Kreuzer: Gab schon "lose Gespräche" mit Trainern

Der Löwen-Plan: Mit Biero den Klassenerhalt, und dann?

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Daniel Bierofka: Er hauchte den Löwen im Abstiegskampf wieder Leben ein.

München - Für den Endspurt der Saison hat der TSV 1860 einen einfachen Plan: Mit Daniel Bierofka soll der Sieg gegen Paderborn her. Wer ihn dann ersetzt, ist unklar.

Klar, jeder Trainer geht für gewöhnlich mit großem Engagement an eine neue Aufgabe heran, will was reißen, für den Umschwung sorgen, der in solchen Fällen ja meistens gefordert wird. Doch bei Daniel Bierofka kommt noch eine weitere Komponente ins Spiel: Er liebt den Verein, mit dem er als Bub groß geworden ist, er sorgt sich um ihn und das ganze Drumherum. Sein Vater Willi weiß: „Daniel beschäftigt es schon, dass im Fall des Abstiegs von 1860 womöglich Leute ihren Job verlieren würden, die im Verein arbeiten.“ Man kann den 37-Jährigen also getrost „König Löwenherz“ nennen. Ein Mann mit Hingabe, der diese ganz offenbar auch auf seine Spieler übertragen hat. Zwei Spiele, zwei Siege im Abstiegskampf, der Sprung auf Platz 14 – nach dem 2:0-Erfolg auf St. Pauli war die Nacht lang in Hamburg.

Nicht so sehr bei den Spielern, die um Mitternacht noch auf den 26. Geburtstag von Kapitän Christopher Schindler anstießen, danach aber relativ bald auf den Zimmern verschwanden. Daniel Bierofka hielt zusammen mit den üblichen Verantwortlichen noch eine ganze Weile länger aus. „Ein paar Stunden der Freude waren schon erlaubt“, sagte Präsident Peter Cassalette, „aber ansonsten darf jetzt keinerlei Zufriedenheit aufkommen. Wir sind noch nicht gerettet.“

Kreuzer: "Platz 14 ist trügerisch"

Daniel Bierofka und Oliver Kreuzer als sportliche Verantwortliche warnten erst recht. „Noch ist nichts erreicht“, sagte der Trainer, und Kreuzer fügte an: „Wir dürfen in der Woche bis zum Spiel gegen Paderborn auf keinen Fall entspannt sein. Das wäre das Allerschlechteste. Das Tabellenbild ist zwar im Moment recht angenehm anzusehen, aber es kann auch trügerisch sein.“

Spätestens aber dann nicht mehr, wenn die Löwen gegen Paderborn gewinnen. In diesem Fall wäre der Klassenerhalt vorzeitig geschafft. Und Bierofka hätte eine absolute Punktlandung hingelegt. Seine Sondergenehmigung, in der 2. Liga trainieren zu dürfen, läuft am Sonntag ab, eine weitere Erlaubnis vom DFB für das letzte Spiel in Frankfurt und womöglich die Relegation wäre dann nicht mehr vonnöten. Und Bierofka könnte sich die letzte Partie in Frankfurt ganz relaxed von der Tribüne aus ansehen.

Perfekte Ausgangssituation für die Löwen

„Das ist jetzt die Situation, die wir uns gewünscht haben“, sagte Kreuzer zur aktuellen Ausgangsposition. Und er verhehlt nicht, dass für ihn Bierofka mehr als ein Nothelfer wäre. „Hätte Daniel die entsprechende Lizenz für die 2. Liga, dann wäre es mit Sicherheit eine Überlegung, mit ihm in der kommenden Saison weiterzumachen.“

So aber muss Bierofka jetzt vor allem dafür sorgen, dass der TSV 1860 so schnell wie möglich einen Nachfolger für ihn findet. Kreuzer: „Je eher wir gerettet sind, umso schneller können wir die Planungen für die kommende Saison angehen. Beim Trainerthema gibt es Namen, mit denen wir uns beschäftigen, und es gibt auch Kandidaten, mit denen wir schon lose Gespräche geführt haben.“

Gemessen wird der Neue jetzt aber erst mal am in Kürze alten, denn, so Kreuzer: „Daniel hat das bisher einfach überragend gemacht!“

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