Trainingslager in Bad Waltersdorf

Sukalos zweiter Löwen-Anlauf

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Goran Sukalo im Trainingslager in Bad Waltersdorf.

München - Goran Sukalo freut sich auf seinen zweiten Anlauf beim TSV 1860 München. Der 34-Jährige kann endlich schmerzfrei trainieren.

Dieses Gefühl hat er rund vier Monate nicht gehabt: beschwerdefrei zu sein und vor allem beschwerdefrei trainieren zu können. Dass Goran Sukalo (34) nichts mehr fehlt, hat er sogar amtlich. „Ich bin vom Arzt gesundgeschrieben worden“, sagt er. „Das war bereits Anfang Mai.“ Zu spät, um den Löwen beim Ziel Klassenerhalt noch helfen zu können.

Der Winter-Zugang musste tatenlos zusehen, wie sein neuer Verein fast aussichtslos im Abstiegskampf versumpfte und dann doch noch im Endspurt dank dreier Siege unter Daniel Bierofka das Allerschlimmste verhinderte. Verständlich, dass es ein Spieler fast als peinlich empfinden muss, wenn er im Winter als wichtige neue Stütze fürs defensive Mittelfeld engagiert wird und dann den Job nicht erfüllen kann.

Sukalo: „Ich wurde ja als Leistungsträger geholt und eingeplant, und stattdessen musste ich die schwierigste Phase meiner Karriere erleben. Nach nur drei Trainingseinheiten – dann kam die Verletzung.“ Bei vielen Ärzten ließ er sich untersuchen, aber lange Zeit war nicht ersichtlich, woran er litt. Sukalo: „Am Ende war es eine Schambeingeschichte sowie eine Entzündung in der Hüfte. Es wurde ja viel spekuliert, sogar, dass ich einen Bandscheibenvorfall hätte. Aber das war alles nicht richtig.“ Seinen Sommerurlaub zu Hause in Slowenien nutzte Sukalo, um das Versäumte aufzuholen: „Viel Laufen, viel Krafttraining und viele Übungen, die mir von den Physios mitgegeben wurden.“ Ganz umsonst waren Sukalos erste vier Monate beim TSV 1860 München nicht. „Ich habe schon versucht, der Mannschaft zu helfen”, sagt er. „Aufgrund meiner langen Karriere kenne ich ja die Eigenheiten vieler Spieler beim Gegner und habe vor allem versucht, den jungen Kollegen Tipps zu geben.“

Die Rettung erlebte er dann auf der Arena-Tribüne. Der 1:0-Sieg gegen Paderborn war für Sukalo wie eine Erlösung: „Ich saß oben mit meiner Familie und einigen Freunden, und wir haben gezittert, wie alle Fans halt, und am Ende lagen wir uns jubelnd und glücklich in den Armen.”

Darum lag Goran Sukalo mit seinem Wechsel zum TSV 1860 München richtig

Dass fast 55.000 Zuschauer die Löwen unterstützten und mit ihnen litten, war für den früheren slowenischen Nationalspieler die Bestätigung, dass er trotz aller Widrigkeiten mit seinem Wechsel im Winter richtig gelegen ist: „In meinen Augen ist das der größte Verein in der Zweiten Liga. Wer sonst kann so viele Zuschauer mobilisieren?“

Allerdings sieht Sukalo diese Tatsache auch als Verpflichtung. „In diesem Verein ist in den letzten Jahren vieles schiefgelaufen. Und ich spreche jetzt nur über das, was auf dem Platz passiert. Ich hoffe, dass alle daraus gelernt haben. Auch wir Spieler. Man darf sich nicht immer darauf hinausreden, dass man eben kein Glück gehabt habe und dass man eigentlich eine gute Mannschaft habe, die aber halt nicht funktioniert. Das ist zu wenig.“

Deshalb gefällt ihm, wie der neue Trainer Kosta Runjaic die Sache anpackt. „Er hat jetzt schon viel geändert, was die Art Fußball zu spielen, angeht. Das merkt man bereits im Training. Es ist sehr intensiv. Und lang. Aber nie langweilig.“

Das soll was heißen, wenn das ein fast 35-Jähriger sagt, der schon alles erlebt haben müsste. Dass er in einem Alter, in dem viele andere die Fußballschuhe bereits in die Ecke gestellt haben, noch so voller Tatendrang ist, das empfindet Sukalo als nichts Besonderes: „Wie alt man ist, das spielt keine große Rolle. Beim Testspiel gegen Basel bin ich immer wieder aus meiner defensiven Position mit nach vorne gegangen. Und ich habe gemerkt: Das geht immer noch gut.“ Vor allem geht’s wieder…

TSV 1860 München gegen FC Basel: Die Highlights des Testspiels

Claudius Mayer

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