Ex-1860-Geschäftsführer

Stoffers meldet sich zu Wort - mit einem Anliegen

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Ex-1860-Geschäftsführer Manfred Stoffers.

München - Manfred Stoffers hielt sich lange zurück. Jetzt meldet sich der Ex-1860-Geschäftsführer gegenüber unserer Onlineredaktion zu Wort. Mit einem Anliegen, das ihm am Herzen liegt.

Manfred Stoffers war der wohl poetischste Geschäftsführer in der Geschichte des TSV 1860 München. Seine Amtszeit dauerte von Februar 2009 bis Juli 2010. In dieser Zeit verwöhnte er die Fans mit wortgewandten Stadionheft-Vorworten wie zu Gitti und ihrem  "furchteinflößend überfülltem Dekolleté" und weiteren eloquenten Sprüchen sowie mit Wurst-Fotos. Und auch Uli Hoeneß dürfte sich schwitzend an Stoffers erinnern, der dem FC Bayern den Kampf angesagt hatte. Erfolglos allerdings, was auch zu seinem Ende führte.

Längst ist Stoffers wieder in der freien Wirtschaft tätig, sitzt im Vorstand des Spielmaschinen-Herstellers Gauselmann. Anfragen zu einem Interview über die Lage der Löwen lehnte er immer wieder freundlich-süffisant ab.

Am Donnerstag jedoch wendete er sich von sich aus an unsere Onlineredaktion. Mit einem wichtigen Anliegen. Stoffers wollte ein Loblied singen auf Gabor Király aus Ungarn, seines Zeichens Ex-Löwen-Keeper, Torwart-Legende, EM-Achtelfinalist und Turnier-Rekordhalter als ältester Spieler der Geschichte. Kurzum: ein Phänomen.

"Hier ist meine ganz persönliche Verneigung vor der Lebensleistung von Gabor Király", so Stoffers. "Er ist kein Titan, sondern ein Juwel, verpackt in eine bescheidene Schlabberhose. Für Sechzig war er ein Segen, und für Ungarn ist er es sowieso."

Stoffers hatte die Kollegen eines Sportwetten-Anbieters, der zu seinem Arbeitgeber gehört, mit einer Grafik beauftragt, um seinen "positiven blauen Gefühlen für Gabor Király freien Lauf zu lassen", so Stoffers. "Dabei ist nicht weniger herausgekommen als die 'Heiligsprechung' für Herrn und Hose."

Stoffers ergänzt: "Die Erinnerung an die Gabor-Epoche bei den Löwen macht es leichter, sich jeden Tag aufs Neue vorzunehmen: 'Blau bleiben'. Nicht, weil diese Zeit besser gewesen wäre als die Gegenwart, sondern weil Gabor Tugenden so wunderbar selbstverständlich gelebt hat und aktuell noch lebt, die Löwen auszeichnen (sollten): Gelassenheit, Disziplin, Beharrlichkeit, Freundlichkeit, Fairness und noch einige mehr."

Als Kritik am TSV 1860, wo Sportchef Oliver Kreuzer das jüngste Opfer des berüchtigten Schleudersitzes wurde, will Stoffers seine Király-Lobpreisung aber nicht verstanden wissen. Damit sei "keine Wertung der aktuellen Situation bei Sechzig verbunden", gibt sich Stoffers diplomatisch. Nicht ohne eine klitzekleine Spitze. "Eine solche Wertung hätte ich mir damals von meinen Vor- und Vor-Vor-Vorvorgängern verbeten und will sie deswegen meinen Nach-Nach-Nachfolgern nicht zumuten."

Die nächste Gelegenheit fürs Daumendrücken zugunsten Gabor Királys besteht übrigens am Sonntag um 21 Uhr. Dann trifft der Kult-Keeper mit den Ungarn in Toulouse auf Belgien.

lin

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