Derbysieg gegen Nürnberg

Mölders und Liendl: Matchwinner vom Abstellgleis

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Gemeinsamer Jubel: Sascha Mölders mit Michael Liendl.

München - Am Montag haben die Löwen das wichtige Derby gegen Nürnberg gewonnen. Zwei Spieler, die man gar nicht mehr auf der Rechnung hatten sorgten für die Siegtreffer. 

Montag Abend: Punkt 22:08 Uhr war es geschafft - Die Löwen konnten nach langen 13 Jahren wieder in Nürnberg ein Derby gewinnen. Die Tore für den TSV schossen dabei zwei Akteure, die vor und während der bisherigen Saison beide so ihre Probleme bei den Löwen hatten. Wie wichtig Michael Liendl und Sascha Mölders für die Mannschaft sein können bewiesen sie dann am Montagabend. 

Von der Zehn auf die Sechs

Michael Liendl trat als genialer Pass-Geber aus dem Rückraum in Erscheinung. Fast jeder Angriff der Löwen lief früher oder später über Liendl. Dabei ist die Position vor der Abwehr noch relativ neu für den Österreicher.

Liendl spielte in seinem ersten Jahr bei den Löwen stets als offensiver Spielmacher hinter den Spitzen, konnte aber trotz seiner Freistoß-Qualitäten nicht komplett überzeugen. In diesem Sommer stand er dann sogar kurz vor dem Abschied aus München. Aber Sportchef Thomas Eichin wollte den "Alpen-Maradona" unbedingt an der Grünwalder Straße behalten. Nach der Niederlage gegen Fürth im ersten Saison-Spiel bekam Liendl seine Chance: Trainer Kosta Runjaic brauchte einen kreativen Aufbau-Spieler und schulte den 30-Jährigen kurzerhand um. Ähnlich, wie es einst Bastian Schweinsteiger bei den Bayern erging. Seitdem arbeitet er sich mehr und mehr hinein in seine neue Rolle und belohnte sich am Montag selbst mit dem Siegtor gegen den 1. FC Nürnberg.

Der Trainer steht wieder auf dem Platz

Während Liendl seine zweite Chance schon gegen Arminia Bielefeld bekommen hatte, kam für Sascha Mölders erst gegen Nürnberg der Moment sich zu zeigen. Und das machte der 31-Jährige Stürmer: Er traf einmal selbst und legte per Hacke zum zwei zu eins Endstand für Michael Liendl auf.

In den Wochen zuvor war Mölders in die Kritik geraten, weil er nebenbei noch als Trainer beim Landesligisten SV Mering tätig ist. Dieses Doppel-Engagement gefiel den Löwen-Verantwortlichen gar nicht. Vor allem, da Mölders eher schwache Leistungen zeigte und es in dieser Saison noch nie in die Startelf geschafft hatte. Dass er ein guter Stürmer ist, wussten die Sechzger wohl, kauften sie ihn doch erst diesen Sommer, nachdem er seit Januar 2016 als Leihspieler vom FC Augsburg an der Grünwalder Straße gespielt hatte (15 Einsätze, vier Tore in der Rückrunde). Doch im neuen System mit nur einer Spitze kam Mölders bisher nicht an Ivica Olic vorbei. 

Doppelspitze ersetzt Aigner

Erst die kurzfristige Verletzung von Löwen-Kapitän Stefan Aigner zwang Trainer Kosta Runjaic etwas zu ändern. Er löste seine bisherige Formation auf und brachte mit Mölders eine zweite Spitze. Dass das funktionieren kann, zeigte Mölders nach Informationen des Onlineportals dieblaue24 bereits in einem Trainingsspiel vergangene Woche. Er spielte neben Olic und traf gleich doppelt. Ähnlich gut klappte es dann im Ernstfall gegen Nürnberg. Trainer Runjaic sagte im Sky-Interview nach dem Spiel über Mölders: "Er ist wichtig für uns, hat heute ein Riesen-Spiel gemacht." Und auch in Zukunft könne er sich die Doppelspitze vorstellen, erklärte der Coach. Das dürfte bei Mölders runter gehen wie Butter. 

rs

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