärtssieg in Nürnberg empfängt der TSV 1860 München am Freitagabend Union Berlin. Setzen die Löwen noch einen drauf?

Klischees sind bekanntlich schwer auszurotten, und bestimmt hat auch Kosta Runjaic schon von dem zweifelhaften Ruf gehört, den sich die Löwen in ihren Jahren des stetigen Scheiterns erworben haben. Steht also auch diesmal zu befürchten, dass auf den süßen Auswärtssieg in Nürnberg das scheinbar Unvermeidliche folgt – eine Heimpleite, die den möglichen Sprung auf einen Aufstiegsplatz zunichte macht? Mit dieser Frage konfrontiert, gibt es vom 1860-Coach eine zweiteilige Antwort. Punkt eins: „Nehmen Sie mir das nicht übel, aber so viel habe ich den TSV 1860 in den letzten Jahren nicht verfolgt.“ Punkt zwei ist eine fast vorwurfsvoll vorgetragene Gegenfrage: „Warum sollte ich kein Vertrauen in die Mannschaft haben? Wir haben eine positive Tendenz. Ich denke, man konnte von Woche zu Woche eine kleine Entwicklung erkennen.“ Seine Erwartung ist daher: Es wird weiter aufwärtsgehen – auch heute gegen das derzeit spektakulärste Team der zweiten Liga.

Mit einem Torverhältnis von 11:8, aber nur fünf Punkten reist das vom Ex-Löwen Jens Keller trainierte Union Berlin nach Fröttmaning (Anstoß 18:30 Uhr, bei uns im Live-Ticker). Die Runjaic-Elf dagegen kommt etwas minimalistisch daher: 3:2 Tore, aber immerhin sieben Punkte. Ein Duell zweiter gegensätzlicher Spielphilosophien also: Effektive Löwen vs. attraktive Berliner? Sieht der Coach des TSV 1860 München naturgemäß anders, und das offensiv geführte Spiel in Nürnberg (2:1) spielt ihm da recht gut in die Karten. „Wir haben zuletzt viele, viele gute Passagen gehabt, die auch schön anzuschauen waren“, argumentiert er: „Und wir wollen auch weiterhin versuchen, viele Sachen spielerisch zu lösen – im Wissen, dass das alleine gegen Union nicht reichen wird.“ Schlagworte wie „Einsatz und Leidenschaft“ dürfen natürlich nicht fehlen, wenn Runjaic über die „Basics“ des neuen Löwen-Spiels spricht.

TSV 1860 München: Olic und Mölders werden spielen

Zwei, die diese Tugenden mit jeder Körperfaser verkörpern, werden auch heute wieder von Beginn an auflaufen: Ivica Olic, 37, und Sascha Mölders, 31. „Beide werden spielen“, legt sich Runjaic fest. Sehr zur Freunde von Trainer-Guru Werner Lorant, der in seiner Wahlheimat Waging am See noch immer jedes 1860-Spiel im TV verfolgt. „Als Typen“ erinnern ihn die beiden an Bernhard Winkler und Peter Pacult, sagte Lorant der tz: „Mölders ist der robuste Strafraumstürmer – wie es bei mir damals Bernd Winkler war. Und Olic ist der wendige und schlaue.“ Wie Pacult einst. Ein Vergleich wie ein Ritterschlag. Schließlich hat das Ü 30-Duo Winkler/Pacult im ausgehenden 20. Jahrhundert die Tore für den letzten Erstliga-Aufstieg des TSV 1860 geschossen.

Von derartigen Träumereien sind die aktuellen Löwen aber noch weit entfernt, zumindest nach offizieller Lesart. Runjaic’ Ziel ist, auch in der anstehenden Englischen Woche „Schritt für Schritt“ voranzukommen. Auf seine Löwen wartet ein anspruchsvolles Programm: Donnerstag in St. Pauli, Sonntag daheim gegen Hannover. Drei Spiele binnen neun Tagen, doch der Coach denkt nicht daran, dem sich findenden Team mittels Rotation zu partiellen Verschnaufpausen zu verhelfen: „Wir sind am Beginn einer Saison – ich wüsste nicht, warum ich rotieren soll“, sagt er und bekräftigt erneut, welch’ hohe Meinung er von seinen Profis hat. „Mein Vertrauen hat das Team“, sagt er: „Wir wissen um die Schwere der Aufgabe, aber ich glaube schon, dass wir richtig Bock haben, die nächsten Spiele so zu gestalten, dass wir am Ende richtig Spaß haben.“

TSV 1860: Wiesn-Champions 2016 - Interview mit Jan Zimmermann

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