Zu 1860 gekommen, um zu bleiben

Runjaic: Mich drängt hier keiner mehr weg

München - Kosta Runjaic schwärmt vom TSV 1860 München. Es habe gleich gefunkt, sagt er auf der Pressekonferenz. Und er macht klar: Er ist gekommen, um zu bleiben.

Der Mann ist Profi. Und deshalb beendete Kosta Runjaic am Freitagmittag seine erste Pressekonferenz beim TSV 1860 mit einem kleinen Zuckerl für die Fotografen. „Schaut her, ich bin vorbereitet“, sagte der neue Löwencoach und hielt ihnen ein blaues Pfeiferl hin, in das er dann auch sofort hineinblies. Sein Anpfiff sozusagen. Und mit dem Abpfiff will er sich möglichst lange Zeit lassen. „Ich musste kämpfen wie ein Löwe, um überhaupt dorthin zu kommen, wo ich jetzt bin“, sagte Runjaic, „und es wird sicher nicht einfach sein, mich da wieder wegzudrängen.“

Für zwei Jahre hat der 45-Jährige an der Grünwalder Straße unterschrieben (inklusive Option), und die will er mindestens in München verbringen. Klingt jetzt gar nicht so lang, aber wenn man sich vor Augen führt, dass bei 1860 innerhalb der vergangenen zwei Jahre gleich sechs neue Trainer vorgestellt wurden, dann könnte man Runjaics Wunsch fast schon als tollkühn bezeichnen. Bei anderen Vereinen wäre es normal, und Oliver Kreuzer wünscht sich nichts sehnlicher, als dass diese Normalität künftig auch bei Sechzig einzieht. „Kostas Punkteschnitt hat sich in den vergangenen Jahren zwischen 1,4 und 1,6 bewegt“, rechnete der Sportchef vor, „und wenn wir das auch bei uns hinkriegen, dann wird es sicher lange dauern, bevor wir hier wieder einen neuen Trainer vorstellen.“

Die Chemie zwischen Trainer und Verein scheint zu stimmen

Schenkt man den Aussagen aller Beteiligten Glauben, dann müsste es von der Chemie her klappen. „Einen guten Trainer zu finden, ist ja nicht einfach“, sagte Runjaic selbstbewusst und fügte hinzu: „Nach den ersten Gesprächen hat es schon gefunkt.“ Präsident Peter Cassalette schwärmte derart, dass man vermuten könnte, das Ganze würde sich sogar zu einem Feuerwerk entwickeln: „Je mehr ich unseren Trainer kennenlerne, umso überzeugter bin ich, dass wir mit unserer Wahl absolut richtig liegen. Kosta war sowieso keine kleine Lösung, sondern eine große. Und eine gemeinsame. So lange gedauert hat es deshalb, weil wir es dieses Mal richtig machen wollten.“

Und Oliver Kreuzer packte auch noch ein paar Komplimente aus: „Kosta passt ideal zu unserem Verein. Er ist ein ausgewiesener Fachmann, der einen taktisch anspruchsvollen Offensivfußball spielen lässt.“ Vergleiche mit Real Madrid und dem FC Barcelona, wie vor zwei Jahren, als Gerhard Poschner seine Vision zum Besten gab, wurden dieses Mal Gott sei Dank nicht gezogen. Die richtige Wahl beim Trainer allein wird aber mit Sicherheit nicht reichen. Verstärkungen tun not, bisher ist nur klar, dass Levent Aycicek für ein weiteres Jahr von Werder Bremen ausgeliehen wird.

Auch die Verpflichtung von Verteidiger Marnon Busch (21), ebenfalls von Werder, soll perfekt sein. Dazu könnte Ex-Löwe Daniel Halfar, der unter Runjaic schon in Lautern spielte, wieder ein Thema werden. „Dazu werde ich keinen Kommentar abgeben“, sagte Oliver Kreuzer. Halfar hatte der tz hinsichtlich einer möglichen Rückkehr nach München am Mittwoch gemeint: „Man soll bekanntlich niemals nie sagen.“

Rubriklistenbild: © picture alliance / dpa

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