Interview mit obligatorischer Medienschelte

Geld als Druckmittel? Ismaik wehrt sich

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Hasan Ismaik.

München - Hasan Ismaik bezieht in einem auf der Vereinshomepage veröffentlichtem Interview Stellung zu den Geschehnissen der letzten Tage. Fehlen darf dabei natürlich nicht die obligatorische Medienschelte. 

Am Freitagvormittag veröffentlichte der TSV 1860 München auf seiner Webseite ein Interview mit Mehrheitsgesellschafter Hasan Ismaik, in welchem Ismaik die Spekulationen der letzten Tage, wonach er neue Zahlungen an personelle Veränderungen in der KGaA und im Verwaltungsrat des e.V. knüpft, zurückweist. Auf der Homepage wird Ismaik mit den Worten zitiert: "Ich distanziere mich in aller Deutlichkeit von diesen haltlosen Behauptungen. Die Installierung der demokratisch gewählten Verwaltungsräte wird alle drei Jahre allein von den Mitgliedern entschieden. Ich bin selbst stolzes Vereinsmitglied und begeisterter Fan. Daher ist es mir sehr wichtig, diese Spielregeln einzuhalten."

Bis zum Dienstag, den 24. Mai, benötigt der TSV 1860 München 4,2 Millionen Euro, um das strukturelle Defizit auszugleichen und somit den Spielbetrieb für die Saison 2016/17 zu sichern. In den letzten Tagen wurde darüber berichtet, dass Ismaik die Zahlungen an gewisse Bedingungen knüpfen wollte. Dazu meint Ismaik: "Es stand nie zur Debatte, das Geld nicht zur Verfügung zu stellen. Ich werde noch vor Ablauf der Frist am Dienstag 4,2 Millionen Euro überweisen." Er stellt klar, dass die Zahlung nie als Druckmittel für gewisse Ziele eingesetzt werden sollten "Ich werde alles dafür tun, dem Verein wieder auf die Beine zu helfen. Auch finanziell", sagte er.

Auf Wasserstandsmeldungen in der Trainer-Frage verzichtet Ismaik, man befinde sich "derzeit in vielen Gesprächen mit Kandidaten" und wolle die beste Lösung für 1860. Fest stehe aber bereits die Renovierung der Trainingsplätze und der Austausch der defekten Rasenheizung in der Sommerpause sowie der Bau eines neuen Fitnessraums. 

In der Stadion-Frage weist Ismaik darauf hin, dass sich ein Neubau über mehrere Jahr hinweg ziehen kann. Zuletzt sei man bei der Stadt München und dem Bauamt gewesen und habe nun einen eigenen Projektleiter eingestellt. Sein Herzenswunsch sei eine eigene Heimspielstätte, betont Ismaik.

Kritische Fragen muss sich Ismaik in dem Interview nicht stellen. Vielmehr stilisiert sich Hasan Ismaik erneut als Opfer der Münchner Medienlandschaft und appelliert an die Fans sich von "externen Quellen, die 1860 gerne gespaltet darstellen wollen" nicht verunsichern zu lassen. Bereits in der Vergangenheit offenbarte Ismaik eine dezidiert ablehnende Haltung gegenüber einer kritische Berichterstattung über die Münchner Löwen.

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