Über Trainer und Spieler

Löwen-Krise: Jetzt sprechen der Allesfahrer und der Meister-Kapitän

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Auf dem Prüfstand: Die Löwen um Karim Matmour, Daniel Adlung und Nico Karger (v. l.) haben zuletzt nicht wirklich überzeugt.

München - Es läuft eine Menge schief bei den Löwen. Doch woran liegt das? Zwei Sechzig-Legenden haben da ihre ganz eigenen Meinungen.

Bei den Blauen schrillen die Alarmglocken nach nur einem Punkt aus den vergangenen fünf Spielen. Trainer Kosta Runjaic zählt die Spieler an, am Freitag beim VfB Stuttgart (18:30 Uhr, bei uns im Live-Ticker) soll die Mannschaft ein anderes Gesicht zeigen. Zwei Löwen-Legenden schätzen die Lage an der Grünwalder Straße ein.

Das sagt der Allesfahrer

Franz Hell.

„Ich lasse mich gerne positiv überraschen am Freitag in Stuttgart, aber meine Erwartungen halten sich in engen Grenzen. Ein Großteil der Spieler, die zuletzt auf dem Platz standen, hat in den vergangenen zwei Jahren gegen den Abstieg gekämpft, die Zugänge sind entweder verletzt (Aigner, Olic, Stojkovic), verunsichert (Matmour, Perdedaj) oder schwächer als ihre Vorgänger (Busch). Dazu kommt die Verunsicherung, die seit dem Hannover-Spiel deutlich spürbar ist. Und natürlich muss man auch einige Personalentscheidungen hinterfragen. Ich verstehe zum Beispiel nicht, warum man einen Andrade, der nach seinem Tor in St. Pauli vor Selbstbewusstsein gestrotzt hat, gegen Hannover erst in den letzten 25 Minuten gebracht hat. Auch das Festhalten an Adlung hat sich nicht ausgezahlt.

Leider hat es jetzt anscheinend diese Niederlagenserie gebraucht, um den Trainer umdenken zu lassen. Ich mag über Kosta Runjaic nichts Negatives sagen, aber ich kann auch nichts Positives erkennen. Die Entwicklung lief zuletzt eher rückwärts. Trotzdem will ich jetzt nicht in den Chor derer einstimmen, die schon wieder eine Trainerentlassung fordern. Was hat es denn in der Vergangenheit gebracht? Und könnte ein neuer Trainer aus dem aktuell vorhandenen Spielermaterial wirklich wesentlich mehr herausholen?

Ich hoffe, dass die Verantwortlichen die Zeichen der Zeit nach diesem Tiefpunkt gegen Düsseldorf erkannt haben und die richtigen Konsequenzen daraus ziehen. Die nächsten drei Spiele in Stuttgart, im Pokal in Würzburg und dann daheim gegen Aue werden zeigen, ob sich die Kurve in der aktuellen Konstellation kriegen lässt. Eine wirkliche Verbesserung erwarte ich aber erst, wenn Stefan Aigner wieder fit ist und Romuald Lacazette genügend Spielpraxis hat. Traurig, dass der Druck jetzt schon wieder so groß ist.“

Franz Hell

Das sagt der Meister-Kapitän

„Hannover, Würzburg, Düsseldorf - der Leistungstrend dieser Löwen-Mannschaft ist beängstigend. Ich will die Verletzungsprobleme hier nicht kleiner reden als sie sind, aber alles lässt sich mit den Ausfällen von Aigner, Olic, Stojkovic und zuletzt Boenisch auch nicht erklären. Nach meinem Dafürhalten hätte man spätestens

nach der 0:2-Niederlage in Würzburg

konsequent durchgreifen müssen. Die scharfen Worte, die jetzt aus Abu Dhabi gekommen sind, wären schon vor zwei Wochen angebracht gewesen. Dieses Gesäusel mit Geduld als bestem Ratgeber und auf Regen folgt Sonne war genau das verkehrte Signal. Die Ruhe habe ich in der ersten Halbzeit gegen Düsseldorf gesehen. Das war an Peinlichkeit kaum noch zu überbieten. 

Peter Grosser.

Genauso falsch wäre es jetzt allerdings, die Schuld komplett auf die Mannschaft abzuwälzen. Was gegen Düsseldorf auf dem Platz stand war eine Mischung aus hilflosen jungen Spielern und verunsicherten, zum Teil auch nicht komplett fitten Routiniers, von denen keiner in der Lage war, eine Führungsrolle zu übernehmen. Wenn die Verantwortung nur weitergeschoben wird, dann muss die Hilfe von außen kommen, durch klare taktische Anweisungen und die eine oder andere Umstellung.

Änderungen in der Startelf sind ja bereits angekündigt. Und dringend nötig. Warum ein Andrade erst Mitte Oktober gegen Düsseldorf seine erste komplette Halbzeit spielen durfte, das verstehe wer will. Und zum Auftreten: Daniel Bierofka hat im Abstiegskampf gezeigt, wie schnell sich eine Einheit herstellen lässt, die den Kampf annimmt. Das muss auch in den nächsten Spielen geschafft werden, bevor man in der Tabelle ganz nach unten durchgereicht wird.“

Peter Grosser

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lk

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