Die Sache mit der Korruption und Plünderung

Ismaik legt nach: „Es ist Zeit, diese Missstände anzuprangern“

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Hasan Ismaik.

München - Es rummst beim TSV 1860 München. Trainer weg, Investor sauer, und der Verein verhängte einen Medienboykott. Hasan Ismaik hat nun via Facebook nachgelegt.

Was für eine Woche beim TSV 1860. Dass ein Trainer entlassen wird, kommt ja an der Grünwalder Straße gefühlt alle paar Wochen vor. Und dass die Trainer-Frage bei den Löwen mit etwas Chaos einhergeht - wer erinnert sich noch an die nächtliche Sven-Göran-Eriksson-Posse? - ist auch recht normal. Aber seit der Demission von Kosta Runjaic scheint sich die Lage eher zu verschärfen als zu entspannen.

Denn: Hasan Ismaik hat am Donnerstag zum großen Rundumschlag ausgeholt. Er hatte es in einem Posting bei Facebook auch auf die Medien abgesehen, aber nicht nur. „Ich werde diesen charakterlosen Menschen nie mehr ein Interview geben“, schrieb Ismaik über die Löwen-Reporter und warf ihnen vor: „Sie versuchen Euch über ihre Plattform zu manipulieren und uns Fans in der Stadt, in Bayern und ganz Deutschland lächerlich zu machen. Der TSV 1860 ist zum Spielball von dunklen Interessen geworden.“

Aber nicht nur bei den Medienvertreter, auch im eigenen Verein sah er schwarze Schafe. „Es gibt Leute im Verein, die Korruption und Plünderung unterstützen – ich werde mit allen Mitteln dagegen vorgehen“, so Ismaik. „Es gibt gute Gründe, dass unser Verein seit mehr als einem Jahrzehnt große finanzielle Schwierigkeiten hat. Das liegt nicht allein an der Allianz Arena, sondern an vielen anderen Dingen.“

Der Bayerische Journalistenverband schaltete sich ein und maßregelte Ismaik. Das ist dem offenbar egal. Er fühlt sich falsch verstanden. Unter anderem, was das Zitat von der „Korruption und Plünderung“ anging, das am Freitag Aufnahme in zahlreiche Medienüberschriften fand. Auch viele deutschlandweite Publikationen wie Spiegel.de, Kicker.de oder Focus.de berichteten über die Verbal-Attacke des Jordaniers - und aus nicht wenigen Artikeln war ein Kopfschütteln herauszulesen.

Ismaik legt am Freitagabend nach

Am Freitagabend legte Ismaik via Facebook jedenfalls nach. Bei Focus online sei getitelt worden, „dass ich die ‚1860-Vereinsmitglieder der Korruption und Plünderung bezichtige.‘ Das ist nicht nur unwahr, sondern auch höchst vereinsschädigend. Die Presse will Euch ganz bewusst in die Irre führen. Ich behalte mir in diesem Fall rechtliche Schritte vor.“

Über Berichte zur Entmachtung von Thomas Eichin echauffiert sich Ismaik ebenso wie über einen zu seiner Vermögensherkunft. „Ich respektiere die Pressefreiheit in Deutschland, aber das geht eindeutig zu weit“, so Ismaik. „Ich habe lange Zeit geschwiegen und geschluckt, aber jetzt ist der Zeitpunkt gekommen, um diese Missstände prägnant anzuprangern.“

Ob die angesprochenen Berichte zu weit gehen oder nicht, möchte unsere Onlineredaktion an dieser Stelle nicht bewerten. Ebenso, ob nun das Zitat der Korruption und Plünderung wirklich verdreht wurde. Darüber soll sich jeder sein eigenes Urteil bilden. Fakt ist: Der Satz „Es gibt Leute im Verein, die Korruption und Plünderung unterstützen“ steht auf Ismaiks Facebook-Seite - und prangt dort immer noch.

Kurz nach seinem Facebook-Posting musste sich Ismaik eine Attacke vom FC Bayern gefallen lassen. „Gott behüte uns vor solchen Leuten“, erklärte Karl-Heinz Rummenigge bei der Jahreshauptversammlung des FC Bayern.

TSV 1860 verhängt Medienboykott

Über seinen Presseverteiler teilte der Verein am Freitagabend mit: „Sämtliche Repräsentanten der Löwen sowie die 1860-Lizenzmannschaft stehen bis auf Weiteres nicht für Interviews und Gesprächsanfragen aller Medien zur Verfügung.“ Lediglich die Pflicht-Interviews im Rahmen der Zweitliga-Spiele werden gegeben. Am Samstag folgte gar einHausverbot für die gesamte Presse. Der nächste Paukenschlag also: ein Medienboykott! Laut Bild auf Druck von Ismaik.

Rückfragen zu den Gründen blieben zunächst unbeantwortet.

Inzwischen ermittelt laut Bild auch die DFL gegen den Verein.

lin

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