Meisterliche zweite Liga

Kommentar: Hat Aigner recht?

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Uli Kellner.

München - Von Stefan Aigner stammt ein Satz, wie man ihn derzeit öfter hört. Hat er recht? Ein Kommentar von Merkur-Redakteur Uli Kellner.

Von Stefan Aigner, 28, stammt ein Satz, den man so oder so ähnlich häufig hört in letzter Zeit: „Ich finde, dass sich die Erste und Zweite Liga heuer in der Attraktivität nicht viel nehmen.“

Sagt ein Mann, der seine eigene Entscheidung rechtfertigen will – die Rückkehr von Erstligist Eintracht Frankfurt zum TSV 1860. Ein Mann aber auch, der aus berufenem Munde spricht. Aigner blickt auf die Erfahrung von 126 Erst- und 124 Zweitligaspielen zurück. Er kennt sich in beiden Welten gleich gut aus. Hat Aigner also recht? Ein Faktencheck.

Erster Indikator für Attraktivität im Fußball sind natürlich die Tore, und da schneidet die 2. Liga nicht schlecht ab: 866 haben die 18 Erstligisten vorige Saison zustande gebracht, 808 die Zweitligisten. Ergibt zwar eine Differenz von 58 Treffern, aber wenn man bedenkt, dass der Umsatz aller 18 Zweitligisten zusammen kleiner ist als der des FC Bayern (knapp 500 Mio. Euro), dann muss sich das Unterhaus keine Komplexe einreden lassen.

Auch in punkto Tradition braucht sich die 2. Liga nicht zu verstecken. 18 Teams, elf davon waren schon mal Meister. Im Oberhaus dagegen, Überraschung: Durften nur zehn Teams der aktuellen Besetzung bereits die Schale hochhalten. Und klingen die Noch-nie-Meister nicht sogar ein bisschen nach Provinz? Augsburg, Darmstadt, Freiburg, Hoffenheim, Ingolstadt, Leipzig, Leverkusen, Mainz. Bemerkenswerter Fakt auch: Von den 20 größten deutschen Städten sind zehn in Liga zwei vertreten, auch die drei beliebten Metropolen Berlin, Hamburg und München – mit Union, FC St. Pauli und 1860.

Das Gefühl von großer weiter Fußballwelt – hat man inzwischen auch im Unterhaus. Profis mit mehr als 100 Länderspielen (Olic), EM-Teilnehmer (Harnik), Talente aus Brasilien (s. 1860-Kader). Sogar ein Weltmeister mischt neuerdings mit: Kevin Großkreutz vom VfB Stuttgart.

In einem Punkt ist die 2. Liga sowieso unschlagbar. Langeweile durch einen Abonnementmeister kann nicht aufkommen. Die Besten von heute werden die Sorgenkinder von morgen sein – in der 1. Liga.

Uli Kellner

1860-Brasilianer musikalisch unterwegs

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