Löwen-Fans besorgt über die Zukunft des Vereins

Fan-Reaktionen: "Ismaik trotzig wie ein kleiner Junge"

Hasan Ismaik, TSV 1860 München
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Hasan Ismaik war zuletzt beim DFB-Pokal-Spiel gegen den VfL Bochum in der Allianz Arena anwesend.

München - Löwen-Investor Hasan Ismaik hat mit seiner Presserunde in London für einigen Wirbel gesorgt. Seine Ansichten stoßen bei vielen Fans auf Unverständnis, andere sehen in ihm nicht den Schuldigen für die 1860-Misere.

Im Gespräch mit den Medienvertretern in London erklärte Hasan Ismaik seine Ansichten zur aktuellen Lage beim TSV 1860 München. Dabei betonte er, dass der Verein nicht zum Verkauf stehe. Es sei denn, gewisse Bedingungen würden erfüllt werden. Wie zum Beispiel ein Verkaufserlös, der all seine in der Vergangenheit getätigten Investitionen abdeckt. Diese belaufen sich mittlerweile auf knapp 40 Millionen Euro. Und wo dieses Geld genau gelandet ist beziehungsweise wie der Verein in so kurzer Zeit so viel Geld verbraten konnte würde ihn auch interessieren.

Aber eigentlich möchte Ismaik nicht verkaufen. Sein Traum ist immer noch ein eigenes Löwen-Stadion, in dem man in der 1. Liga den FC Bayern besiegt.  

Solche Aussagen treffen bei großen Teilen der Löwen-Fans auf Missverständnis. "Eigenes Stadion, in Liga 1 den FCB besiegen? Bald besteht zwischen beiden Vereinen ein Puffer einer ganzen Liga. Es ist aberwitzig, wie die aktuelle Lage der Blauen mit Luftschlössern und Träumereien überdeckt wird", zeigt der User so_und_ned_anders auf tz.de sein Missfallen.

Unterstützung erfährt er von Nutzer Heisenberg: "Auf der einen Seite schimpft Ismaik, dass nur unfähige Leute sein Geld verbraten haben und dann setzt er seinen Apotheker-Cousin als Geschäftsführer ein. Man muss es nicht verstehen. Ich kann zwar verstehen, dass er enttäuscht ist, aber mit seinem Verhalten kommt er mir absolut unseriös und trotzig wie ein kleiner Junge vor."

Dass er sein Investment bei einem möglichen Kauf zurück erhält, sieht auch der User Trauriger Löwe als unmöglich an: "Also er verkauft nur, wenn er sein Geld wieder bekommt. Das bedeutet in den nächsten Jahren wird das nichts. Das ist einfach die Realität. Wenn er nicht weiter investiert, droht Punktabzug sowie Gefahr für die Lizenz der zweiten Liga. Sieht Zapfenduster aus." So klingt die sorgenvolle Aussicht auf die Zukunft.

Viele Fans fragen sich, wo das viele Geld geblieben ist

Die Frage nach dem Verbleib des vielen Geldes, das Hasan Ismaik investiert an, interessiert auch die Löwen-Fans. "Aber ganz ehrlich, der Mann investiert knapp 40 Millionen und wo ist das Geld? Da hat er schon recht! Man sollte mal Noor Basha hinterfragen was da mit Poschner alles lief. Hinterfragt das mal", fordert Markus W. auf der Facebook-Seite TSV 1860 News.

Das Misstrauen gegen die Verantwortlichen ist auch bei anderen Anhängern vorhanden, die die von Ismaik verweigerte Umwandlung der Schulden in Genuss-Scheine gutheißen. "Ich finde es richtig, dass er sein Darlehen nicht umwandeln lässt. Er kann nicht immer die Misswirtschaft der Verantwortlichen neutralisieren! Und eine Petition macht auch keinen Sinn, außer es hat jemand 40.000.000 € über", betont Jakob A. bei Facebook.

Die Frage nach dem Verbleib des Geldes liegt auch tz.de-User Gustl am Herzen. "Aus den meisten Kommentaren spricht aber gewaltige Undankbarkeit. 40 Millionen Euro zum Überleben des Vereins hat Ismaik investiert und jetzt soll er zum Teufel gejagt werden? Am besten ohne Rückzahlung der Schulden. Was mit der Kohle passiert ist, muss genauestens aufgeklärt werden, um neue Investoren nicht von vornherein abzuschrecken."

Ob es wirklich jemanden gibt, der eine Summe aufruft, mit der Hasan Ismaik sich einen Verkauf seiner Löwen-Anteile vorstellen kann, ist fraglich. Allerdings hat der 1860-Investor mit seinen Äußerungen für ordentlich Wirbel bei Sechzig gesorgt. Und dass die Fans deswegen besorgt sind, ist nur verständlich.

mzl

Markus Leiter

E-Mail:info@merkur.de

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